
Wie feiern die Menschen in den Ländern Europas das Weihnachtsfest? Wie verleben sie die Adventszeit? Gibt es in den europäischen Ländern besondere Bräuche zu Weihnachten?
Ich habe Dir hier zu den meisten Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) und zu den Ländern, die in den nächsten Jahren Mitglied der EU werden wollen, einige interessante Informationen über die dortigen Weihnachtsfeste und -bräuche zusammengestellt.
Du wirst erfahren, dass die Weihnachtsfeste in den anderen Ländern Europas genauso bunt und vielfältig sind, wie die Länder selbst.
| |


Zum Weihnachtsfest kannst Du per E-mail auch "europäische Weihnachtsgrüße" an Deine Familie und an Deine Freunde versenden. Unter meinen e-Cards findest Du auch zwei Postkarten mit Weihnachtsmotiven - und natürlich mit mir ...
Hier kommst Du zu meinen e-Cards...
| |



Belgien
Der Weihnachtsmann, in Belgien "Kerstmann" genannt, ist von wenig Bedeutung. Die Hauptrolle spielt nämlich der "Sint Niklaas", der Nikolaus. In der Nebenrolle ist der "zwarte Piet", also Knecht Ruprecht, zu sehen. Die beiden werden, genau wie in den Niederlanden, mit Freude empfangen und mit Umzügen gefeiert. Am Abend des 5. Dezembers stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Tür, in der Hoffnung, dass der gute "Sint Niklaas" und sein Gefährte auch über das Dach ihres Hauses reiten und die Schuhe bis zum Rand mit Schokoladen-Buchstaben, Pfefferkuchen und Spekulatius füllen. Aber auch die "großen" Geschenke gibt es schon am 6. Dezember.
In manchen belgischen Städten, z.B. in Lüttich oder Brüssel, gibt es während der Dezembertage Weihnachtsmärkte. Auf dem "Grand Place", dem Brüsseler Hauptplatz, ist sogar eine Krippe mit echten Bäumen und beleuchteten Tieren aufgebaut. Außerdem werden in den Kirchen Krippenspiele aufgeführt. Leitbilder für die Inszenierungen sind alte Gemälde, welche die Geburt Jesu nachstellen.
| |
Ein weiterer Brauch der Belgier ist das sogenannte "Trairies". Das ist so eine Art Kartenspiel, welches jährlich kurz vor Weihnachten an der Maas, also im Osten des Landes gespielt wird. Für einen Einsatz erhält der Spieler eine Spielkarte. Die letzte Karte allerdings wird offen aufgelegt. Wer die höchste Karte der aufgedeckten Spielfarbe besitzt, bekommt einen Stollen.
Für weitere Informationen über Belgien klicke hier die Flagge:
| |

Bulgarien
Auch in Bulgarien wird zu Weihnachten ganz viel gefuttert. Ob Du es glaubst oder nicht, die Bulgaren essen am Heiligen Abend tatsächlich 12 verschiedene Gerichte! Sozusagen eines für jeden Monat des Jahres. Die Hauptzutaten sind Bohnen, diverse Arten von Nüssen, getrocknete Pflaumen. Aber, ich als Vegetarier muss and dieser Stelle sagen: "zum Glück", kein Fleisch! Außerdem werden süße Speisen, wie z.B. Kuchen, aufgetischt.
Eine bulgarische Tradition, die allerdings langsam in Vergessenheit gerät, ist das Singen von alten Weisen. Junge Männer und Unverheiratete ziehen von Haus zu Haus und wünschen dessen Bewohnern mit ihren Liedern Gesundheit und Reichtum. Als Belohnung bzw. kleine Aufmerksamkeit gibt es Geld oder sonstige kleine Geschenke und "kravai". Das ist ein rundes Brot mit einem Loch in der Mitte. Für den weiteren Transport wird dieses Brot auf extra mitgeführten langen Holzstangen "aufgespießt".
| |
Für weitere Informationen über Bulgarien klicke hier die Flagge:
| |

Dänemark
Nu er det jul igen!
Auf deutsch bedeutet das: "Weihnachten ist wieder da"!
Die dänische Vorweihnachtszeit ist der deutschen sehr ähnlich. Es gibt einen Adventskranz, es wird gebacken und auch der Adventskalender darf nicht fehlen. Außerdem gibt es die Kalenderkerze. Auf dieser Kerze sind die Dezembertage mit Strichen und Zahlen markiert und jeden Tag kann man dementsprechend ein Stückchen der Kerze abbrennen lassen.
Am 13. Dezember wird, genau wie z.B. in Schweden, "Santa Lucia" gefeiert. Von diesem Fest erzähle ich Dir weiter untern auf dieser Seite (bei Schweden).
Ganz traditionell wird am Vortag des Heiligen Abends, dem "lillejuleaften", der Weihnachtsbaum geschmückt und dänischer "glögg" (Glühwein) getrunken.
Am Heiligen Abend geht man im allgemeinen schon am Nachmittag in die Kirche um dann genügend Zeit für das üppige Festessen zu haben. Es gibt Gans, Ente, Pute oder Schweinebraten, dazu Rotkohl und in Zucker angebratene Kartoffeln.
Als Nachspeise wird die beliebte "Ris à l'amande" aufgetischt. Das ist kalter Milchreis mit einer ganzen Mandel und Kirschsoße. Wer die Mandel findet bekommt ein kleines Geschenk (die "mandelgave").
| |
Nach dem Essen werden die Kerzen am Tannenbaum angezündet und es wird getanzt. Dazu bildet man einen Kreis um den Baum, fasst sich an den Händen und schreitet so gemeinsam um die strahlende Tanne. Natürlich werden auch Weihnachtslieder gesungen. Und dann ist es an der Zeit die Geschenke auszupacken! Früher brachte der "Nisse", der Kobold, die Gaben. Heutzutage ist es der Weihnachtsmann. Trotzdem sollte ein Tellerchen mit Milchreis für den "Weihnachtsnisse" bereitgestellt werden. Zwar ist der Kobold ein guter und feiner Kerl, aber er wird böse, wenn man ihn vergisst. Sollte man ihn also vernachlässigen, dann ist der Kleine schon mal zu gemeinen Streichen fähig.
Für weitere Informationen über Dänemark klicke hier die Flagge:
| |

