Deutsch auf Platz drei der am häufigsten unterrichteten Fremdsprachen

19.05.2017 Brüssel. 2014 erlernten mehr Schüler der Sekundarstufe I in Europa eine zweite Fremdsprache: Knapp 60 Prozent im Vergleich zu rund 47 Prozent im Jahr 2005. Englisch bleibt weiterhin die am meisten erlernte Sprache: 2014 hatten EU-weit 97 Prozent aller Schüler der Sekundarstufe I Englischunterricht, bereits im Schuljahr 2009/2010 lag der Anteil bei über 90 Prozent. Es folgen Französisch (79 Prozent), Deutsch (23 Prozent) und Spanisch (13 Prozent). Dies geht aus den „Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2017“ des bildungspolitischen Netzwerks Eurydice hervor, die die Europäische Kommission am Donnerstag (18. Mai) vorgestellt hat.

Dem aktuellen Bericht zufolge lernen 84 Prozent der Grundschüler in Europa bereits eine erste Fremdsprache, in vielen Ländern wird bereits im Alter von 6 oder 7 Jahren mit dem Sprachenlernen begonnen, in Deutschland allerdings erst im Alter von 8 bis 9 Jahren.

In den meisten Ländern gibt es mittlerweile Unterstützung für Kinder mit Migrationshintergrund, die die Sprache ihres Aufnahmelandes lernen müssen. Über die Hälfte der Sprachenlehrkräfte in der Europäischen Union (EU) haben Auslandsaufenthalte mit beruflichem Hintergrund absolviert, viele mit Unterstützung von EU-Programmen wie Erasmus+ (Erasmus Plus), dem EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte dazu: „Die Beherrschung mehrerer Sprachen wird mehr und mehr zu einer Notwendigkeit in Europa, nicht nur bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, sondern auch für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Wir müssen innovative Lehrmethoden und neue Technologien noch stärker nutzen, um die Lernerfahrung für die Schülerinnen und Schüler weiter zu verbessern.“

Die „Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa 2017“ vermitteln ein vollständiges Bild der Systeme des Fremdsprachenunterrichts in 32 europäischen Ländern. Die Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa sind eine gemeinsame Veröffentlichung von Eurydice und dem EU-Statistikamt Eurostat und wurden in enger Zusammenarbeit mit der EU-Kommission erarbeitet.

Das Eurydice-Netz stellt Informationen und Analysen zu Bildungssystemen und Bildungspolitik in Europa bereit. Seit dem Jahr 2011 besteht es aus 38 nationalen Stellen in allen 34 Teilnehmerländern des EU-Programms für Lebenslanges Lernen (EU-Mitgliedstaaten, EFTA-Staaten, Kroatien, Serbien und die Türkei). Geleitet und koordiniert wird es von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur in Brüssel, die für die Veröffentlichungen und Datenbanken des Netzes verantwortlich zeichnet.

Link zum Thema:

Education: new report shows positive trends in the teaching and learning of foreign languages
Nachricht der EU-Kommission vom 18. Mai 2017.