Heute: 17. Mai 2012 Donnerstag
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Menschen einander näher bringen
Wirtschaftliche Einheit war die Triebfeder des europäischen Einigungswerks. Am Beginn stand die Montanunion, der Wunsch nach Entwicklung und Stabilität von Wirtschaft und Währung und der Hebung des Lebensstandards.
 
In den folgenden Jahren rückten die Agrarpolitik, der Binnenmarkt und die Wettbewerbsregeln in den Mittelpunkt. So entstand ein Europa, das seine Kritiker gerne technokratisch nannten. Doch bereits 1952 sagte Jean Monnet: "Wir einigen keine Staaten, wir bringen Menschen einander näher."
 

Die Steuer- und Zollbestimmungen, die einmal Leben und Arbeiten der Europäer einschränkten und den Waren-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr bremsten, sind heute längst Erinnerung. Jungen Menschen ist kaum bewusst, dass sie täglich die Vorzüge des Binnenmarktes in Anspruch nehmen: riesige Produktvielfalt, freier Warenverkehr dank vereinheitlichter technischer Normen, niedrige Preise dank EU-weiten Wettbewerbs, Schutz der Verbraucher und der Umwelt.
 
Europäischer Bürger zu sein bedeutet, elementare Rechte wie Freizügigkeit, Niederlassungsfreiheit und Aufenthaltsrecht zu genießen. Der Vertrag von Maastricht gibt jedem EU-Bürger - unabhängig von der Staatsangehörigkeit - das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunalwahlen sowie bei Wahlen zum Europäischen Parlament. Der Vertrag von Amsterdam hat die Grundrechte weiter ausgebaut und die Gleichstellung von Mann und Frau gestärkt. Der Grundsatz der Nichtdiskriminierung wurde auf Geschlecht, Rasse, Religion, Alter und sexuelle Orientierung ausgedehnt. Die EU kann Sanktionen gegen einen Mitgliedstaat verhängen, wenn dieser gegen Grundfreiheiten und die Rechtsstaatlichkeit verstößt. Zusätzlich erleichtert der Amsterdamer Vertrag den Zugang zu den amtlichen Dokumenten der Europäischen Organe. Das Europa der Bürger ist ein politisches Europa - das wird sich auch in einer künftigen Neuordnung der Institutionen ausdrücken.


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