Deutschland
Der Weihnachtbaum, Tannenbaum oder auch Christbaum ist wahrscheinlich eines der beliebtesten Symbole der deutschen Weihnacht. Der Brauch, die kalte und düstere Jahreszeit mit grünen Pflanzen als Hoffnung auf neues Leben und Kerzen als Hoffnung auf Licht zu schmücken, ist schon uralt. Den Tannenbaum, so wie wir ihn in Deutschland kennen, gibt es allerdings erst seit etwa 400 Jahren.
Es wird eine Legende erzählt, die besagt dass Elsässer Kinder den Tannenbaum erschaffen haben. Und zwar wollten eben diese Kinder in einer Kirche die Geschichte von der Erschaffung des Menschen bis zum alltäglichen Leben nachspielen. Das Bühnenbild bestand aus einer einfachen Tanne, welche den "Baum des Lebens" darstellen sollte. Um den "Stall zu Bethlehem" mit Licht zu erwärmen schmückten die Kinder den Baum mit Kerzen. Damit die Geschichte von Adam und Eva ebenfalls zum Ausdruck gebracht werden konnte, hingen die Kinder auch Äpfel an die Tanne. - Und schon war die Idee des Christbaums entstanden!
| |
Über die allgemeine Verbreitung des Weihnachtsbaums werden ganz unterschiedliche Daten genannt. In Berlin zum Beispiel soll im Jahre 1780 der erste Tannenbaum gesehen worden sein.
Für weitere Informationen über Deutschland klicke hier die Flagge:
| |

Estland
In Estland werden die Kinder während der Adventszeit von recht seltsamen - und wie ich immer dachte "hinterhältigen" - Gestalten beschenkt. Ja, stell Dir das vor. Während Du Dich auf den Nikolaus freust, freuen sich die estischen Kinder auf die Gnome! Aber wenn man von diesen Kerlen Geschenke bekommt, können sie ja eigentlich nicht so hinterhältig und gemein sein, oder?
Aber es gibt noch mehr von diesen geheimnisvollen Herumtreibern, die in Estland zur Weihnachtszeit ihr Unwesen treiben. Kurz vor Heilig Abend werden die Besen im Haus und Hof besonders gründlich gereinigt. Zu dieser Zeit sind nämlich nicht nur die Gnome, sondern auch Hexen und Teufelchen unterwegs. Und diese benutzen die Besen gerne um auf ihnen durch die Lüfte zu fliegen. Auch sie sind eigentlich nette Gesellen, aber wenn ihnen die Besen zu dreckig sind, dann können sie zu ganz gemeinen Streichen fähig sein ...
| |
Für weitere Informationen über Estland klicke hier die Flagge:
| |

Finnland
Weihnachten ist für die Nordeuropäer ein besonderes Fest. Nach dem feuchten, ungemütlichen und dunklen Herbst bedeutet das Weihnachtsfest eine Hoffnung auf das Licht, welches allmählich die Finsternis verdrängt. Um allerdings den Herbst schon wärmer und behaglicher zu gestalten, feiern die Finnen schon ab Oktober "Pikkujoulu" - das kleine Weihnachtsfest. Dieses ist mit fröhlichen Vorbereitungen für den 24. Dezember verbunden.
Dennoch bleibt der "Heilige Abend" der Höhepunkt der finnischen "Julzeit" - der Weihnachtszeit. Um Punkt 12 Uhr mittags wird in Turku, der ehemaligen finnischen Hauptstadt, der Weihnachtsfrieden verkündet. Später, nach Einbruch der Dunkelheit, gehen die Familien auf den Friedhof um den Verstorbenen zu gedenken und ihnen Geschenke zu bringen - meistens in Form von Kerzen.
| |
Und dann, ja dann kommt der große Moment: das Warten auf den "Joulupukki", den Weihnachtsmann. Dieser kommt in Finnland höchstpersönlich in die Häuser! Vielleicht weil er in der Nähe, nämlich am "Korvatunturi", einem Berg in Ostlappland, wohnt. Obwohl ihm seine Frau und die Elfen das ganze Jahr über behilflich sind, hat er an diesem besonderen Abend natürlich nicht viel Zeit für die einzelnen Familien. Deshalb verkleiden sich die Kinder als seine "kleinen Gehilfen" und verteilen die von ihm mitgebrachten Geschenke unter dem Tannenbaum.
Und was außerdem am "Heiligen Abend" in Finnland auf keinen Fall fehlen darf: ein Besuch in der Sauna!
Für weitere Informationen über Finnland klicke hier die Flagge:
| |

Frankreich
Es war einmal vor langer Zeit, da wurden die französischen Kinder am 6. Dezember vom "Saint Nicolas" beschenkt. Nun aber - wie Du weißt die Zeiten ändern sich... - ist "Père Noel" derjenige, der sich dieser ehrenvollen Aufgabe angenommen hat. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember kommt er durch den Schornstein und legt seine Gaben in die bereitgestellten Schuhe.
Auch wenn Frankreich im Dezember wie ein strahlendes Lichtermeer erscheint, wird die Adventszeit eigentlich kaum zelebriert. Und auch der Heilige Abend ist ein ganz normaler Arbeitstag. Allerdings lassen es sich die Franzosen nicht nehmen diesen Tag mit einem üppigen Essen, einer Portion voll Freude, einem Tanz um den Weihnachtsbaum, der Mitternachtsmesse und einem Feuerwerk ausklingen zu lassen.
| |
Das besinnliche Weihnachtsfest beginnt dann am 25. Dezember mit der Bescherung und endet - ... na was glaubst Du...? - natürlich mit einem ausgiebigen Menü! In Frankreich nennt man das "La Reveillon". Traditionell gibt es "Fois Gras" (Gänsestopfleber) und zum Nachtisch den "Buche de Noel". Das ist ein mit Buttercreme gefüllter Baumkuchen, welcher an einen alten Brauch erinnern soll: früher, in einigen ländlichen Regionen auch noch heute, wurde im Kamin ein Holzklotz verbrannt. Die Asche streute man auf die Felder, in Hoffnung und Glauben, dass die Ernten im kommenden Jahr besonders reichhaltig ausfallen würden. Und symbolträchtig für diese Überzeugung gibt es eben jedes Jahr den "Buche de Noel", der aussieht wie ein Holzklotz!
Auch in Frankreich geht die Weihnachtszeit am 6. Januar, dem Dreikönigstag, zuende. Zu diesem Anlass gibt es die "Galette des Rois", ein leckerer Kuchen aus Blätterteig, Marzipan und Mandelcreme. Das Besondere an diesem Kuchen ist ein im Teig verstecktes Figürchen. Wer in seinem Kuchenstück die Figur findet, darf sich für den Rest des Tages die Königskrone aufsetzen!
Für weitere Informationen über Frankreich klicke hier die Flagge:
| |

Griechenland
Wie ungewöhnlich es vielleicht für Dich klingen mag, aber in Griechenland gibt es keine Vorweihnachts- bzw. Adventszeit. Das Fest beginnt erst am 24. Dezember. Ab diesem Zeitpunkt werden 12 Nächte lang sogenannte Weihnachtsfeuer angezündet, welche Schutz vor den "Kalikanzari", den Kobolden, bieten sollen. Diese treiben nämlich in diesen Tagen gerne ihr Unwesen. Und wer kein Feuer brennen hat, der muss aufpassen, dass die Kobolde nicht das Haus auf den Kopf stellen.
Am Heiligen Abend wird es in den griechischen Straßen laut! Die Kinder ziehen mit Trommeln und Glocken durch das Land und singen glückbringende Lobgesänge (sogenannte "Kalanda"). Dafür bekommen sie kleine Geschenke.
Vielleicht fragst Du Dich, ob die Griechen in diesen Tagen auch einen Tannenbaum haben? Leider muss ich Dir sagen, dass sich in dem von Sonne verwöhntem Griechenland nur die reicheren Leute einen echten Weihnachtsbaum kaufen können. Alle anderen haben kleine Plastikbäumchen in ihren Wohnzimmern.
| |
Der 25. Dezember ist ein arbeitsfreier Tag und dazu gedacht Freunde und Verwandte zu besuchen. Man sitzt zusammen und isst süßes Gebäck. Allerdings gibt es immer noch keine Bescherung! Das geschieht erst zu Neujahr.
Am 31. Dezember, also zum Jahreswechsel, trifft man sich zum Abendessen. Traditionell gibt es Lamm-, Ziegen- oder Schweinefleisch. Außerdem Salat, Gemüse und "Vassilopita" - den Neujahrskuchen, in welchem sich eine Geldmünze befindet. Wer diese in seinem Kuchenstück hat, dem soll angeblich im kommenden Jahr nur Glück widerfahren. In diesen Tagen sind die Griechen sowieso verrückt nach Glücksspielen. Oft wird bis in die Nacht hinein gespielt und "gezockt". Am 1. Januar gibt es dann endlich die heißersehnten Geschenke. Sie werden vom heiligen Vassilius gebracht.
Für weitere Informationen über Griechenland klicke hier die Flagge:
| |

Irland
NOLLAIG SHONA DUIT.
Das ist gälisch und heißt "Fröhliche Weihnachten".
Die Weihnachtszeit in Irland bedeutet unter anderem eine Besinnung auf gälische Traditionen und den Katholizismus. Alles beginnt mit dem Weihnachtshausputz und endet am 6. Januar ("Little Christmas"), dem Tag, an welchem die Weihnachtsdekorationen wieder in den Kisten verschwinden.
Bereits während den Dezembertagen wird in Irland der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. Außerdem klingen gälische und englische Weihnachtslieder durch Häuser, Straßen, Schulen und es duftet überall nach dem für Irland typischen "Christmas Cake". Dieser Kuchen wird jedes Jahr wieder gerne gebacken und je nach Lust und Laune selber gegessen, mit Freunden geteilt oder verschenkt.
| |
Gastfreundschaft wird auf der kleinen Insel sowieso ganz groß geschrieben. Am "Christmas Eve", dem Heiligen Abend, wird eine Kerze ins Fenster gestellt. Sie soll Maria und Josef die Richtung angeben und auch allen anderen Reisenden, die in dieser Nacht unterwegs sind, ein Wegweiser sein.
Das Weihnachtsessen besteht aus gefülltem Truthahn und auf dem Tisch liegen die beliebten "Christmas Crackers". Das sind allerdings keine Leckereien, sondern mit glückbringenden Kleinigkeiten gefüllte Knallbonbons!
Die Geschenke bringt "Father Christmas". Die irischen Kinder hängen am Abend des 24. Dezember große Socken an ihr Bett oder an den Kamin, so dass der Weihnachtsmann sie reich beschenken kann. Ausgepackt wird dann am nächsten Morgen. Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst springen die Kinder, obwohl Ferien sind, an diesem Tag schon besonders früh aus dem Bett.
Für weitere Informationen über Irland klicke hier die Flagge:
| |

Italien
Wie feiert man denn Weihnachten in "bella Italia"?
Ganz offiziell beginnt die Weihnachtszeit mit dem 1. Advent. Genau wie in Deutschland haben die Italiener die Tradition des Adventskranzes. Was neben Adventskranz und Christbaum in Italien aber noch viel wichtiger ist, ist die "presepio" - die Krippe. Seit der Heilige Franz von Assisi die Krippe im Jahr 1223 in Greccio einführte, ist sie zu einer unverzichtbaren Tradition in den italienischen Familien geworden.
Aber kümmern wir uns um die Geschenke: am 6. Dezember bringt "San Nicola" seine Gaben, die er in der Nacht vor die Schlafzimmertüren legt. Eine Woche später (am 13. Dezember) hält die heilige "Lucia" kleine Geschenke bereit. "Santa Lucia" soll auf Syrakus auf Sizilien geboren sein und wird für ihren Märtyrertod jedes Jahr wieder gefeiert.
Am 25. Dezember ist es dann endlich soweit: "il Bambinello Gesu", das Jesuskind, wurde in der Nacht geboren. Nach dem Aufstehen flitzen die kleinen Kinder natürlich sofort zum Tannenbaum und der Krippe um zu sehen, was "il Bambinello Gesu" gebracht hat. Das am Abend stattfindende Weihnachtsfestmahl besteht nicht, wie Du vielleicht denkst aus Pasta oder Pizza, sondern aus Aal und Stockfisch. Als Nachspeise gibt es "panettone", eine Art Kuchen mit Rosinen.
Am 6. Januar endet die Weihnachtszeit. Trotz allem warten die italienischen Kinder immer wieder gerne auf diesen Tag. Es gibt nämlich noch einmal Geschenke! Du fragst Dich sicherlich von wem... Tja, da kann ich Dir eine schöne italienische Legende erzählen:
Die Hexe "Befana" hat von den Hirten in der heiligen Nacht die Verkündigung der frohen Botschaft - die Geburt Christi - vernommen, ist aber leider zu spät aufgebrochen um dem Stern zu folgen. Auf der Suche nach der Krippe irrte sie Stunde um Stunde in der dunklen Nacht umher; konnte das Jesuskind aber nicht finden. Noch heute ist sie auf der Suche. Und in der Hoffnung irgendwo das Jesuskind anzutreffen, bringt "Befana" in jedes Haus Geschenke.
Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich Dir an dieser Stelle sagen, dass nur die braven Kinder Geschenke kriegen; die Frechen bekommen nur kleine Kohlestückchen!
| |
Für weitere Informationen über Italien klicke hier die Flagge:
| |

Kroatien
In Kroatien gibt es die Tradition des Weihnachtsweizen. Das ist ein ganz alter Brauch, der aber noch heute gepflegt wird. Und zwar wird in einem mit Wasser gefüllten Glas Weizen gesät. Dieser Weihnachtsweizen soll Symbol der Erneuerung des Lebens und der Fruchtbarkeit sein. In der Adventszeit steht das Glas auf dem Tisch. Während der Weihnachtstage findet es seinen Platz unter dem Tannenbaum oder neben der Krippe. Verziert oder geschmückt wird der Weizen entweder mit einer roten Schleife oder mit einem Band, welches die Farben der kroatischen Fahne zeigt.
Es gibt aber noch zwei andere interessante Bräuche. Zum einen wäre da das Verbrennen von drei Holzscheiten im Kamin. Sie werden am Morgen des 24. Dezembers geschlagen und im Glauben an Glück und als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit verbrannt. Wie Du Dir bestimmt denken kannst, ist diese Tradition heutzutage nicht mehr so üblich, da viele Familien an kalten Tagen von der Heizung anstatt vom Kamin gewärmt werden.
| |
Außerdem werden am Heiligen Abend die Küchen und Wohnzimmer mit Stroh dekoriert. Entweder werden Kränze gebunden oder aber man verbreitet das Stroh auf Tisch und Fußboden. Dahinter steht der Gedanke an die Geburt Christi im Stall zu Betlehem.
Für weitere Informationen über Kroatien klicke hier die Flagge:
| |

Lettland
Lettland war nach Ende des Zweiten Weltkrieges von der Sowjetunion besetzt. Bis zur Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 waren traditionelle Weihnachten verboten - sowohl Christliche als auch "alt - Lettisch - Heidnische".
In der lettischen Mythologie und Tradition ist Weihnachten eine der vier Sonnenwenden: wo der Tag am kürzesten und die Nacht am längsten ist. Nach Weihnachten werden die Nächte wieder kürzer und im Gegenzug die Tage länger und heller.
Auch in Lettland bereitet man sich wieder sorgsam auf die Weihnachtszeit vor. Haus und Hof werden geputzt, gefegt und geschmückt. Und seit circa 100 bis 150 Jahren gibt es auch die Tradition des Tannenbaumes. Der Heilige Abend wird natürlich von einem üppigen Festessen gekrönt. Auf den Tisch kommen neben Bohnen und Erbsen (wer besonders viel davon isst, wird einmal viel Geld haben!) auch Blutwurst, Sauerkraut mit Graupen und "Pírági", ein Speckkuchen.
| |
Für weitere Informationen über Lettland klicke hier die Flagge:
| |

