Breitbandsurfer erreichen nicht die versprochene Geschwindigkeit

27.06.2013 Brüssel. Die europäischen Verbraucher erhalten bei Breitbanddiensten nicht die Download-Geschwindigkeiten, für die sie bezahlen. Das geht aus einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Europäischen Kommission über feste Breitbandanschlüsse hervor. Im Durchschnitt verfügen die Kunden demnach lediglich über 74 Prozent der angegebenen Geschwindigkeit.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der EU-Kommission, sagte dazu: „Dies ist das erste Mal, dass die Differenz zwischen den beworbenen und den tatsächlichen Breitbandgeschwindigkeiten durch vergleichbare und zuverlässige Daten aus allen EU-Mitgliedstaaten bestätigt wird. Wir sehen diese ersten Ergebnisse als weiteren Beleg für die Notwendigkeit eines echten vernetzten Binnenmarkts.“ Der âktuellen Studie zufolge erklären zwischen 27 Prozent und 41 Prozent der europäischen Internetkunden, dass ihre Download-Geschwindigkeiten nicht mit den in ihren Verträgen angegebenen Geschwindigkeiten übereinstimmen. Fast die Hälfte der Kunden in der Europäischen Union (EU) verweist auf gelegentliche Schwierigkeiten beim Zugang zu Online-Inhalten und -Anwendungen aufgrund ungenügender Geschwindigkeiten oder Kapazitäten.

Die Geschwindigkeiten von Breitbandprodukten werden in der Werbung mit „bis zu XX Mbit/s“ angegeben. Die Unterschiede zwischen der angegebenen Geschwindigkeit und der Geschwindigkeit beim Verbraucher können jedoch beträchtlich sein. xDSL-gestützte Dienste erreichten im Durchschnitt nur 63,3 Prozent der versprochenen Download-Geschwindigkeit, gegenüber 91,4 Prozent bei Kabel- und 84,4 Prozent bei FTTx-Anschlüssen. In Deutschland erreichten xDSL-gestützte Dienste in Spitzenzeiten 75,1 Prozent der versprochenen Download-Geschwindigkeit, Kabelanschlüsse 88,6 Prozent und FTTx-Anschlüsse 89,7 Prozent. In absoluten Zahlen lag die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit aller Länder und aller Technologien bei 19,47 Mbit/s in Spitzenzeiten. Bei den Upload-Geschwindigkeiten ist die Differenz zu den beworbenen Geschwindigkeiten geringer. Europaweit betrug sie durchschnittlich 6,20 Mbit/s, was 88 Prozent der angegebenen Geschwindigkeit entspricht.

Die Ergebnisse der Studie beziehen sich auf die Leistung zu Spitzenzeiten, das heißt zwischen 19 und 23 Uhr an Wochentagen. Die Ergebnisse datieren vom März 2012 und stammen von einer Gruppe von 9.104 Teilnehmern. Insgesamt wurden über 75 Millionen Einzeltests vorgenommen. Die Studie wird bis Ende 2014 laufen. Es sind zwei weitere jährliche Messungen geplant, für die sich noch Freiwillige melden können.

Link zum Thema:

Breitbanddienste in Europa: Verbraucher bekommen nicht die Internetgeschwindigkeiten, für die sie zahlen
PresseInformation der EU-Kommission vom 26. Juni 2013.