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  • EU-Geburtstagsfeier und „Erklärung von Rom“

Am 25. März 2017 hat sich die Europäische Union (EU) in Rom gefeiert und auf eine gemeinsame Zukunft eingeschworen. Während Zehntausende Freunde und Gegner zur 60-Jahr-Feier der EU auf die Straße gingen, erneuerten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten bei einem Sondergipfel in Rom das Versprechen auf Frieden, Freiheit und Wohlstand. Anlass des Gipfels war der 60. Jahrestag der Römischen Verträge, mit denen 1957 Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande die Grundlagen der heutigen EU legten.

Der EU-Sondergipfel fand in Rom im Senatorenpalast auf dem Kapitolshügel statt und damit an dem selben Ort, an dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet worden waren.

25. März 1957: Unterzeichnung der Römischen Verträge in der italienischen Hauptstadt.
(Bundesarchiv: Neue Deutsche Wochenschau 374/1957… – Film-Ausschnitt oben rechts anklicken!)

25. März 2017: Vor dem Beginn des EU-Sondergipfels präsentieren sich der Presse (von links) der maltesische Premierminister Joseph Muscat, der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk, der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker und der italienische Ministerpräsident Paolo Gentiloni.

Das Sondertreffen der Staats- und Regierungschefs der (noch) 28 EU-Mitgliedstaaten (EU28) fand im selben Saal des Senatorenpalastes statt, in dem vor 60 Jahren die Römischen Verträge unterzeichnet worden waren.

Heute hat die Gemeinschaft 510 Millionen Einwohner und ist der größte gemeinsame Markt der Welt. Der Aufschwung europafeindlicher Populisten und das angekündigte Ausscheiden Großbritanniens aus der Gemeinschaft hat die EU jedoch in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt.

Beim EU-Sondergipfel sprachen sich die 27 in der EU bleibenden Länder in einer „Erklärung von Rom“ Mut zu und versprachen, künftig an einem Strang zu ziehen. Der Streit, wie sich die EU künftig organisiert, wurde allerdings mit einer Kompromißformel nur vertagt. In der Erklärung steht nur ein vager Hinweis auf das „Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten“, mit dem Deutschland und andere Länder die Gemeinschaft handlungsfähiger machen wollen. Vor allem die EU-Länder im Osten befürchten, abgehängt zu werden.

Zum Abschluss des Sondergipfels am 25. März 2017 posierten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten für ein „Familienfoto“.

Bereits am Abend des 24. März 2017, dem Vorabend des EU-Sondergipfels empfing Papst Franziskus die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten und die Präsidenten der EU-Institutionen zu einer Audienz im Vatikan.