Litauen
Auch Litauen war nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis 1990 von der Sowjetunion besetzt. Während dieser Zeit waren traditionelle Weihnachten verboten und Geschenke gab es deshalb erst zu Neujahr. Nach der wiedergewonnen Unabhängigkeit sind die Kinder natürlich auf die Idee gekommen, dass sie ja nun eigentlich zwei Mal Geschenke bekommen müssten - zu Heiligabend und zu Neujahr. Aber die Eltern in Litauen sind scheinbar sehr konsequent und nun gibt es, genau wie früher, nur am Heiligen Abend Geschenke. Diese werden übrigens von "Kaledu senis", dem Weihnachtsmann, unter den im Glanz erstrahlenden Tannenbaum gelegt.
Den Heiligabend nennt man in Litauen "Kucios". Er ist ein besonderer Tag und viel wichtiger als die darauffolgenden Weihnachtsfeiertage. Es gibt ein großes Festessen mit 12 verschiedenen Gerichten - sozusagen eines für jeden Monat des Jahres. Ich weiß, dass hört sich jetzt nach ganz viel Futter an. Wenn ich Dir aber erzähle, dass in Litauen traditionell vor Weihnachten gefastet wird, dann können wir uns bestimmt darauf einigen, dass sie wirklich Hunger haben dürfen!?!
| |
Für weitere Informationen über Litauen klicke hier die Flagge:
| |

Luxemburg
In Luxemburg wünscht man sich zu Weihnachten "a schéi Chreschtdeeg" - also "frohe Weihnachten".
Auch für den Nikolaus haben die Luxemburger einen, wie ich finde, lustigen Namen. Sie nennen ihn "Klees'chen". Begleitet wird der gute Mann vom "Hoùsekern", eine dem Knecht Ruprecht ähnliche Gestalt. In der Vorweihnachtszeit beobachten die beiden die luxemburgischen Kinder ganz genau. Sie wollen nämlich herausfinden wer ein Geschenk verdient hat und wer nicht. Für die Kinder heißt es während dieser Zeit natürlich: "artig sein"! Denn schließlich möchten sie alle am 6. Dezember aufstehen und einen mit Geschenken und Süßigkeiten gefüllten Schuh vorfinden.
| |
Für weitere Informationen über Luxemburg klicke hier die Flagge:
| |

Malta
Das bekannteste Weihnachtslied auf Malta heißt "Ninni la Tibkix". Das bedeutet "Schlaf ein und weine nicht mehr". Die Kinder auf Malta sollten allerdings am Heiligen Abend nicht zu früh ins Bett gehen und in die Traumwelt verschwinden. Manche von ihnen haben nämlich eine große Aufgabe zu bewältigen. Hast Du eine Idee was das sein könnte...? Ich weiß, ist ein bisschen schwierig und deshalb hier die Antwort: auf Malta werden die Predigten der Mitternachtsmessen in den Kirchen von Kindern gehalten! Toll, oder?
Und damit das Warten nicht zu langweilig wird, gibt es während des Tages viel zu sehen. Neben den festlich geschmückten Kirchen und den nicht wegzudenkenden Krippen, ziehen am Heiligen Abend christliche Prozessionen durch die Strassen. Außerdem wird fröhlich gesungen und natürlich auch viel Schokolade gegessen. Besonders beliebt sind Nüsse im Schokomantel.
| |
Für weitere Informationen über Malta klicke hier die Flagge:
| |

Niederlande
Wie feiern unsere niederländischen Nachbarn wohl Weihnachten? Vielleicht denkst Du, dass es da gar nicht so große Unterschiede gibt... Am besten liest Du ein bisschen weiter und kannst am Ende dann selbst entscheiden!
In den Niederlanden wird der "Sinterklaas", der Nikolaus ganz groß gefeiert. Er kommt aus Spanien mit einem Boot. Gleichzeitig ist er nämlich auch der Schutzpatron der Seefahrer. Der Tag seiner Ankunft ist immer am letzten Novemberwochenende und wird mit Freude zelebriert. Die Geschenke von "Sinterklaas" gibt es schon am 5. Dezember! Er ist mit einen meiner Kollegen, nämlich einem weißen Pferd, und seinem Knecht, dem "zwarte Piet", unterwegs. Die beiden reiten auf dem guten Pferdchen über die Dächer und werfen die Gaben durch den Schornstein. Und damit sich das Pferd zwischendurch stärken kann stellen die Kinder einen Eimer Wasser, eine Mohrrübe und ein wenig Heu vor die Tür. Natürlich isst der arme Gaul von "Sinterklaas" alles auf was man ihm hinstellt. Das freut die Kinder natürlich sehr und ich muss gestehen, dass ich während so einer langen und anstrengenden Reise auch ständig Hunger haben würde!
| |
Am Abend des 5. Dezembers wird dann in den niederländischen Familien kräftig gefeiert. Ein ganz besonderer Spaß sind die Nikolausgedichte, die in jedem Geschenk dabei sind. Sie sind vom "Sinterklaas" höchstpersönlich unterschrieben und "veräppeln" die Familienmitglieder.
Der eigentliche Heilige Abend hat in den Niederlanden keine große Bedeutung. So verlaufen die Weihnachtstage sehr viel ruhiger als bei uns in Deutschland und Du merkst, dass unsere Nachbarn doch ganz andere Weihnachtstraditionen haben als wir, oder?!
Für weitere Informationen über die Niederlande klicke hier die Flagge:
| |

