Heute: 17. Mai 2012 Donnerstag
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EU-Kommission zum Arbeitsmarkt der Zukunft
 
Neue Qualifikationen, neue Jobs, neue Möglichkeiten
Zu viele Arbeitslose, zu wenig Fachkräfte, zu unflexible Arbeitsmärkte - die EU-Kommission hat dringend neue Anstrengungen verlangt, um den europäischen Arbeitsmarkt fit für die Zukunft zu machen. So werde die Zahl der Arbeitsplätze für hoch qualifizierte Personen bis zum Jahr 2020 um 16 Millionen ansteigen, die der Arbeitsplätze für gering Qualifizierte um rund 12 Millionen abnehmen. Die am 23. November 2010 vorgestellte "Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten" soll die Beschäftigungsfähigkeit steigern und Reformen vorantreiben.
 
Zehn Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung sind in der EU derzeit arbeitslos. Das sind 23 Millionen Menschen. Das hat schwerwiegende Folgen für das Wachstum und die Wohlfahrtssysteme in Europa. Gleichzeitig melden Arbeitgeber Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen, insbesondere bei hoch qualifizierten Tätigkeiten. In der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) oder dem Gesundheitswesen wird es demnächst voraussichtlich an Nachwuchs mangeln. Schätzungen zufolge fehlen bis zum Jahr 2015 bis zu 700.000 IKT-Spezialisten.
 

László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration, sagte dazu: "Wir können uns eine Arbeitslosenquote von knapp zehn Prozent einfach nicht leisten. Die Krise hat die Fortschritte der Vergangenheit zunichte gemacht - daher müssen wir nun dringend die Arbeitsmärkte reformieren und sicherstellen, dass nach den Qualifikationen auch Nachfrage besteht und die Arbeitsbedingungen die Schaffung von Arbeitsplätzen zulassen." Die für Bildung zuständige Kommissarin Androulla Vassiliou sprach sich dafür aus, jedem die Chance auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu geben. "Lebenslanges Lernen muss in Europa Wirklichkeit werden."
 
Dazu müssen die Arbeitsmärkte Europas flexibler werden, aber auch mehr Sicherheit bieten - das Stichwort dazu lautet "Flexicurity". Im Einzelnen schlägt die Kommission 13 konkrete Maßnahmen vor, darunter die Aufhebung der bestehenden Unterschiede zwischen den Beschäftigten mit Zeitvertrag und denen mit festem Vertrag, mehr Anreize zur Weiterbildung, einen Europäischen Qualifikationspass, mit dem die Bürgerinnen und Bürger grenzüberschreitend ihre Kompetenzen vergleichbar angeben können, weniger Bürokratie und niedrigere Steuern auf Arbeit und Mobilität.
 
Die Kommission strebt im Rahmen der Strategie "Europa 2020" eine EU-Beschäftigungsquote für Frauen und Männer von 75 Prozent in der Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen an. Die Schulabbrecherquote soll gleichzeitig auf unter zehn Prozent sinken, und die Zahl der jungen Menschen in der höheren oder vergleichbaren beruflichen Bildung auf mindestens 40 Prozent steigen. (vth)
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 40 vom 25. November 2010 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


LINKS zum Thema


Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten: EU-Maßnahmen sollen Beschäftigungsfähigkeit steigern und Reformen antreiben
PresseInformation der EU-Kommission vom 23. November 2010.
 
Europe 2020 flagship initiative 'An Agenda for new skills and jobs: A European contribution towards full employment'
Memorandum der EU-Kommission vom 23. November 2010 mit Fragen und Antworten (FAQ) zur Initiative.
 
Agenda für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten
Die am 23. November 2010 von der EU-Kommission veröffentlichte Mitteilung mit den Vorschlägen zu ihrer Initiative kann über diese Seite abgerufen werden.
 
Europa 2020-Strategie: Ökologisch, wettbewerbsfähig, sozial
In den vergangenen zehn Jahren hat die EU Zeichen gesetzt: Klimaschutz, Stärkung der Verbraucherrechte, Reform der europäischen Hochschullandschaft und vieles mehr. 2010 tritt eine neue EU-Kommission ihr Amt an. Erweiterte Ziele sind nötig, das hat die Finanz- und Wirtschaftskrise gezeigt. Unter dem Namen "Europa 2020" hat die EU-Kommission ihre Ideen präsentiert, die Impulse für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen geben.
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