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2007: EUropa wird 50!
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Berliner Erklärung
 
Wir Bürgerinnen und Bürger der EU sind zu unserem Glück vereint
Zum 50. Gründungsjubiläum der Europäischen Union (EU) haben die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten am 25. März in Berlin feierlich eine "Berliner Erklärung" verabschiedet, die gemeinsam von der amtierenden EU-Ratspräsidentin, vom Präsidenten des Europäischen Parlaments und vom Präsidenten der Europäischen Kommission unterzeichnet wurde. Das knapp dreiseitige Dokument, umreißt die Entstehung, die Werte und die künftigen Herausforderungen der Europäischen Union. Darin verpflichtet sich die EU auch zu Reformen bis 2009.
 
Im folgenden der Wortlaut der "Berliner Erklärung":



Europa war über Jahrhunderte eine Idee, eine Hoffnung auf Frieden und Verständigung. Diese Hoffnung hat sich erfüllt. Die europäische Einigung hat uns Frieden und Wohlstand ermöglicht. Sie hat Gemeinsamkeit gestiftet und Gegensätze überwunden. Jedes Mitglied hat geholfen, Europa zu einigen und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu stärken. Der Freiheitsliebe der Menschen in Mittel- und Osteuropa verdanken wir, dass heute Europas unnatürliche Teilung endgültig überwunden ist. Wir haben mit der europäischen Einigung unsere Lehren aus blutigen Auseinandersetzungen und leidvoller Geschichte gezogen. Wir leben heute miteinander, wie es nie zuvor möglich war.
 
Wir Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind zu unserem Glück vereint.
 


Unterzeichnung der "Berliner Erklärung".
I.
Wir verwirklichen in der Europäischen Union unsere gemeinsamen Ideale: Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Seine Würde ist unantastbar. Seine Rechte sind unveräußerlich. Frauen und Männer sind gleichberechtigt.
 
Wir streben nach Frieden und Freiheit, nach Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, nach gegenseitigem Respekt und Verantwortung, nach Wohlstand und Sicherheit, nach Toleranz und Teilhabe, Gerechtigkeit und Solidarität.
 
Wir leben und wirken in der Europäischen Union auf eine einzigartige Weise zusammen. Dies drückt sich aus in dem demokratischen Miteinander von Mitgliedstaaten und europäischen Institutionen. Die Europäische Union gründet sich auf Gleichberechtigung und solidarisches Miteinander. So ermöglichen wir einen fairen Ausgleich der Interessen zwischen den Mitgliedstaaten.
 
Wir wahren in der Europäischen Union die Eigenständigkeit und die vielfältigen Traditionen ihrer Mitglieder. Die offenen Grenzen und die lebendige Vielfalt der Sprachen, Kulturen und Regionen bereichern uns. Viele Ziele können wir nicht einzeln, sondern nur gemeinsam erreichen. Die Europäische Union, die Mitgliedstaaten und ihre Regionen und Kommunen teilen sich die Aufgaben.
 


Angela Merkel
II.
Wir stehen vor großen Herausforderungen, die nicht an nationalen Grenzen Halt machen. Die Europäische Union ist unsere Antwort darauf. Nur gemeinsam können wir unser europäisches Gesellschaftsideal auch in Zukunft bewahren zum Wohl aller Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union. Dieses europäische Modell vereint wirtschaftlichen Erfolg und soziale Verantwortung. Der Gemeinsame Markt und der Euro machen uns stark. So können wir die zunehmende weltweite Verflechtung der Wirtschaft und immer weiter wachsenden Wettbewerb auf den internationalen Märkten nach unseren Wertvorstellungen gestalten. Europas Reichtum liegt im Wissen und Können seiner Menschen; dies ist der Schlüssel zu Wachstum, Beschäftigung und sozialem Zusammenhalt.
 
Wir werden den Terrorismus, die organisierte Kriminalität und die illegale Einwanderung gemeinsam bekämpfen. Die Freiheits- und Bürgerrechte werden wir dabei auch im Kampf gegen ihre Gegner verteidigen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen nie wieder eine Chance haben.
 
Wir setzen uns dafür ein, dass Konflikte in der Welt friedlich gelöst und Menschen nicht Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt werden. Die Europäische Union will Freiheit und Entwicklung in der Welt fördern. Wir wollen Armut, Hunger und Krankheiten zurückdrängen. Dabei wollen wir auch weiter eine führende Rolle einnehmen.
 
Wir wollen in der Energiepolitik und beim Klimaschutz gemeinsam vorangehen und unseren Beitrag leisten, um die globale Bedrohung des Klimawandels abzuwenden.
 


José Manuel Barroso
III.
Die Europäische Union lebt auch in Zukunft von ihrer Offenheit und dem Willen ihrer Mitglieder, zugleich gemeinsam die innere Entwicklung der Europäischen Union zu festigen. Die Europäische Union wird auch weiterhin Demokratie, Stabilität und Wohlstand jenseits ihrer Grenzen fördern.
 
Mit der europäischen Einigung ist ein Traum früherer Generationen Wirklichkeit geworden. Unsere Geschichte mahnt uns, dieses Glück für künftige Generationen zu schützen. Dafür müssen wir die politische Gestalt Europas immer wieder zeitgemäß erneuern. Deshalb sind wir heute, 50 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge, in dem Ziel geeint, die Europäische Union bis zu den Wahlen zum Europäischen Parlament 2009 auf eine erneuerte gemeinsame Grundlage zu stellen.
 
Denn wir wissen: Europa ist unsere gemeinsame Zukunft.


Hans-Gert Pöttering


DOWNLOAD zum Thema


Berliner Erklärung
Text der in Berlin unterzeichneten Erklärung anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 2007.
Download: PDF-Dokument...


LINKS zum Thema


Texte der Reden anlässlich der Unterzeichnung der "Berliner Erklärung" zum 50. Jahrestatag der Römischen Verträge am 25. März 2007:
  • EU-Ratspräsidentin Merkel
    Text der Rede der amtierenden EU-Ratspräsidentin und deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.
    Extern: Redetext...

  • EU-Kommissionspräsident Barroso
    Text der Rede des Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Durão Barroso.
    Extern: Redetext...

  • Parlamentspräsident Pöttering
    Text der Rede des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering.
    Extern: Redetext...
Fotos vom Festakt
Fotos vom Festakt "50 Jahre Römische Verträge" am 25. März 2007 in Berlin mit der feierlichen Unterzeichnung der "Berliner Erklärung" auf der Website der deutschen EU-Ratspräsidentschaft.
Extern: Fotos...
 
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