Österreich
"Stille Nacht, heilige Nacht ... alles schläft, einsam wacht..."
Wer kennt es nicht dieses wunderschöne Weihnachtslied. Es ist in viele Sprachen übersetzt worden und klingt zur Weihnachtszeit durch die Häuser der Welt. Zum ersten Mal ist es allerdings im Jahre 1818 in Österreich gesungen worden.
Die Orgel in der St. Nikolaikirche von Oberndorf war in dieser Nacht kaputt, und deshalb musste der Komponist die eigentliche Form des Liedes etwas verändern und es auf der Gitarre begleiten. Geschrieben hat er es aber für zwei Soprane, Chor, Streicher, Horn und Orgel. Der Text stammt übrigens von dem Hilfspriester Joseph Mohr, der damals an der gleichnamigen Kirche gepredigt hat.
| |
Aber wie feiern unsere Nachbarn denn nun Weihnachten? Ehrlich gesagt gibt da gar nicht so große Unterschiede zu Deutschland. Die Vorweihnachtszeit beginnt auch mit dem 1. Advent und endet mit den Sternensängern am 6. Januar. Am 6. Dezember schaut der Nikolaus mit seinem Gefährten Krampus vorbei und füllt die bereitgestellten Schuhe der Kinder mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. Um das Warten auf das Christkind noch weiter zu verkürzen gibt es auch in Österreich die Tradition des Adventskalenders. Und am Heiligen Abend gibt es ein großes Festessen, man geht in die Kirche und Geschenke gibt es auch. Allerdings werden diese nicht vom Weihnachtsmann, sondern vom Christkind unter den Tannenbaum gelegt.
Für weitere Informationen über Österreich klicke hier die Flagge:
| |

Polen
Wie verbringen unsere polnischen Nachbarn den Heiligen Abend (auf polnisch heißt das "Wigilia")?
Wie auch in anderen Ländern gibt es ein großes Festessen. Allerdings wird den ganzen Tag über gefastet und erst wenn der erste Stern (der "gwiazdka") am Himmel aufgegangen ist, darf geschlemmt werden. Traditionell gibt es Suppe, Fisch und andere Köstlichkeiten.
Eine weitere Besonderheit ist das Brechen der Weihnachtsoblaten. Das sind große eckige Backoblaten, die sich die Familie als Zeichen der Versöhnung und Liebe miteinander teilen.
In der Vorweihnachtszeit gibt es auf dem Marktplatz von Krakau einen ganz tollen Wettbewerb. Gesucht wird die schönste Krippe. Natürlich ist es eine große Ehre den ersten Preis zu gewinnen und seine Krippe später in einer Kirche wiederzuentdecken. Aber auch alle anderen Krippen, die am Wettbewerb teilgenommen haben, werden in Kirchen der Umgebung ausgestellt.
| |
Für weitere Informationen über Polen klicke hier die Flagge:
| |

Portugal
In Portugal werden zur Adventszeit Häuser und Kirchen mit festlichen Lichtern und anderen Dekorationen geschmückt. Neben dem "importierten" Weihnachtsbaum gibt es in dem traditionell katholischen Land in jedem Haushalt außerdem eine Krippe.
Der Höhepunkt der portugiesischen Weihnachtszeit ist der Heilige Abend. Es gibt - Du kannst es Dir sicherlich denken - natürlich ein üppiges Festessen. Aufgetischt werden Kartoffeln, Gemüse und Kabeljau. Und was auf keinen Fall fehlen darf: der "bolo rei", der Weihnachtskuchen! Mit vollen und dicken Bäuchen versammelt man sich anschließend bei der Krippe um die Geschenke auszupacken. Diese werden traditionell nicht vom Weihnachtsmann gebracht, sondern sollen ein Symbol für die Gaben sein, welche die Hirten dem Jesuskind gegeben haben. Und wer nach all dieser Aufregung noch Kraft hat und nicht vor Müdigkeit ins Bett fällt, geht zur Mitternachtsmesse.
| |
Auch am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es wieder reichlich zu essen. Zuerst, quasi als Vorspeise, kommt "farrapo velho" auf den Tisch. Dieses Gericht wird aus den Resten des vorigen Abendessens gemacht: alles wird zerkleinert, in einen Topf geworfen und mit einer ordentlichen Portion Knoblauch gebraten. Danach gibt es im Ofen gebratenen Truthahn mit Kartoffeln, Reis und Gemüse; anschließend sogar noch eine Nachspeise.
Uff, das ist wirklich ne Menge Futter! Oder gibt es bei Dir während der Weihnachtstage auch so viel zu essen?
Für weitere Informationen über Portugal klicke hier die Flagge:
| |

Rumänien
Wenn in Rumänien fröhliche Weihnachtslieder durch die Lüfte schallen, ist schon fast "Mos Ajun" - Heiligabend. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember ziehen die rumänischen Kinder durch die dunklen Strassen und singen Weihnachtslieder. Für den Einsatz ihrer lieblichen Stimmen werden die Sängerinnen und Sänger, die sogenannten "colindatori", mit Süßigkeiten, dem leckeren Gebäck "cosonac", Früchten und heutzutage sogar etwas Geld belohnt.
Der rumänische Winter ist kalt, an Weihnachten gibt es normalerweise Schnee, geschmückte Tannenbäume strahlen um die Wette - achja, man müsste Weihnachten in Rumänien feiern. Glaubst Du, dass wir dieses Jahr am Heiligen Abend Schnee haben werden? Ich bin ganz optimistisch, aber ob das was hilft? Wir werden sehen... und uns natürlich freuen wenn es so ist!
| |
Was mir allerdings an rumänischen Weihnachten nicht so gefallen würde ist das Fasten. Bis zum großen, schmackhaften Festmahl am Abend gibt es nämlich am "Mos Ajun" nichts zum futtern. Und was dann auf den Tisch kommt gefällt mir als Vegetarier auch nicht so gut. Vorwiegend wird nämlich Schwein gegessen. Eine Spezialität sind Kohlrouladen mit Polenta. Dazu trinken die Erwachsenen gerne einen "tzuika", ein starker Hausbrand.
Manchmal gibt es in der Nacht sogar kleine Feuerwerke. Die Geschenke dürfen aber erst am Morgen des 25. Dezembers ausgepackt werden.
Für weitere Informationen über Rumänien klicke hier die Flagge:
| |

