EU-Ministerrat beschließt neue Fangquoten für die Ostsee

11.10.2017 Luxemburg. Der Ministerrat für Landwirtschaft und Fischerei der zuständigen Minister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) hat sich am Montagabend (9. Oktober) in Luxemburg auf einen Kompromiss für die Fangquoten für die Ostsee im Jahr 2018 geeinigt.

„Ich bin froh verkünden zu können, dass wir den Hering im Golf von Riga und den westlichen Kabeljau zu maximal nachhaltigem Ertrag bringen konnten. Für manche Bestände war eine Reduzierung der Fangquoten notwendig“, sagte EU-Fischereikommissar Karmenu Vella nach der Sitzung der Minister in seinem Statement in einer Pressekonferenz. „Obwohl dieser Kompromiss weniger ambitioniert ist als der Kommissionsvorschlag, konnte sich der Rat auf eine Reduzierung der Fangquoten für bottnischen und westlichen Hering und um -40 und -39 Prozent einigen.“

Für die Bestände des Aals wurde zum Bedauern des Kommissars keine Einigung erreicht. „Beim Aal zeigt die Wissenschaft klar, dass die Bestände in einem sehr kritischen Zustand sind und, dass wir die Fänge auf Null reduzieren müssen. So wie auch für andere Arten in der Vergangenheit sind kurzfristige Opfer nötig für langfristige Gewinne“, sagte Vella.

Gemeinsame Maßnahmen auf EU-Ebene, die nachhaltige Fischerei sicherstellen, seien die einzige Möglichkeit, die ökonomische Basis für unsere Industrie und die Existenz unserer Fischer in der Zukunft zu gewährleisten, sagte Vella weiter.

Auch für die Kabeljaubestände wurde ein Kompromiss erreicht. Die Minister der EU-Staaten haben eine Verlängerung für den Bestand des westlichen Kabeljaus und eine Reduzierung des östlichen Bestandes um 8 Prozent beschlossen. Diese Einigung berücksichtigt die Abhängigkeit kleiner Fischereien vom Kabeljaubestand und Ihrer Spezialitäten.

Die Minister haben außerdem über die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sowie ihre Auswirkungen auf die EU-Agrarpolitik beraten.