EU-Bericht: Protektionismus im Handel nimmt weltweit zu

04.09.2013 Brüssel. Im vergangenen Jahr haben die Handelsbeschränkungen weltweit zugenommen. In ihrem am Montag veröffentlichten „Bericht der EU über potenziell handelsbeschränkende Maßnahmen“ zählt die Europäische Kommission etwa 150 neu eingeführte Handelsschranken, während lediglich 18 aufgehoben wurden.

„Wir müssen alle unsere Zusage erfüllen, den Protektionismus zu bekämpfen“, sagte EU Handelskommissar Karel De Gucht. „Die G20 hat sich vor langer Zeit darauf geeinigt, nicht der Versuchung zum Protektionismus zu erliegen. Wir wissen schließlich alle, dass Protektionismus der Erholung der Weltwirtschaft langfristig nur schadet.“ Handelsprotektionismus ist ein wichtiges Thema auf dem G20-Gipfel am 5. und 6. September 2013 in St. Petersburg.

Der Bericht der EU gibt aktuelle Informationen zu weltweiten Handelsbeschränkungen, die die 31 wichtigsten Handelspartner der EU in der Zeit vom 1. Mai 2012 bis zum 31. Mai 2013 beschlossen haben. Er zeigt auf, dass im vergangenen Jahr Handelsbeschränkungen direkt an der Grenze, insbesondere Einfuhrzollerhöhungen, zum Beispiel in Brasilien, Argentinien, Russland und die Ukraine stark zugenommen haben. Zudem nimmt in einigen Ländern wie Brasilien, Argentinien und Indien der Zwang zur Verwendung inländischer Waren und zur Unternehmensverlagerung weiter zu, besonders bei der öffentlichen Beschaffung. Beobachtet wurden auch wettbewerbsverzerrende Konjunkturanreize, zum Beispiel durch Exportförderung, und ein Abschirmen der Industrie gegen ausländische Konkurrenz.

Link zum Thema:

EU-Bericht: Handelsprotektionismus nimmt weltweit immer noch zu
PresseInformation der EU-Kommission vom 2. September 2013.