EU fördert Batterien für Elektroautos

13.02.2018 Brüssel/Berlin (dpa) – Die EU drückt bei der Entwicklung leistungsfähiger Batterien für Elektroautos aufs Tempo. «Wir in Europa wollen nicht nur auf unserem eigenen Markt wettbewerbsfähig sein, sondern weltweit», sagte EU-Energiekommissar Maros Sefcovic am Montag nach einem «Batteriegipfel» in Brüssel, an dem auch der deutsche Wirtschafts-Staatssekretär Matthias Machnig und Vertreter anderer EU-Länder teilnahmen. Ende kommender Woche (23. Februar) wolle die Kommission eine Strategie vorlegen. In Deutschland dringt die SPD im Kampf gegen zu schmutzige Luft durch Diesel-Abgase auf einen schnellen Umstieg auf Elektroantriebe.

Die Autoindustrie befinde sich im tiefsten Wandel seit ihren Anfängen, sagte Machnig (SPD) in Brüssel. Bisher sei die EU wettbewerbsfähig, weil man bei den Verbrennungsmotoren führe. Für die E-Mobilität seien jedoch Zellen und Batterien zentral. Wer glaube, diese Batterien einfach einkaufen zu können, sei blind, oder sogar naiv. Deshalb müssten europäische Firmen über nationale Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

Sefkovic betonte, die Kommission wolle dafür sorgen, dass die Mitgliedstaaten den Batteriesektor in einem gewissen Umfang unterstützen dürften. Dazu gebe es in den Ländern die Bereitschaft. Zudem verwies der EU-Kommissar auf die Chancen durch die Ausstattung von Elektroautos mit europäischen Batterien. Bis 2025 werde der Markt bei 250 Milliarden Euro im Jahr liegen. Da müsse Europa Präsenz zeigen.

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag derweil eine Erhöhung der Elektroauto-Kaufprämie für Taxis und leichte Nutzfahrzeuge vereinbart. «Wir wollen saubere Mobilität in den Städten und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge vermeiden», sagte der Fraktionsvize der Sozialdemokraten im Bundestag, Sören Bartol, der dpa. Unternehmen sollten schneller von alten Taxen und Lieferfahrzeugen auf neue E-Fahrzeuge umsteigen.

Eine konkrete Summe wird bisher nicht genannt. Die SPD hatte ins Gespräch gebracht, den Zuschuss gezielt für solche Elektrofahrzeuge auf 8.000 Euro zu erhöhen. Die 2016 eingeführte Prämie beträgt für reine Elektrowagen mit Batterie 4.000 Euro, für Hybridautos sind es 3.000 Euro. Daneben haben Union und SPD unter anderem vereinbart, bis 2020 mindestens 100.000 zusätzliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge zu fördern.
Wegen zu hoher Luftverschmutzung hatte die EU-Kommission bereits gegen Deutschland und acht weitere Staaten geklagt. Brüssel wolle in etwa einem Monat über die Klagen befinden, sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Montag. Aus sämtlichen Ländern seien zusätzliche Informationen eingegangen.

Auch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird sich am 22. Februar zur Debatte um mögliche Diesel-Fahrverbote äußern.

Links zum Thema:

EU-Kommission dringt auf Bau von Riesen-Batteriefabriken
Autobauer und Zulieferer müssen nach Schätzungen der EU-Kommission in Europa einige große Fabriken für Elektroauto-Batterien hochziehen, berichtet das Magazin EURACTIV am 13. Februar 2018.

EU-Produktion von Batteriezellen – Keine Quote für Elektroautos
Die Europäische Union (EU) braucht eine großangelegte Batteriezellenproduktion für Elektroautos – und die Autoindustrie, Politik und Wissenschaft werden zusammenarbeiten, um das möglich zu machen. Das ist das Ergebnis des Treffens, zu dem der für die Energieunion zuständige EU-Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovic, am Mittwoch (11. Oktober) nach Brüssel eingeladen hatte. Nachricht vom 13. Oktober 2017.

Eine europäische Strategie für emissionsarme Mobilität
Mitteilung der EU-Kommission vom 20. Juli 2016 als PDF-Dokument.

Quelle dieser Information:
Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).