Drei deutsche Erfinder erhalten Europäischen Erfinderpreis 2017

19.06.2017 Venedig. Das Europäische Patentamt (EPA) hat am Donnerstag (15. Juni) bei einem Festakt im italienischen Venedig drei deutsche Erfinder mit dem Europäischen Erfinderpreis ausgezeichnet: Günter Hufschmid aus Sachsen-Anhalt für eine ölbindende „Zauberwatte“ zur Beseitigung von Ölteppichen, Günter W. Hein aus München für eine Signaltechnik für das Satellitennavigationssystem „Galileo“ und Robert Huber aus Lübeck für innovative medizinische Bilddiagnostik.

Die 15 diesjährigen Finalisten wurden aus mehr als 450 Vorschlägen ausgewählt – die bisher höchste Zahl für den Award. Der Träger des Publikumspreises wird unter den 15 Finalisten mittels Online-Abstimmung im Vorfeld der Verleihung gewählt.

Günter Hufschmid aus Sachsen-Anhalt erhält den Erfinderpreis in der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)“ für die Entwicklung einer ölbindende „Zauberwatte“ zur Beseitigung von Ölteppichen. Als Mitglied des Galileo-Teams erhielt der Signaltechnik-Experte Günter W. Hein (München) den Preis in der Kategorie „Forschung“: Sein Team entwickelte eine besonders präzise Signaltechnologie – das Herzstück von Europas globalem Satellitennavigationssystem. Der Physiker Robert Huber (Lübeck) wurde gemeinsam mit seinen amerikanischen Kollegen James G. Fujimoto und Eric Swanson für die Entwicklung eines neuen medizinischen Bildgebungsverfahrens mit dem Preis ausgezeichnet. Auch das Preisträgerteam in der Kategorie „Industrie“ hat einen Bezug zu Deutschland: Der österreichische Biochemiker Oliver Hayden und der niederländische Hämatologe Jan van den Boogaart entwickelten bei Siemens Healthineers in Erlangen einen computergestützten Blutschnelltest für Malaria.

Der Europäische Erfinderpreis wurde 2017 zum zwölften Mal verliehen und ist einer der wichtigsten Preise für Innovation in Europa. Er wird seit 2006 jährlich vom Europäischen Patentamt (EPA) verliehen. Mit dem Preis werden einzelne Erfinder und Teams von Erfindern in fünf Kategorien ausgezeichnet, die mit ihren Entwicklungen dazu beitragen, technische Antworten auf die wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Um sich für die Auszeichnung zu qualifizieren, müssen die eingereichten Vorschläge spezifische Kriterien erfüllen, wie beispielsweise den Nachweis über mindestens eine erteilte europäische Patentierung der Erfindung durch das EPA.

Das Europäische Patentamt (EPA) ist mit fast 7.000 Mitarbeitern eine der größten europäischen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Der Hauptsitz ist in München, Niederlassungen des Amtes gibt es in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien. Das EPA wurde gegründet, um die Zusammenarbeit europäischer Staaten im Patentwesen zu fördern. Über das zentrale Erteilungsverfahren beim EPA können Erfinder auf der Grundlage einer einzelnen Patentanmeldung Patentschutz in bis zu 42 Ländern (mit einem Markt von rund 700 Millionen Menschen) erlangen. Das EPA ist überdies die weltweit bedeutendste Behörde für Patentrecherchen und Patentinformation.

Link zum Thema:

Herausragende Erfinder aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien, den USA und Marokko in Venedig mit dem Europäischen Erfinderpreis 2017 ausgezeichnet
Nachricht des EPA vom 15. Juni 2017 mit näheren Informationen zu den Preisträgern.