Vor sechzig Jahren, am 25. März 1957, legten die Gründungsväter der heutigen Europäischen Union (EU), inspiriert vom Traum einer friedlichen gemeinsamen Zukunft, mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge den Grundstein für die heutige EU.

Vor sechzig Jahren hatte man gerade die zwei wohl verheerendsten Kriege auf unserem Kontinent hinter sich. Die Gesellschaft war von den Auswirkungen des Nationalismus, des Populismus und des Faschismus gezeichnet. Unsere Väter und Großväter haben dem Tot noch auf den Schlachtfeldern Europas ins Auge geblickt. In einer der dunkelsten Stunden unserer Geschichte, waren die Menschen überzeugt, dass Sie zusammen etwas Besseres schaffen können. Es folgten 70 Jahre Frieden. „Die europäische Integration ist das erfolgreichste Friedensprojekt der (neueren) Geschichte“, sagte der ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle.


25. März 1957: Unterzeichnung der Römischen Verträge in der italienischen Hauptstadt.
(Bundesarchiv: Neue Deutsche Wochenschau 374/1957… – Film-Ausschnitt oben rechts anklicken!)

Die Ersten, die sich Europa anvertrauten waren Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und die Niederlande. Am 9. Mai 1950 formulierte der französische Außenminister Robert Schuman die europäische Idee, dass die Staaten Europas sich zusammenschließen und wirtschaftlich zusammen wachsen und im Dienste des Friedens immer vereint seien sollten (sog. Schuman-Erklärung). Mit dieser stabilisierenden Rolle bei der Umwandlung Europas von einem Kontinent der Kriege in einen Kontinent des Friedens verdiente sich 2012 die Europäische Union, nach Auffassung des norwegischen Komitees, den Friedennobelpreis. Die Europäische Union erfülle die Kriterien des Vermächtnisses Alfred Nobels, ihre größte Errungenschaft sei ihr erfolgreicher Kampf für Frieden, Versöhnung, Demokratie und Menschenrechte.

Neben dem Frieden und der Freiheit, die heute in Europa gelten, ist die EU jedoch viel mehr.

Heute leben 500 Millionen Menschen in der EU, das ist mehr als die Bevölkerung der USA und stellt heute 8 Prozent der Weltbevölkerung da. Der erste Vize-Präsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans sagte einmal über die europäischen Nationalstaaten: „Es gibt zwei Arten von Mitgliedsstaaten. Die Kleinen und diejenigen, die noch nicht gemerkt haben, dass sie klein sind.“ Nur Gemeinsam stellen die europäischen Staaten eine ernsthafte Größe im Vergleich zu China, den USA und dem Rest der Welt dar.

Mit 30 Millionen Unternehmen in der EU wird eine Wertschöpfung von 14 Billionen Euro erwirtschaftet. Dank sozialer Marktwirtschaft haben von diesem wirtschaftlichen Erfolg alle was: Lohndumping, Kartelle und Steuerflucht werden bekämpft, faire Arbeitsbedingungen und funktionierende Arbeitsmärkte werden sichergestellt, Gesundheitsschutz, Versicherungen und garantierte Mindeststandards sorgen für ein soziales Europa. Eine flächendeckende gute Bildung bietet eine gute Ausgangslage für Wirtschaft und Industrie in allen Bereichen. Neben dem Aufschwung ist die EU aber auch solidarisch, so erhalten schwächere Regionen Entwicklungsunterstützung von den wirtschaftlich Stärkeren.

Von Brüssel aus operieren die Institutionen der EU, sie versuchen auf verschiedenen Wegen das Leben aller Europäer gut, bzw. noch besser zu machen. Dabei gibt es immer wieder Gegenstimmen und doch bestehen die verschiedenen Akteure im harten politischen Diskurs. In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens beeinflusst uns die EU zum positiven, sei es Umwelt-/ Verbraucherschutz oder Industriekonformität. Ab und zu steht Europa sich aber auch mit seiner Größe, Präsenz und Wichtigkeit selbst im Weg. Jean-Claude Juncker sagte bei seiner Rede zur Lage der EU am 14. September 2016 im Europäischen Parlament: „Manchmal streiten wir. Aber wir streiten mit Worten. Und lösen wir unsere Konflikte am Verhandlungstisch, nicht in Schützengräben.“

In diesem Sinne werden auch am 25. März 2017 zum 60. Jährigen Jubiläum der Römischen Verträge in Rom die Europaflagge wehen mit den 12 goldenen Sterne auf blauem Grund, es wird die Europahymne erklingen als Versinnbildlichung der Einheit in Vielfalt: „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.“

WEITERE INFORMATIONEN ZUM JUBILÄUM

60 Jahre: Es ist Dein Europa!
Anlässlich dieses Jubiläums hat die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland zusammen mit vielen Partnern die Kampagne „Es ist Dein Europa“ ins Leben gerufen.

Weißbuch zur Zukunft Europas
Wie EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede zur Lage der EU am 14. September 2016 im Europäischen Parlament angekündigt hatte, legte die EU-Kommission am 1. März 2017 ein Weißbuch zur Zukunft Europas vor – als Beitrag zum EU-Gipfel am 25. März in Rom.

60 Jahre Römische Verträge
Webseite der Europäischen Kommission mit Informationen, Fotos und Videos rund um das Jubiläum.

Europa wird 60!
Auf dieser Seite ihres Informationsdienstes bietet die Bundesregierung vielfältige Informationen rund um das EU-Jubiläum.

EU-Geburtstagsfeier und „Erklärung von Rom“
Am 25. März 2017 hat sich die Europäische Union (EU) in Rom gefeiert und mit einer Erklärung auf eine gemeinsame Zukunft eingeschworen.

Erfolgsgeschichte Europa – 60 Jahre gemeinsamer Fortschritte
Diese Broschüre des Strategiecenters für europäische Politik (European Political Strategy Centre – EPSC) der EU-Kommission bietet einen sehr guten Überblick über die Errungenschaften des europäischen Einigungswerkes.

Videos zu 60 Jahre EU
Auf ihrem Kanal „EUtube“ bei YouTube bietet die EU-Kommission eine Reihe von Videos zum Thema 60 Jahre EU wie das folgende Video: