Heute: 03. September 2010 Freitag
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Europäisches Jahr des Interkulturellen Dialogs
 
Auftakt in der Berliner Kalkscheune
 
Der interkulturelle Dialog sollte in Europa eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Schließlich gilt in der EU nicht umsonst das offizielle Motto: In Vielfalt geeint. Europa ist stolz darauf, eine Vielfalt von Kulturen und Traditionen zu vereinen und empfindet dies als Reichtum.
 
Ein Europäisches Jahr hat das Ziel, auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen, neue und andere Interessenten im weitesten Sinne für eine definierte Problematik zu gewinnen und diejenigen, die in diesem Bereich bereits aktiv sind, öffentlichkeitswirksam zu unterstützen. 2007 richtete die EU den Fokus auf Chancengleichheit und den Kampf gegen Diskriminierung. Die logische Ergänzung ist 2008 der interkulturelle Dialog, das Aufeinanderzugehen der Kulturen. Die einzelnen Mitgliedstaaten führen diesen Dialog unter den unterschiedlichsten Vorzeichen, mal geht es um den Dialog der Religionen, mal um Integration und Migration. Dementsprechend ist das Europäische Jahr aufgegliedert in die verschiedensten Themenbereiche: Bildung und Wissenschaft, Kultur und Medien, Migration, Minderheiten, Mehrsprachigkeit, Religion, Arbeitsplatz und Jugend.
 
Besonderes Augenmerk liegt auf jungen Menschen. Wie eine kürzlich vorgelegte Studie belegt, empfinden sie interkulturelle Begegnungen häufig als Bereicherung. Sie nutzen bewusst die Chance, soziale und kulturelle Kompetenzen zu erwerben, weil sie wissen, dass ihnen das für ihr weiteres Leben konkret zugute kommen kann. Die Voraussetzung für fruchtbare Begegnungen ist natürlich immer auch die Kenntnis der Sprache und Kultur des anderen. Hier werden auch einige der sieben europäischen Vorzeigeprojekte ansetzen, die europaweit und länderübergreifend das Jahr des interkulturellen Dialogs prägen sollen.
 
Daneben fördert die EU 2008 in jedem Mitgliedsland ein herausragendes Projekt sowie ein Partnerprogramm zur Mobilisierung der Zivilgesellschaft. Die deutsche Projektliste umfasst insgesamt acht Initiativen verschiedener Partner (siehe unten). Der offizielle Start des Europäischen Jahres in Deutschland wird am 18. und 19. Februar 2008 in der Berliner Kalkscheune begangen.


ACHT DEUTSCHE PROJEKTE


Der Deutsche Volkshochschulverband International (dvv international) organisiert Aktionstage und Workshops für junge Leute und Multiplikatoren. Vor allem geht es um Jugendliche mit Migrationshintergrund.
 
Die Universität Potsdam, das Leibniz-Institut und das Land Brandenburg wenden sich mit dem Projekt "Interkulturalität als Motor für Bildung und Wissenschaft" an Studierende, Wissenschaftler, Schulen, gesellschaftliche Organisationen und die Wirtschaft. Höhepunkt wird ein einwöchiges Festival.
 
Der Sächsische Kinder- und Jugendfilmdienst zeigt in Kindergärten und Schulen ausländische Filme und bietet verschiedene Modelle zur Nachbereitung an.
 
"Heimathafen Berlin" nennt die Bürgerstiftung Berlin ihr Projekt. Sie arbeitet mit rund 250 Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist es, die Integrationsfähigkeit von Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund zu fördern.
 
Die Stadt Münster organisiert den "Interkulturellen Dialog über Grenzen hinweg". Seit Jahren besteht eine engagierte Zusammenarbeit zwischen Münster und der Region Twente in den Niederlanden.
 
Das Zentrum für Europäische Bildung wird einen "EU Dialogue Award" im Internet starten. Der Wettbewerb richtet sich an Partnerschulen aus drei Ländern. Eingebunden sind der Verein Schulen ans Netz, der Pädagogische Austauschdienst und die Kultusministerien der Bundesländer.
 
Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland führt in Zusammenarbeit mit dem European Council of Jewish Communities ein Seminar in Berlin durch, um die muslimisch-jüdische Koexistenz zu fördern.
 
Der Interkulturelle Rat in Deutschland organisiert bundesweit 20 Dialogveranstaltungen mit multireligiösen Teams aus Angehörigen der christlichen, jüdischen und muslimischen Religionsgemeinschaften.


NATIONALE KOORDINIERUNGSSTELLEN


Nationale Koordionierungsstellen in Deutschland für das EU-Jahr 2008 sind:
 
Bundesministerium für Familie, Senioren
Frauen und Jugend
 
 
und
 
 Bundesarbeitsgemeinschaft der
Freien Wohlfahrtspflege
 
Nina Parra    Matthias König 
Alexanderstr. 3    Oranienburger Str. 13-14 
10178 Berlin    10178 Berlin 
Internet: www.bmfsfj.de    Internet: www.bagfw.de 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 43 vom 20. Dezember 2007 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


LINKS zum Thema


Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs 2008
Informationen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zum Europäischen Jahr 2008 sowie zu den Aktionen und Veranstaltungen in Deutschland dazu.
 
Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs 2008
Website der Europäischen Union zum Europäischen Jahr 2008.
 
Startschuss für Europäisches Jahr des Interkulturellen Dialogs
Am 8. Januar 2008 wurde in Ljubljana 2008 offiziell als das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs eingeläutet. Ziel ist es, den EU-Bürgern zu helfen, "in einem offeneren, komplexeren kulturellen Umfeld" zurechtzukommen. Dabei soll besonders der Dialog zwischen dem Islam und dem Christentum gefördert werden, berichtet das Europa-Magazin "EurActiv".
 
Europäisches Jahr des interkulturellen Dialogs
Informationen der EU-Kommission zu ihrem Vorschlag.
 
Die Völker Europas "in Vielfalt geeint" - Start der Kampagne zum Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs 2008
PresseInformation der EU-Kommission vom 4. Dezember 2007.
 
Drei von vier EU-Bürgern begrüßen den Dialog mit anderen Kulturen
Fast drei Viertel (72 %) aller EU-Bürgerinnen und -Bürger meinen, dass Menschen mit einem anderen ethnischen, religiösen oder nationalen Hintergrund das kulturelle Leben in ihrem Land bereichern; 23 % stimmen dem nicht zu. Dies geht aus einer von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebenen Flash-Eurobarometer-Umfrage hervor. Die Teilnehmer wurden nach ihren Formen des Kontakts mit Menschen aus anderen Kulturen, nach ihrer Haltung gegenüber kultureller Vielfalt überhaupt und nach dem bevorstehenden Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs (2008) gefragt. PresseInformation der EU-Kommission vom 4. Dezember 2007.
 
Eurobarometer: Intercultural dialogue in Europe
Ergebnisse der Umfrage des Flash-Eurobarometer Nr. 217 zum Thema interkultureller Dialog. Die Ergebnisse könnenm über diese Seite abgerufen werden.
 
Der Interkulturelle Dialog
Aufgrund der sukzessiven Erweiterung der Europäischen Union, der wegen des Binnenmarktes gestiegenen Mobilität, aufgrund vergangener wie gegenwärtiger Migrationsströme, des umfassenden Austauschs mit dem Rest der Welt in den Bereichen Handel, Bildung und Freizeit und aufgrund der Globalisierung im Allgemeinen ergeben sich immer mehr Wechselwirkungen zwischen den Kulturen, Religionen, Ethnien und Sprachen innerhalb und außerhalb Europas. Angesichts dieser zunehmend multikulturell geprägten europäischen Gesellschaften gewinnen die Entwicklung interkultureller Kompetenzen und die Förderung des interkulturellen Dialogs an Bedeutung. Informationen der EU-Kommission zum Thema.
Das EIZ Niedersachsen ist eine Informationsstelle im europe direct-Netzwerk der EU.
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Informationen, Dokumente und Links zum EU-Reformvertrag und zum Prozess seiner Ratifizierung.
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