EU-Staaten einig bei Schutz von Bauern gegen unfaire Handelspraktiken

01.10.2018 Brüssel (dpa) – Landwirte in Europa sollen nach einer Übereinkunft der EU-Staaten künftig besser vor unfairer Behandlung durch große Handelskonzerne geschützt werden. Einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission stimmten Vertreter der Staaten am Montag (01. Oktober) in Brüssel zu. Damit die Vorschläge Gesetz werden können, müssen sich die EU-Länder jedoch noch mit dem Europaparlament verständigen. Innerhalb des Parlaments sind die Diskussionen noch im Gange.

Aus Sicht der nationalen Regierungen sollen nun künftig Last-Minute-Stornierungen bei verderblichen Produkten untersagt werden. Auch verspätete Zahlungen sollen künftig EU-weit untersagt sein. Zudem sollen diese Regeln nicht nur für Nahrungsmittel, sondern für sämtliche landwirtschaftlichen Produkte gelten.

Kleine Betriebe und Höfe werden aus Sicht der EU-Kommission und der EU-Staaten bei Verhandlungen zu oft von großen Abnehmern, Händlern und Supermarktketten benachteiligt. So werden etwa Verträge nachträglich einseitig geändert oder Bestellungen kurzfristig storniert.

Pro Jahr entstehen den Bauern dadurch Schätzungen zufolge Schäden in Höhe von knapp elf Milliarden Euro. In rund 20 EU-Staaten gibt es bereits nationale Regeln, um gegen unfaire Handelspraktiken vorzugehen. Sie unterscheiden sich aber zum Teil deutlich voneinander. Künftig sollen EU-weite Mindeststandards gelten.

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