Schweden
Die Vorweihnachtszeit in Schweden nennt man "Julzeit". Ein Höhepunkt dieser Tage ist der 13. Dezember. Alle Kinder warten jedes Jahr sehnsüchtig auf dieses Ereignis. An diesem Tag wird nämlich das Fest der "Santa Lucia", der schwedischen Lichterkönigin, gefeiert.
Ganz in weiß gekleidet, mit einer roten Kordel um die Taille und brennenden Kerzen auf dem Kopf ziehen die Mädchen als kleine Lichterköniginnen durch die dunklen und kalten Strassen.
Begleitet werden sie von den sogenannten "stjärngossar" - kleine Jungen mit langen weißen Hemden und einer spitzen Sternenmütze. Während der Prozession singen die Kinder und laden zu Kaffee und "lussekatter" (Safrangebäck) ein.
| |
Es gibt sogar ein Lucia-Lied. Die erste Strophe geht so:
Schwer liegt die Finsternis auf unseren Gassen,
lang hat das Sonnenlicht uns schon verlassen.
Kerzenglanz strömt durchs Haar. Sie treibt das Dunkel aus:
Santa Lucia! Santa Lucia!
Neben den Prozessionen gibt es in Stockholm eine große "Santa Lucia - Parade" und einen landesweiten Schönheitswettbewerb. Gesucht wird Schwedens offizielle Lucia. Die Gewinnerin wird im Freilichtmuseum "Skansen" gekrönt.
Für weitere Informationen über Schweden klicke hier die Flagge:
| |

Slowakei
Weihnachten ist das wichtigste Fest in der Slowakei.
Für die Slowaken sind vor allem die Hirten der Weihnachtsgeschichte von großer Bedeutung. Um an sie zu erinnern werden viele Hirtenlieder gesungen und Hirtenspiele aufgeführt.
Traditionell wird am Heiligen Abend Weihnachtskarpfen gegessen.
| |
Für weitere Informationen über die Slowakei klicke hier die Flagge:
| |

Slowenien
In Slowenien findet am 13. November ein großes Festessen statt, welches in der orthodoxen Kirche die Weihnachtszeit mit einer Fastenzeit einleitet.
Einen Tag vor Heiligabend werden Häuser und auch die Tannenbäume festlich geschmückt. Schließlich möchte jeder zu einer besinnlichen Weihnachtsstimmung beitragen.
Am Heiligen Abend geht die Mehrheit der Slowenen in die Mitternachtsmesse.
Die Geschenke sowie das Weihnachtsessen gibt es erst am 25. Dezember.
| |
Für weitere Informationen über Slowenien klicke hier die Flagge:
| |

Spanien
In Spanien wird die Adventszeit sehr ruhig begangen. Damit möchte ich nicht sagen, dass es besinnlich zugeht, sondern eher, dass es eigentlich überhaupt keine Adventszeit gibt. Die für uns in Deutschland so wichtigen Dinge wie Adventskranz, Kerzen, Plätzchen und der Nikolaus spielen in der spanischen Kultur keine große Rolle. Allerdings muss ich an dieser Stelle anmerken, dass - vor allem in den Städten - ein immer größerer anglo-amerikanischer Einfluss bemerkbar ist. Ob das nun gut oder schlecht ist, kannst Du selbst entscheiden. Die Spanier versuchen auf jeden Fall ihren Traditionen treu zu bleiben. So steht neben dem Christbaum insbesondere die Krippe ("belvén") im Mittelpunkt der Weihnachtszeit.
Am Heiligen Abend, der "Nochebuena", trifft sich die ganze Familie zum Festschmaus. Es gibt Truthahn und später, wenn der Bauch gefüllt ist und nichts mehr geht, begibt man sich in die "Misa de Gallo", die Mitternachtsmesse. In den ländlichen Regionen versammeln sich die Menschen im Anschluss auf dem Marktplatz, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen.
Was neben der Messe und dem Essen im geheimen für die Kinder an diesem Abend aber noch viel wichtiger ist, ist die Bescherung!
Bis Ende des vorigen Jahrhunderts war das noch ganz anders. Da musste man sich bis zum Tag der "Heiligen Drei Könige" gedulden. In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar kamen nämlich die "Reyes Magos" auf ihren Kamelen angeritten um die Geschenke zu verteilen. In der Hoffnung auf weitere Geschenke stellen die Kinder noch heute ihre blankgeputzten Stiefel am 5. Dezember vor die Zimmertür. Sie legen auch etwas zu Fressen für die Kamele und etwas von dem in Spanien geliebten "Túrron" (Weihnachtsgebäck aus Mandelteig) für die drei Weisen dazu.
Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, ist dieser Tag immer noch ein großes Fest in Spanien. In jeder Stadt und jedem Dorf gibt es einen Umzug und zahlreiche biblische Aufführungen. Später trifft man sich mit seiner Familie erneut zum Festessen. Als Nachtisch gibt es "Roscón de Reyes". Das ist ein Germteigkranz mit kandierten Früchten. Wie es auch in anderen europäischen Ländern üblich ist, wird eine kleine Figur in den Teig gebacken. Wer das Figürchen in der Form eines Königs findet, ist der Glückspilz der Familie.
| |
Für weitere Informationen über Spanien klicke hier die Flagge:
| |

