Zugang für ausländische Fachkräfte erleichtert
| Deutschland droht in den nächsten Jahren ein Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften. Um dem vorzubeugen, beschloss das Bundeskabinett am 16. Juli 2008 das Aktionsprogramm "Beitrag der Arbeitsmigration zur Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland".
Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble lobte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz das Programm als ein "gutes und modernes Konzept". Mit ihm stelle sich Deutschland erstklassig auf, sagte er. Schäuble machte deutlich: "Wir haben beschlossen, alles daran zu setzen, das heimische Potential an Qualifikation auszuschöpfen, aber im Bereich von Hochqualifizierten auch entsprechend eine arbeitsmarktadäquate Steuerung zu ermöglichen." |
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Änderungen bei Vorrangprüfungen und Mindestgehaltsgrenzen
Zur nachhaltigen Sicherung und Deckung des Fachkräftebedarfs in Deutschland sieht das Aktionsprogramm unter anderem vor:- Der Arbeitsmarkt für Akademikerinnen und Akademiker aus den neuen EU-Staaten (Beitritt seit 2004) wird durch Verzicht auf Vorrangprüfung geöffnet. Vorrangprüfung heißt: Es wird geprüft, ob für eine konkrete Beschäftigung inländische Arbeitsuchende zur Verfügung stehen.
- Der Arbeitsmarkt für alle Akademikerinnen und Akademiker aus Drittstaaten wird ohne Festlegung einer pauschalen Mindestgehaltsgrenze geöffnet. Damit soll jungen Hochschulabsolventen die Zuwanderung und kleinen und mittleren Unternehmen die Einstellung ausländischer Akademiker und Akademikerinnen ermöglicht werden. Hier erfolgt allerdings eine Vorrangprüfung.
- Für Absolventen und Absolventinnen deutscher Schulen im Ausland wird auf die Vorrangprüfung zu jeder berufsqualifizierenden Ausbildung und der anschließenden Beschäftigung verzichtet. Dies gilt auch bei Vorlage eines akademischen Abschlusses zu jeder der Ausbildung entsprechenden Tätigkeit.
- Die Einkommensgrenze für Hochqualifizierte wird von 86.600 auf 63.600 Euro gesenkt. Damit soll der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb um hochqualifizierte Fachkräfte gestärkt werden.
- Die Übergangsregelungen für neue EU-Beitrittsstaaten und Bulgarien und Rumänien werden verlängert. Sie beinhalten eine Ausnahme vom Grundsatz der Freizügigkeit für geringer Qualifizierte aus den neuen Beitrittsstaaten.
Das Aktionsprogramm soll zum 1. Januar 2009 in Kraft treten.
Aus- und Weiterbildung inländischer Arbeits- und Fachkräfte
Um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken, liegt der Fokus der Bundesregierung weiterhin auf:- der verstärkten Aus- und Weiterbildung inländischer Fachkräfte,
- die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren und
- die Qualifizierung der bereits in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.
Monitoring ermittelt Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften
Das am 16. Juli 2008 beschlossene Aktionsprogramm sieht ein Arbeitsmarkt- und Fachkräfte-Monitoring vor. Damit sollen aktuelle, mittel- und längerfristige Bedarfe nach qualifizierten Arbeitskräften besser identifiziert werden.
Darüber hinaus kann das Monitoring das Angebot und die Nachfrage nach Arbeitskräften ermitteln. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse und unter Berücksichtigung längerfristiger Faktoren können im Einzelfall pragmatische Entscheidungen getroffen werden.
Es soll somit präziser festgestellt werden, wie sich der demografische Wandel künftig auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland niederschlagen wird. Zum Arbeitsmarkt- und Fachkräfte-Monitoring wird das Bundesarbeitsministerium in Abstimmung mit den anderen beteiligten Ressorts eine Allianz einberufen. Sie soll die Bundesregierung bei Entscheidungen zur arbeitsmarktadäquaten Zuwanderung beraten.
LINKS zum Thema
Aktionsprogramm der Bundesregierung
Beitrag der Arbeitsmigration zur Sicherung der Fachkräftebasis in Deutschland. Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Thema.
Mehr Fachkräfte und bessere Bildungschancen
Das Bundeskabinett hat am 9. Januar 2008 den Startschuss für eine "Qualifizierungsinitiative für Deutschland" gegeben. Damit sichert die Bundesregierung den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs. Gleichzeitig geht es um bessere Bildungschancen: von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung. Bericht der Bundesregierung zum Thema.






