Deutscher Airbus „Robert Koch“ verstärkt EU-Hilfe in Ebola-Gebieten

12.01.2015 Berlin. Deutschland stellt dem freiwilligen Pool der Europäischen Union (EU) ein eigens für die medizinische Evakuierung von Ebola-Patienten umgebautes Flugzeug zur Verfügung. Dies kündigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Freitag in seinem Gespräch in Berlin mit dem für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement sowie Ebola-Koordination zuständigen EU-Kommissar Christos Stylianides an. Der Airbus „Robert Koch“ verfügt über eine Sonderisolierstation, die es bereits während des Evakuierungsfluges erlaubt, Ebola-Patienten intensivmedizinisch zu behandeln.

„Wir begrüßen diesen Beitrag, der unsere Kapazitäten für die Evakuierung mit Ebola infizierter internationaler Helfer wesentlich verstärkt. Deutschland reagiert auf diese menschliche Tragödie großzügig und entschlossen“, erklärte Stylianides, der die betroffene Region kürzlich besucht hatte. „Die Ebola-Epidemie ist nach wie vor eine akute Bedrohung, nicht nur für Westafrika. Wir müssen noch mehr tun.“

Bundesaußenminister Steinmeier ergänzte: „Die Bereitstellung des Medevac-Airbus ist ein konkreter Beitrag zur Umsetzung unserer ‚EU-Weißhelm-Initiative‘, die wir im November gemeinsam mit Frankreich angestoßen haben. Unser Ziel ist es, die Fähigkeiten der EU und ihrer Mitgliedsstaaten so zu stärken, dass wir künftig effizient und schnell auf internationale Epidemien reagieren können. Mit dem deutschen Airbus ‚Robert Koch‘ wollen wir sicherstellen, dass europäische und internationale Helfer, die unter hohem persönlichem Risiko bereit sind, vor Ort Infizierte zu behandeln und gegen die Ausbreitung des Virus zu kämpfen, im Falle einer Erkrankung rasch evakuiert werden können. Die kurzfristige Bereitstellung dieses völlig neuartigen Flugzeugs durch Deutschland unterstreicht die technologischen Fähigkeiten und den politischen Willen in Europa, mit der Herausforderung der Ebola-Krise umzugehen.“

Der Airbus soll über das EU-Katastrophenschutzverfahren für die Evakuierung Ebola-infizierter internationaler Helfer in europäische Krankenhäuser eingesetzt werden.

Zusätzlich zu finanzieller Hilfe in Höhe von 161 Millionen Euro hat Deutschland auch Ambulanzen, Fachkräfte, Ausstattung für Krankenhäuser, medizinische Hilfsgüter und logistische Unterstützung geliefert, an der Bereitstellung mobiler Labore mitgewirkt und medizinisches Personal entsandt. Das Land hat sich auch an Europas jüngsten Bemühungen beteiligt, die Ebola-Epidemie zu stoppen: Zusammen mit Belgien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich stellte Deutschland den betroffenen Ländern Westafrikas medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung zur Verfügung, die Ende Dezember 2014 mit dem niederländischen Schiff Karel Doorman geliefert wurden.

Links zum Thema:

Deutscher Airbus „Robert Koch“ verstärkt medizinische Evakuierungskapazitäten der EU in Ebola-Ländern
Gemeinsame PresseInformation von EU-Kommission in Brüssel und Auswärtigem Amt in Berlin vom 9. Januar 2015 als PDF-Dokument.

Der Beitrag der EU zur Bekämpfung von Ebola
Informationen und Dokumente der EU zum Thema.