Bericht: EU steht kurz vor Handelspakt mit Südamerika

07.12.2017 Berlin/Brüssel (dpa) – Die EU steht laut einem Medienbericht kurz vor Abschluss eines Handelspakts mit Brasilien und drei anderen Staaten Südamerikas, der etwa 800 Millionen Verbraucher betreffen würde. Das sogenannte Mercosur-Abkommen solle vor allem den Export von Industriegütern und Lebensmitteln steigern, könnte aber den Schutz der Verbraucher schwächen, berichtet die «Süddeutsche Zeitung» (Donnerstag). Das gehe aus hunderten Seiten Verhandlungstexten hervor, die erstmals einen Einblick in die geheimgehaltenen Gespräche erlaubten.

Die EU soll demnach den Export aus südamerikanischen Lebensmittelbetrieben akzeptieren, ohne diese vorher zu begutachten. Stattdessen gebe es Garantien des Herkunftslandes. Erst im Frühjahr 2017 war in Brasilien ein Skandal um verdorbenes Fleisch aufgeflogen, das auch zum Export bestimmt war, wie es heißt.

«Vor dem Hintergrund, dass der größte Fleischproduzent Brasiliens noch dieses Jahr verdorbenes Fleisch exportieren wollte, erscheint die Lockerung der Verbraucherschutzstandards im Mercosur-Vertrag wie ein Hohn», kritisierte Friedrich Ostendorff, Agrarexperte der Grünen im Bundestag.

Links zum Thema:

Greenpeace enthüllt: Handelsabkommen mit Südamerika gefährdet Verbraucherschutz
Die Europäische Kommission gefährdet mit dem geplanten Handelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur europäische Verbraucherschutzstandards beim Import von Fleisch. Das zeigen bislang geheime Verhandlungsdokumente, die Greenpeace Niederlande veröffentlicht hat. PresseInformation von Greenpeace vom 7. Dezember 2017.

Verhandlungen über EU-Handelsabkommen mit Mexiko und Mercosur machen weiter Fortschritte
Die Europäische Kommission hat am Dienstag (18. Juli) ihre Berichte über die Fortschritte bei den Gesprächen über die Handelsabkommen der Europäischen Union (EU) mit Mexiko und Mercorsur veröffentlicht. Beide Verhandlungsrunden gehen mit gutem Tempo voran. Nachricht vom 19. Juli 2017 mit weiterführenden Links zum Thema.

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Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).