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GALILEO-Gründungsfieber: Anschub für Innovation
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Die zukunftsträchtige Technik setzt auf ein metergenaues Signal, das die Ortung von Menschen, Fahrzeugen, Paketen, Gebäuden oder stationären Empfängern ermöglicht. Hunderte von Anwendungen sind möglich, ob bei der Erschließung von Energiequellen, der Überwachung von Pipelines, Fahrzeugsteuerung oder
Rettungsdiensten.
Mit gleichzeitigem Kontakt zu vier bis fünf Galileo-Satelliten wird das Signal erheblich besser verfügbar sein und genauer. "Europa geht dabei mehr in Richtung der Interoperationabilität von GPS und Galileo. Wir gehen inzwischen fest davon aus, dass beide Systeme eng zusammenarbeiten werden", erläutert Wolf Schöde, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V., eines der ersten Zentren bundesweit.
Wer zu spät kommt...
Für den zivilen wie militärischen Bereich heißt dies, dass geschäftlich nutzbare Anwendungen ab sofort entwickelt und erprobt werden können. "GPS bereitet schon heute den Markt für Galileo vor", so Schöde. Zur Unterstützung von Produktanwendungen setzen die Bundesländer auf das bewährte Instrument der Clusterbildung mit Gründern, Forschern und Anwendern, um die Standortvoraussetzungen zu verbessern. Sie sollen Starthilfen und Dienstleistungen für technische Innovationen anbieten, informieren und animieren. Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt, so der Tenor der Gründerzentren.
Erklärtes Ziel der Zentren ist es, Anwendungsideen zur Marktreife zu führen. Auch ein nationales Galileo-Testfeld soll die Position kleiner und mittelständischer Unternehmen stärken. Das Testfeld mit terrestrischen Sendern für Galileo-Signale entsteht mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berchtesgaden. Vom Herbst 2006 an können Hersteller von Galileo-Empfängern und Entwickler hier ihre Produkte testen.
Schwerpunkte in deutschen Ländern
Erste Schwerpunkte sind bereits erkennbar. Sicherheit, Navigation und Logistikprozesse unter Galileo im Hafenumfeld zu testen und weiterzuentwickeln, steht im Mittelpunkt des GAMMA Forschungshafens Rostock ein Spiegel regionaler Wirtschaftsinteressen. In Nordrhein-Westfalen haben sich Energieunternehmen und Softwarehäuser zusammengetan. Das bayerische Anwendungszentrum unterstützt am Luft- und Raumfahrtstandort Oberpfaffenhofen die Gründung und Ansiedlung von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für die satellitengestützte Navigation entwickeln. Für die High-Tech-Offensive des Freistaats Bayern stehen 3,57 Millionen Euro bereit. Weitere Europa-, Bundes- und Landesprogramme sind zu erwarten.
Galileo goes local!
- Mecklenburg-Vorpommern:
GAMMA Forschungshafen Rostock
Zweck: Mehr Sicherheit durch genauere Positionsbestimmung und präzisere Steuerung von Schiffen, besonders an Küsten und Kanälen. Weiterentwicklung von Logistikprozessen unter Galileo
Partner: DLR, Hochschule Wismar, Schifffahrtsinstitut Warnemünde, Maritimes Simulationszentrum Wismar, Fraunhofer Institut, Hafen- und Schifffahrtsamt, EADS Systemtechnik, Marinsoft GmbH, Scheller Systemtechnik Wismar
Landesförderung: im Rahmen des laufenden Hafenausbaus - Nordrhein-Westfalen:
Anwenderverbund für integrierte Satellitennavigationslösungen /
Galileo e.V. - NAVISAT
Zweck: Erfahrungsaustausch zwischen Firmen sowie mit Forschung und Lehre
Partner: VCS AG, RWE Power AG LOGIBALL GmbH, Jens Janßen Ingenieurbüro, GEOsat GmbH, E.ON Ruhrgas AG / ascos, LOGIBALL GmbH, MST Aerospace GmbH, ProTec Recycling GmbH, CeGi GmbH, Vermessungs- und Ingenieurbüro Weinhold
Landesförderung: bislang nicht - Niedersachsen:
GAUSS - Galileo Zentrum für sicherheitskritische Anwendungen
Zweck: Ausbau zum europaweiten Zentrum für Verkehrsanwendungen wie zum Beispiel bei Flugzeugen
Partner (noch vorläufig): TÜV Süd, Siemens, Aerodata Flight Inspection, DLR, Bosch, TSystems, TÜV Nord
Landesförderung: 500.000 Euro auf drei Jahre und Mittel von ca. 40 Industriepartnern - Berlin und Brandenburg:
Galileo Anwendungszentrum Berlin Brandenburg
Zweck: Informationsplattform für Akteure der Region, Voranbringen von Verbundprojekten Wissenschaft und Wirtschaft
Partner: Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin, BBAA Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V., TelematicsPRO e.V., GEOkomm Verband der GeoInformationswissenschaft
Landesförderung: bislang nicht - Sachsen-Anhalt:
Indigo Innovationspark
Zweck: Ansiedlung von Unternehmen im Indigo Park und Unterstützung bei Förderanträgen
Partner: aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung der Region
Landesförderung: Bewerbung um vorhandene Mittel - Bayern:
Merkator Park
Zweck: virtueller Marktplatz für Unternehmen aus der Luft-, Raumfahrt und IKT
Partner: Industrie der Region
Landesförderung: bislang nichtAnwendungszentrum Oberpfaffenhofen
Zweck: Gründung und Ansiedlung von Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen im Zusammenhang mit der satellitengestützten Navigation entwickeln und auf den Markt bringen wollen
Partner: DLR Oberpfaffenhofen, Freistaat Bayern, Sun Microsystems, RKW Bayern GmbH Beraterhaus
Landesförderung: 3,57 Millionen Euro Landesmittel für fünf Jahre - Hessen:
Hessen Galileo Zentrum / Space Incubator
Zweck: als Incubator und Anwendungsentwicklungszentrum Firmen in direkter Nähe zum ESOC in Darmstadt ansiedeln
Partner: ESA / ESOC Darmstadt, Land Hessen
Landesförderung: 600.000 Euro Landesmittel 2006-2008, weitere 500.000 Euro für die Unterstützung von Start-up Unternehmen bis 2009
| Quelle der vorstehenden Informationen: EU-Nachrichten Nr. 17 vom 26. April 2006 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. |
LINK zum Thema
Netzwerk Galileo
Mit dem "Netzwerk Galileo" soll die Zusammenarbeit der in Deutschland existierenden regionalen Initiativen bundesweit unterstützt werden. Dabei soll eine Plattform für einen möglichst breit angelegten Erfahrungs- und Informationsaustausch und eine möglichst bundesweite Vernetzung von Unternehmen, Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Endkunden geboten werden. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) versteht sich dabei als Moderator und Schirmherr des "Netzwerks Galileo". Informationen des BMVBS zum Netzwerk.

