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50 Jahre Römische Verträge

Themenheft der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Download: PDF-Dokument... | Nr. 18 | Januar 2007
 
Von der Sechsergemeinschaft zu einer Union von 27 Mitgliedstaaten

Vor 50 Jahren unterzeichneten die Regierungen der sechs Gründerstaaten die Römischen Verträge. Darunter bereits die junge Bundesrepublik Deutschland. Nur zwölf Jahre nach der Kapitulation war der Verursacher des Zweiten Weltkrieges vollständig in die westliche Staatengemeinschaft integriert.
 
Welche Tragweite die Unterschrift Konrad Adenauers damals für die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes hatte, daran sollte immer wieder erinnert werden. Deutschland gehört zu den bedeutendsten Grundpfeilern der europäischen Integration, und es fügt sich, dass es gerade die Bundesregierung ist, die zum Jubiläum im März 2007 die EU-Ratspräsidentschaft innehat.
 
Dieser runde Geburtstag und das daraus entstandene Themenheft bieten Anlass, den Blick für einige Momente von der europäischen Tagespolitik zu nehmen. 50 Jahre europäische Geschichte zeigen deutlich, welchen Wandel die Gemeinschaft in einem halben Jahrhundert tatsächlich vollzogen hat.
 
Die Gründungsgemeinschaft war eingekeilt zwischen zwei Großmächten mit geringer Autonomie auf der politischen Weltbühne. Europa war von unzähligen Grenzschranken durchzogen. Heute nennt sich die Gemeinschaft selbstbewusst Europäische Union (EU). Mit 27 Mitgliedstaaten, nun 493 Millionen Einwohnern und dem weltweit größten Binnenmarkt mit stärkstem Währungsraum ist die EU ein eigenständiger und einflussreicher Akteur im Weltgeschehen.
 
Die globale Wirtschaftskraft, die die Gemeinschaft in wenigen Jahrzehnten entwickelte, überragte jedoch immer an Bedeutung den politischen Einfluss des Staatenverbunds in das Weltgeschehen. Doch spätestens seit dem Vertrag von Maastricht 1992 verringert sich die Distanz merklich. Die politische Union steht davor, Realität zu werden.
 
Als Voraussetzung muss die europäische Verfassung wirksam werden. Die deutsche Ratspräsidentschaft wird dazu bis Jahresmitte Vorschläge machen und einen Zeitplan vorlegen. Der Erfolg hängt maßgeblich von der Unterstützung der europäischen Öffentlichkeit ab. Europa muss anschaulicher werden. Auch dazu will dieses Themenheft beitragen. 50 ereignisreiche Geschichtsjahre lassen sich natürlich nicht umfassend auf 24 Seiten unterbringen. Aber sie enthalten Kernbotschaften zum Verständnis, warum Europa für seine Bürger gut ist.
 
Dr. Gerhard Sabathil
Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
 


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