Heute: 17. Mai 2012 Donnerstag
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Im Märzen der Bauer das Rösslein anspannt:
Landwirtschaft in Polen
von Laelia Kaderas
 
Polen ist ungefähr so groß wie Deutschland, aber nur halb so viel Menschen leben dort. Polen ist auch anders gegliedert. In Deutschland können die Bundesländer in vielen Dingen selbst entscheiden, in Polen laufen alle wichtigen Fäden in der Hauptstadt Warschau zusammen. Die ländlichen Regionen in Polen haben deshalb nicht das Gewicht, das sie in Deutschland haben - und damit auch nicht das Geld.
 
Die jungen Menschen vom Lande, die mit der Schule fertig sind, ziehen nach Warschau oder andere große Städte. Auf dem Land haben sie keine Chance, Arbeit zu finden. Im Norden Polens zum Beispiel, in Masuren, ist jeder Dritte arbeitslos. Es ist eine schöne, weite Landschaft, hügelig, von dichten Wäldern und mehr als 1.000 Seen durchzogen. Wer nicht in die Städte geht, baut Getreide oder Zuckerrüben an oder züchtet Rinder. Viel verdienen lässt sich damit aber nicht. Die ländlichen Gebiete entwickeln sich nur sehr langsam - je mehr man nach Norden oder nach Osten kommt, umso schwieriger ist es.
 


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Foto links: Seenlandschaft in Masuren.
 
Foto rechts: Landwirtschaft in Ostpolen.
 
Vor der Wende, als Polen noch eine andere Staatsform hatte, gehörten riesige landwirtschaftliche Flächen dem Staat. Viele Menschen arbeiteten damals in der Landwirtschaft für den Staat, der für alle zusammen große und teure Geräte und Erntemaschinen kaufen konnte. Als dann das politische System zusammenbrach, gab es niemanden, der diese gigantischen Staatsgüter übernehmen wollte. Mehr als 40.000 Menschen, die noch bis etwa 1990 in der Landwirtschaft gearbeitet hatten, waren mit einem Schlag arbeitslos.
 
Jetzt müssen sie sich an das neue politische System anpassen. Und an all das, was die Staatschefs und Minister der Europäischen Union ausgehandelt haben. Denn die Europäische Union unterstützt die Landwirtschaft. Polen ist eines der Länder, das in Moment noch stark gefördert werden muss, weil vieles im Argen liegt.
 
Vor allem im Norden und Osten des Landes fehlen gut ausgebaute Straßen, so dass man lange über hucklige Landwege fahren muss. Deshalb lassen sich Unternehmen nicht gern dort nieder: Für sie ist es wichtig, mit ihren Transportfahrzeugen bequem und schnell die Zentren in Polen und Europa zu erreichen. Denn: Zeit ist Geld.
 
Wenn sich aber keine Fabriken ansiedeln, die beispielsweise angebaute Gurken an Ort und Stelle einlegen, in Gläser abfüllen und in den Großhandel bringen, dann kommt die Wirtschaft in der Region nicht richtig in Schwung. Und die Höfe können nicht wachsen.
 
In den ländlichen Regionen in Polen gibt es deshalb immer noch viele Höfe, die von einer alten Bäuerin und einem alten Bauern bewirtschaftet werden. Sie haben oft nicht viel Land, manchmal auch nur eine einzige Milchkuh. Sie leben von dem, was sie sich erarbeiten, machen aber keine Gewinne. Weil kein Geld übrig ist, können sie sich auch keine teuren Maschinen kaufen, können nicht Boden dazupachten oder eine Rinderzucht aufbauen. Für sie ist es ein Teufelskreis.
 
Natürlich ist es nicht überall in Polen so. Andere Regionen, vor allem in Westen und in der Mitte des Landes, sind wohlhabender. Da können Landwirte und Firmen investieren - also in ein Projekt Geld reinstecken, in der Hoffnung, dass es später noch mehr Geld einbringt. Dort gibt es Bauern, die mit anderen zusammenarbeiten. Das ist in Polen bisher nicht üblich gewesen. Aber die Menschen auf dem Land haben gemerkt: Gemeinsam können sie mehr leisten und dem Kunden mehr anbieten. Hier und dort entstehen auch Fabriken, wo direkt verarbeitet wird, was auf den Feldern ringsum wächst. So kann sich die Landwirtschaft langsam entwickeln.
 
Für weitere Informationen über Polen klicke hier die Flagge:
 

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