Tschechische Republik
Rate mal, was im Jahr 2001 das beliebteste Weihnachtsgeschenk in der Tschechischen Republik war... Hast Du eine Idee? Die Wirtschaftszeitung "Hospodarske Noviny" schrieb, dass unter den meisten Christbäumen ein Handy lag. Und stell Dir vor, am 24. Dezember wurden circa 30 Millionen SMS verschickt! Aber wenden wir uns von dem modernen Fortschritt ab und den tschechischen Bräuchen und Traditionen zu.
Die Adventszeit wird auch in unserem Nachbarland sehr festlich begangen. Es gibt Weihnachtsmärkte, Weihnachtslieder erklingen im kalten Wind und das ganze Land erstrahlt in hellem Glanz.
Am Heiligen Abend, auf tschechisch heißt das "vänoce", wird der Christbaum geschmückt. Später ist die Bescherung. Aber vorher, wie kann es anders sein, gibt es noch ein Festessen, welches traditionell aus Karpfen und Kartoffelsalat besteht. Denjenigen Menschen, die sich dazu entschlossen haben am Heiligabend bis zum Erleuchten des ersten Sterns zu fasten, soll beim Weihnachtsschmaus ein glücksverheißendes goldenes Schweinchen erscheinen.
In der Vergangenheit gab es eine Vielzahl von weiteren Bräuchen. Ein Brauch, der noch heute viel Vergnügen bereitet, ist Walnussschalen in einer mit Wasser gefüllten Schüssel schwimmen zu lassen. In die Nussschale wird eine kleine Kerze gestellt und angezündet. Falls das Nussschalen-Schiffchen die ganze Schale durchqueren sollte, dann darf man sich auf ein langes Leben freuen. Falls das Schiffchen aber sinkt, bedeutet dies, dass dem "Schiffsbauer" etwas unangenehmes passieren wird.
| |
Für weitere Informationen über die Tschechische Republik klicke hier die Flagge:
| |

Türkei
In der Türkei feiert man kein Weihnachten. Aufgrund ihrer Religion ist für die Türken ein anderes Ereignis von großer Bedeutung: der "Ramadan". Das ist die Fastenzeit und der Höhepunkt des islamischen Kalenderjahres. Sobald die Sonne aufgegangen ist darf bis Sonnenuntergang nichts gegessen und getrunken werden.
Der Fastenmonat wird mit dem Fastenbrechen beendet. Auf türkisch nennt man das "Iftar". An diesem Tag werden Glückwünsche ausgesprochen und die Muslime hoffen, dass Allah ihr Fasten und ihre übrigen Gottesdienste annehmen möge.
Nach Ende des "Ramadans" wird das dreitägige Zuckerfest "Seker Bayrami" gefeiert. Man könnte sagen, dass die Traditionen dieser Tage an Weihnachten anderer Religionen erinnern. Die Gläubigen gehen in die Moschee um den Segen entgegenzunehmen. Außerdem werden Verwandte und Bekannte besucht, es werden Geschenke verteilt und es gibt natürlich auch viel zu essen.
| |
Trotz allem was ich Dir jetzt erzählt habe, kann man unsere Weihnachtszeit mit der Türkei in Verbindung bringen. Der Nikolaus, der Dich in der Nacht zum 6. Dezember besucht, stammt nämlich aus der heutigen Türkei! Es ist so, dass der Nikolaustag an den Bischof von Myra erinnert - und Myra liegt an der südtürkischen Küste!
Für weitere Informationen über die Türkei klicke hier die Flagge:
| |

Ungarn
Auch in Ungarn wird vom 24. bis 26. Dezember Christi Geburt gefeiert. Während die Kinder am Heiligen Abend den Tannenbaum und die Krippe schmücken, bereiten die älteren Familienmitglieder das Festessen zu. Normalerweise besteht dieses aus Fischsuppe, gebratenen Fisch oder Pute, Nuss- und Mohnbeugel (ein Gebäck in Form eines Hörnchen).
Genau wie Du es gewohnt bist, erhalten auch die Ungarn ihre Geschenke in dieser Nacht. Allerdings bringt die Gaben weder der Weihnachtsmann noch das Christkind. In Ungarn glaubt man nämlich, dass Weihnachtsengel vom Himmel hinab auf die Erde schweben um die Familien zu beschenken.
| |
Am 1. Weihnachtsfeiertag ziehen junge Leute, verkleidet als Hirten oder Maria und Josef, von Haus zu Haus um kleine Krippenszenen aufzuführen. Als Dankeschön gibt es Süßigkeiten.
Für weitere Informationen über Ungarn klicke hier die Flagge:
| |

Vereinigtes Königreich (Großbritannien)
Eine britische Tradition ist ein im Türrahmen befestigter Mistelzweig. Geht ein Mädchen oder eine Frau unter diesem hindurch, darf sie ungefragt geküsst werden!
Wie auch in Deutschland gehört der "Christmas Tree", der Tannenbaum, in jede Weihnachtsstube. Der Ehemann von Königin Victoria, der deutschstämmige Prinz Albert, brachte Mitte des letzten Jahrhunderts diese Tradition auf die Insel.
Die britischen Kinder müssen sich bis zur Bescherung etwas länger gedulden als Du. Der "Santa Claus" saust nämlich erst in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember über die Dächer und lässt seine Geschenke durch den Schornstein in die von den Kindern am Kamin aufgehängten Socken fallen. Im allgemeinem wird dieser Tag sehr fröhlich begangen. Die Briten tragen lustige Papphütchen auf dem Kopf und lassen Knallbonbons platzen. Begleitet wird dieser Spaß von einem deftigen Weihnachtsessen mit gefülltem Truthahn, Plumpudding und Eierpunsch.
Am 26. Dezember, dem sogenannten "Boxing Day", gibt es nochmals Geschenke. Diese sind, wie früher das Weihnachtsgeld der Lehrlinge und Hausangestellten, in bunten Boxen verpackt. Damit die britischen Kids aber nicht nur von vorne bis hinten mit Geschenken verwöhnt werden klingelt am 6. Januar "Mari Lwyd" an den Haustüren und stellt Rätsel. Wer die Antwort nicht weiß wird von ihr gebissen und muss "Mari" etwas zu Essen anbieten.
| |
Für weitere Informationen über Großbritannien klicke hier die Flagge:
| |