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GALILEO-Gründungsfieber: Anschub für Innovation

Zwar steckt Galileo, das europäische Pendant zum US-Satellitennavigationssystem GPS, noch in der Entwicklung. Doch in Deutschland ist bereits das Gründungsfieber für High-Tech Innovationen und Geschäftsanwendungen ausgebrochen. Bereits sieben regionale Gründer- und Anwendungszentren sind entstanden, um ab 2011 an der kommerziellen Nutzung teilzuhaben. Besonders Unternehmen im Bereich Mobilfunk und Logistik nehmen Anlauf, um sich in "Clusternetzwerken" zu positionieren, erste Förderprogramme laufen bereits.
 
Die zukunftsträchtige Technik setzt auf ein metergenaues Signal, das die Ortung von Menschen, Fahrzeugen, Paketen, Gebäuden oder stationären Empfängern ermöglicht. Hunderte von Anwendungen sind möglich, ob bei der Erschließung von Energiequellen, der Überwachung von Pipelines, Fahrzeugsteuerung oder
Rettungsdiensten.
 
Mit gleichzeitigem Kontakt zu vier bis fünf Galileo-Satelliten wird das Signal erheblich besser verfügbar sein und genauer. "Europa geht dabei mehr in Richtung der Interoperationabilität von GPS und Galileo. Wir gehen inzwischen fest davon aus, dass beide Systeme eng zusammenarbeiten werden", erläutert Wolf Schöde, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V., eines der ersten Zentren bundesweit.
 
Wer zu spät kommt...
Für den zivilen wie militärischen Bereich heißt dies, dass geschäftlich nutzbare Anwendungen ab sofort entwickelt und erprobt werden können. "GPS bereitet schon heute den Markt für Galileo vor", so Schöde. Zur Unterstützung von Produktanwendungen setzen die Bundesländer auf das bewährte Instrument der Clusterbildung mit Gründern, Forschern und Anwendern, um die Standortvoraussetzungen zu verbessern. Sie sollen Starthilfen und Dienstleistungen für technische Innovationen anbieten, informieren und animieren. Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt, so der Tenor der Gründerzentren.
 
Erklärtes Ziel der Zentren ist es, Anwendungsideen zur Marktreife zu führen. Auch ein nationales Galileo-Testfeld soll die Position kleiner und mittelständischer Unternehmen stärken. Das Testfeld mit terrestrischen Sendern für Galileo-Signale entsteht mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berchtesgaden. Vom Herbst 2006 an können Hersteller von Galileo-Empfängern und Entwickler hier ihre Produkte testen.
 
Schwerpunkte in deutschen Ländern
Erste Schwerpunkte sind bereits erkennbar. Sicherheit, Navigation und Logistikprozesse unter Galileo im Hafenumfeld zu testen und weiterzuentwickeln, steht im Mittelpunkt des GAMMA Forschungshafens Rostock – ein Spiegel regionaler Wirtschaftsinteressen. In Nordrhein-Westfalen haben sich Energieunternehmen und Softwarehäuser zusammengetan. Das bayerische Anwendungszentrum unterstützt am Luft- und Raumfahrtstandort Oberpfaffenhofen die Gründung und Ansiedlung von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die satellitengestützte Navigation entwickeln. Für die High-Tech-Offensive des Freistaats Bayern stehen 3,57 Millionen Euro bereit. Weitere Europa-, Bundes- und Landesprogramme sind zu erwarten.
 
Galileo goes local!


Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 17 vom 26. April 2006 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


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Netzwerk Galileo
Mit dem "Netzwerk Galileo" soll die Zusammenarbeit der in Deutschland existierenden regionalen Initiativen bundesweit unterstützt werden. Dabei soll eine Plattform für einen möglichst breit angelegten Erfahrungs- und Informationsaustausch und eine möglichst bundesweite Vernetzung von Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Endkunden geboten werden. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) versteht sich dabei als Moderator und Schirmherr des "Netzwerks Galileo". Informationen des BMVBS zum Netzwerk.