Heute: 17. Mai 2012 Donnerstag
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EU-Jahr 2010: "Armut stoppen - gemeinsam handeln"
Sozialen Notlagen, Ausgrenzung und Diskriminierung, aber auch Wegen zur Minderung der Armutsrisiken mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen - darin liegt der Sinn des Europäischen Jahres 2010. László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte, um zu verhindern, dass Armut von einer zur nächsten Generation übertragen werde, sei eine frühe Intervention in Erziehung und Gesundheit von entscheidender Bedeutung.
 
Andor warb dafür, Kinder aus bedürftigen Familien besser zu unterstützen. Am erfolgreichsten beim Kampf gegen Kinderarmut seien jene Länder, die Einkommensunterstützung mit einem besseren Zugang zu Arbeit und staatlichen Leistungen wie Kinderbetreuung, kostenlosen Mahlzeiten, Ganztagsschulen und außerschulischen Angeboten kombinierten. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, betonte zum Auftakt des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung (EJ 2010) in Berlin, dass viele Menschen in unserem "wohlhabenden Land täglich spüren, dass sie an Grenzen stoßen. Über diese Hürden kommen sie nur hinweg, wenn andere helfen."
 

In der EU sind rund 80 Millionen Menschen akut armutsgefährdet. Als arm gelten in Deutschland laut Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung 13 bis 18 Prozent der Haushalte. Das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung wurde von der EU-Kommission ausgerufen, um europaweit auf die Situation von Bedürftigen und Ausgegrenzten aufmerksam zu machen und sie zu unterstützen. In Deutschland treten als Botschafter Prominente aus Wissenschaft, Medien, Kunst, Sport und Kirchen für die Initiative ein, darunter auch der Schauspieler Dieter Pfaff. "Gewalt und Drogen bestimmen den Alltag vieler Jugendlicher. Jugendliche brauchen mehr Chancen. Wir müssen etwas tun. Darum unterstütze ich das Europäische Jahr gegen Armut und Ausgrenzung", sagte Pfaff.
 
40 geförderte Projekte
Das Berliner Kindertheater "Atze" macht aus dem Thema Armut ein Theaterstück, das beim Zuschauer das Gefühl weckt "So könnte es mir auch gehen". Eine Wanderausstellung "Werkbank statt Parkbank" zeigt die Sorgen von Obdachlosen. Ein Tanzperformance-Projekt bringt Menschen mit Behinderungen die Tanz- und Theaterwelt nahe. Insgesamt 40 solcher Projekte hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter insgesamt 842 Bewerbungen ausgewählt. Sie sollen Zeichen setzen. Der Bund und die EU-Kommission fördern sie mit insgesamt 1,4 Millionen Euro.
 
Mit dem EJ 2010 soll die Arbeit der Wohlfahrtsverbände, der Betroffenenverbände und sonstiger Initiativen mehr öffentliche Anerkennung bekommen. Zusätzlich werden Unternehmen ermutigt, sich gesellschaftlich zu engagieren. Ziel des Jahres ist es, deutlich zu machen, das jeder Einzelne und die Gesellschaft insgesamt gewinnen, wenn soziale Ausgrenzung und Armutsrisiken verringert werden.
 
Motto "Mit neuem Mut"
Überall in Deutschland gibt es eine Vielzahl von Initiativen, die Unterstützung anbieten und Betroffenen Mut machen. Dazu zählen die Aktionen von Kirchen, Stiftungen und Wohlfahrtsverbänden. "Unter den mehr als 800 Projektanträgen, mit denen sich solche Initiativen um eine Förderung im Rahmen des Europäischen Jahres beworben haben, gab es viele sehr gute, sehr mutige Ideen. Die Auswahl war wirklich schwer", sagte von der Leyen.
 
Im Blickfeld des EJ 2010 stehen vor allem Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderungen. Zentrales Ziel des EJ 2010, das in Deutschland unter dem Motto "Mit neuem Mut" steht, ist es, das Bewusstsein für Armut und soziale Ausgrenzung sowie die gesellschaftliche Verantwortung zu schärfen, und allen den Rücken zu stärken, die die Probleme im Alltag aktiv angehen.
 
Das EJ 2010 wird von allen EUMitgliedsländern sowie Norwegen und Island getragen. Es finden landesweite und örtliche Veranstaltungen und Aktivitäten statt, darunter Kampagnen zur Bewusstseinsförderung, Workshops und Informationsseminare in Schulen. Eigens produzierte Filme, Zeitschriften und andere Materialien sollen Betroffene über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren und den Bürgern vor Augen führen, wie sich Armut und Ausgrenzung auf ihre Sozialgemeinschaften auswirken. (hb)
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 7 vom 25. Februar 2010 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


LINKS zum Thema


Stop poverty now!
Offizielle Website der EU-Kommission zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010.
 
Mit neuem Mut.
Offizielle Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in Berlin zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010 in Deutschland.
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