EU-Kommission will Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien und Albanien

22.02.2018 Berlin (dpa) – Die Europäische Kommission ist für eine baldige Erweiterung der EU um die Westbalkanstaaten Albanien und Mazedonien. Die Kommission werde den Mitgliedstaaten «höchstwahrscheinlich bis zum Sommer» empfehlen, die Beitrittsverhandlungen mit den beiden Ländern aufzunehmen, sagte der zuständige EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn der «Welt» (Donnerstag). Die Menschen in diesen Ländern hätten eine konkrete europäische Perspektive verdient. «Wir glauben, dass beide Länder in der Vergangenheit wichtige Reformen durchgeführt haben, und sich damit für diesen Schritt qualifiziert haben.» So habe etwa Albanien «im Kampf gegen die organisierte Kriminalität eine Menge getan», sagte Hahn.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich erst am Mittwoch auch angesichts stärkerer Einflussversuche Russlands und Chinas für eine weitere Annäherung des westlichen Balkans an die EU ausgesprochen. Deutschland unterstütze die EU-Perspektive für sechs Balkan-Staaten, machte Merkel nach einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten Mazedoniens, Zoran Zaev, in Berlin deutlich.

Sie wies aber auf nötige weitere Reformen etwa im Rechtssystem hin. Auf ein Datum für einen möglichen EU-Beitritt legte sich Merkel nicht fest. Auf deutsche Initiative hin treffen sich mehrere EU-Staaten seit 2014 regelmäßig mit den Westbalkan-Ländern Albanien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro und Serbien.

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