Wasserqualität hat sich weiter verbessert
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas zeigte sich am 11. Juni 2009 über diese Entwicklung erfreut und betonte, eine hohe Wasserqualität spiele für das Wohlbefinden aller Europäer eine entscheidende Rolle. Jacqueline McGrade, Direktorin der Europäischen Umweltagentur (EEA), die den Bericht erarbeitet hat, ergänzte: "Mit Informationsquellen wie dem jetzigen Bericht und unseren Internet-Suchfunktionen können die Bürger nicht nur die Qualität der Badegewässer in ihrer Gemeinde oder an ihrem Ferienziel feststellen, sondern auch selbst stärker in den Schutz ihrer Umwelt einbezogen werden." Die EEA stellt auf ihrer Webseite Karten und Tabellen mit genauen Daten zu den einzelnen Badegewässern zur Verfügung. Wer möchte, kann sich mit einer speziellen Zoomfunktion seinen Lieblingssee oder seinen bevorzugten Strandabschnitt heranzoomen und auf seine Wasserqualität prüfen. Blaue Quadrate oder Dreiecke zeigen unbedenkliche Qualität an, grün ist ausreichend und bei rot ist Vorsicht geboten. In Deutschland gehören zum Beispiel der Liepnitzsee bei Berlin oder bestimmte Badestellen am Bodensee bei Friedrichshafen zu den Gewässern, die die Mindestanforderungen nicht einhalten.
Dennoch erfüllen in Deutschland 98,7 Prozent der Küstengewässer die Mindest-Hygienestandards, bei den Binnengewässern sind es 98,3 Prozent. Das entspricht einer Steigerung von 4,9 beziehungsweise 6,2 Prozent. Die strengeren Kriterien, die der 2006 verabschiedeten Badegewässer-Richtlinie entsprechen, werden in Deutschland von drei Viertel der Küstengewässer und 82 Prozent der Badeseen und Flüsse eingehalten. Für die neue Richtlinie wurden die Parameter und Überwachungsvorschriften auf der Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse überarbeitet. Die Mitgliedstaaten haben bis 2015 Zeit, sie vollständig umzusetzen. In Zypern, Dänemark, Estland, Finnland, Deutschland, Ungarn, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Slowakei, Spanien und Schweden wurden die Badegebiete aber schon während der Badesaison 2008 nach den Parametern der neuen Richtlinie überwacht.
2008 wurden 75 Badeorte mehr als im Vorjahr geprüft. Von den 21.400 EU-weit überwachten Gebieten lagen zwei Drittel an der Küste und der Rest an Flüssen und Seen. Die größte Zahl der Küstengewässer befindet sich in Italien, Griechenland, Frankreich, Spanien und Dänemark; in Frankreich und Deutschland liegen die meisten Binnen-Badegewässer. Als Badegewässer gelten Gebiete, in denen das Baden ausdrücklich erlaubt ist oder in denen traditionell viele Menschen baden, ohne dass dies verboten ist. Zur Feststellung der Qualität werden Badegewässer anhand einer Reihe von physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Parametern getestet, für die in der Badegewässer-Richtlinie verbindliche Werte vorgeschrieben sind. Die Überwachungspflicht liegt bei den Behörden der Mitgliedstaaten. Sie müssen die verbindlichen Werte einhalten, können aber auch strengere Vorschriften oder unverbindliche Richtwerte festlegen. (vth)
| Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 20 vom 11. Juni 2009 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. |
LINKS zum Thema
Bessere Qualität der Badegewässer in der EU
PresseInformation der EU-Kommission vom 11. Juni 2009.
Bathing water policy
Memorandum der EU-Kommission vom 11. Juni 2009 mit Fragen und Antworten zur Politik der EU in Bezug auf die Qualität der Badegewässer.
Bathing water quality - Annual report
Informationen der EU-Kommission zum Jahresbericht.
State of bathing water
Informationen der Europäischen Umweltagentur (EEA) zum Jahresbericht. Über diese Seite können u.a. Karten aller europäischen Badegebiete mit Zoomfunktion und Berichte zu einzelnen EU-Mitgliedsländern abgerufen werden.
Aktuelle Messungen belegen gute Badegewässerqualität in Niedersachsen
PresseInformation des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit vom 11. Juni 2009.
Badegewässerqualität in Niedersachsen
Informationen vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA).





