EU-Kommission spricht mit Religionsvertretern über die Zukunft Europas

08.11.2017 Brüssel. Der Erste Vizepräsident der Europäischen Kommission Frans Timmermans hat am Dienstag (7. November) in Brüssel mit ranghohen Vertretern verschiedener Religionsgemeinschaften über die Zukunft Europas diskutiert. Aus Deutschland nahmen Irmgard Schwaetzer, Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die Imamin Seyran Ateş, Gründerin der Ibn Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, an dem Treffen teil. „Dank des regelmäßigen Dialogs mit religiösen Vereinigungen und mit weltanschaulichen Gemeinschaften sind wir in der Lage, die Frage nach unserer gemeinsamen Zukunft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten“, sagte Timmermans. „Der inklusive Dialog ermöglicht es uns, die Weichen für unsere gemeinsame Zukunft optimal zu stellen.“

Dieses 13. jährliche Treffen hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften nmit der EU-Kommission fand im Rahmen der aktuellen Debatte über die Zukunft Europas statt, die von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 1. März dieses Jahres mit dem Weißbuch zur Zukunft Europas angestoßen worden war. Auch die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Mairead McGuinness, nahm an dem Treffen in Brüssel teil.

Bei dem Treffen mit ranghohen Vertreterinnen und Vertretern von Religionsgemeinschaften, das im Rahmen des im Vertrag von Lissabon verankerten (Art. 17 AEUV) regelmäßigen Dialogs mit Kirchen, religiösen Vereinigungen und weltanschaulichen Gemeinschaften stattfand, bot sich die Gelegenheit für umfassende Diskussionen über Werte und verantwortungsvolle Staatsführung.

Bei der aktuellen Diskussion über die Zukunft Europas geht es darum, wie Europa stärker geeinigt und handlungsfähiger und demokratischer gestaltet werden kann. Die Teilnehmer des Treffens erörterten auch die menschliche Dimension Europas, insbesondere seine soziale und ökologische Dimension, und befassten sich mit der Frage, wie Europa an den Grundsätzen der Solidarität, der sozialen Gerechtigkeit und der Nachhaltigkeit ausgerichtet werden kann. Die anwesenden religiösen Führerinnen und Führer wurden aufgerufen, im Rahmen des Reflexionsprozesses über die Zukunft Europas mit der EU-Kommission zusammenzuarbeiten. Es wurde vereinbart, den Dialog über die am Dienstag erörterten Fragen fortzusetzen.

Hintergrund

Die EU-Kommission lädt regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter von Kirchen, religiösen Vereinigungen und Gemeinschaften sowie weltanschaulichen Gemeinschaften zu hochrangigen Treffen und Diskussionen ein.

Das Treffen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Religionen am Dienstag war das 13. hochrangige Treffen, das die EU-Kommission jährlich organisiert. Seit 2009 ist der Dialog mit Kirchen, religiösen Vereinigungen und Gemeinschaften und weltanschaulichen Gemeinschaften im Vertrag von Lissabon verankert (Art. 17 AEUV). Der Dialog wird unter der Federführung des Ersten Vizepräsidenten der EU-Kommission Frans Timmermans geführt. Die EU-Kommission veranstaltete ihr jährliches Treffen mit weltanschaulichen Gemeinschaften am 19. Juni 2017 ebenfalls zum Thema der Zukunft Europas.

Im März diesen Jahres legte die EU-Kommission ihr Weißbuch zur Einleitung von Überlegungen über die Zukunft Europas vor. Die EU-Kommission verpflichtete sich in diesem Zusammenhang, in europäischen Städten und Regionen mit verschiedenen Gruppen in einen Dialog einzutreten, um die Debatte darüber zu fördern, wie Europa im Jahr 2025 aussehen könnte. In seiner Rede zur Lage der Union am 13. September 2017 im Europäischen Parlament hat EU-Kommissionspräsident Juncker seine Vision von der Zukunft Europas näher ausgeführt und betont, dass Europa vor allem eine Wertegemeinschaft ist. Auch hat er einen Fahrplan für eine geeintere, stärkere und demokratischere Union aufgestellt.

Link zum Thema:

Die Zukunft Europas: Kommission erörtert mit Vertretern unterschiedlicher Religionen das Thema „Die Zukunft Europas: eine wertebasierte und handlungsfähige Union“
PresseInformation der EU-Kommission vom 7. November 2017 mit einer Liste der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens.