Heute: 21. Mai 2012 Montag
www.eiz-niedersachsen.de

Zur Druckansicht

www.dabei-sein.eu / www.dabei-sein-in-europa.de
MOVE IN EUROPE
Rechte als Student im Ausland
 
Ein Leitfaden zu den Rechten mobiler Studierender in der Europäischen Union
 

Ein Aufenthalt zu Studienzwecken in einem anderen EU-Land ("Mobilität zu Lernzwecken") kann für junge Menschen ein wesentlicher Beitrag zur Förderung der persönlichen Entwicklung und zur Verbesserung der künftigen Berufschancen sein. Die Mobilität zu Lernzwecken nützt auch der EU insgesamt: Sie stärkt das Gefühl einer europäischen Identität, sie trägt zu einem freieren Wissensaustausch bei und unterstützt die Entwicklung des Binnenmarkts, da Europäer, die als junge Menschen während ihrer Ausbildung mobil waren, mit größerer Wahrscheinlichkeit auch im späteren Leben mobil sein werden.
 
Die vorliegende Broschüre soll die einschlägige Auslegung des EU-Rechts der EU-Kommission zusammenfassen und als Leitfaden für EU-Mitgliedstaaten, Universitäten und andere interessierte Kreise dienen. Außerdem sollen sich junge Menschen mit Hilfe dieser Broschüre über ihre Rechte informieren und besser auf Studienaufenthalte im Ausland vorbereiten können.
 
Herausgeber: Europäische Kommission, 2011
29 Seiten, 25 x 17,6 cm
 
PDF-Dokument: Broschüre...


Studieren im Ausland
Mit dem "Go-East-Programm" nach Osteuropa -
Studieren in den neuen EU-Mitgliedstaaten
 
von Dr. Annette Lang,
International Office der Universität Hannover

 
Immer mehr Studierende gehen für ein Semester oder ein Jahr für ein Praktikum oder einen Sprachkurs ins Ausland. Meistens zieht es sie allerdings in den Westen oder den Süden, einige auch in den Norden. In die skandinavischen Länder deswegen, weil bekannt ist, dass viele Studienangebote dort auch auf Englisch stattfinden. Dies ist in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas mittlerweile ebenso der Fall, was jedoch wenige wissen.
 
Um die Mobilität der Studierenden nach Osten zu fördern, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) im Jahr 2002 das "Go-East-Programm" aufgelegt, in dessen Rahmen Stipendien für Studien-, Forschungs- und Sprachaufenthalte vergeben werden. Ziel dieser mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums ins Leben gerufenen Initiative ist es, mehr deutsche Studierende und Graduierte für einen Studienaufenthalt in Mittel-, Südost- und Osteuropa sowie in den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zu interessieren. Seit Beginn des Programms ist dank dieser Förderung die Zahl der Studierenden und Graduierten, die einen Aufenthalt in diesen Ländern durchführen, kontinuierlich gestiegen, von bundesweit wenigen hundert auf mittlerweile ca. 2.000 pro Jahr. Hauptzielländer sind Russland und Polen. Für die Universität Hannover sind beispielsweise die partnerschaftlichen Beziehungen zu mehreren Universitäten in Hannovers Partnerstadt Poznan besonders attraktiv. Auch dafür bietet sich ein "Go-East-Stipendium" an.
 
Doch was spricht für ein Studium in Poznan, St. Petersburg oder Brno anstelle von Bologna, Montpellier oder Edinburgh? Zum Beispiel das hohe wissenschaftliche Niveau der Universitäten in den osteuropäischen Ländern und deren hervorragende Studien- und Forschungsmöglichkeiten. Außerdem ist das Verhältnis Studierende / Professor meist besser als in Deutschland. Schließlich bereitet auch die Anerkennung der Studienleistungen zu Hause kaum mehr Probleme, denn diese Länder haben bereits weitgehend die Studienverläufe auf die international übertragbaren gestuften Abschlüsse umgestellt und das European Credit Transfer Systems eingeführt.
 


Blick auf Poznan (Posen) in Polen.
Auch für die weitere berufliche Entwicklung ist ein Studienaufenthalt in Mittel- und Osteuropa nicht zu unterschätzen. Englische Sprachkenntnisse werden von den Arbeitgebern mittlerweile als selbstverständlich vorausgesetzt, einen Aufenthalt in Frankreich oder Spanien können ebenfalls viele Absolventinnen und Absolventen vorweisen. Dagegen können russische oder polnische Sprachkenntnisse und Erfahrungen in einem der Länder zu einem wichtigen Karrierevorteil werden, denn für die deutsche Wirtschaft nimmt die Bedeutung Osteuropas und insbesondere Russlands noch weiter zu. Entsprechende Fachkräfte sind daher gesucht. Es lohnt sich also, sich abseits der üblichen Wege um Studienerfahrungen zu bemühen – zumal dies derzeit noch besonders gefördert wird.
 


Uni-Bibliothek in Poznan (Posen).


Kroatisch in Kroatien lernen
von Mailin Heidl,
Studentin für Interkulturelle Pädagogik an der Universität Oldenburg

 


Universität Zagreb
Von meinen Bekannten wusste kaum jemand etwas über dieses kleine Land auf dem Balkan, ich eingeschlossen. Mit dem Ziel, dieses kleine Land auf dem Balkan kennen zu lernen, fuhr ich neugierig und mit einem Stipendium in der Tasche Ende Februar 2003 nach Zagreb. Solche Stipendien für einen einsemestrigen Sprachkurs Kroatisch an der Philosophischen Fakultät der Universität Zagreb vergibt das Kroatische Ministerium für Wissenschaft und Technologie jedes Jahr an Studierende aus aller Welt. Ich hatte über den Kroatisch-Lektor in Oldenburg, bei dem ich schon drei Semester Kroatisch gelernt hatte, davon erfahren.
 
Vier Monate verbrachte ich in Zagreb. Die Sprachkurse für ausländische Studierende waren sehr gut organisiert und interessant gestaltet. Am Ende stand eine Abschlussprüfung inklusive Zertifikat. Zum Begleitprogramm gehörten u.a. Ausflüge in die Umgebung. Auch für Ausflüge "auf eigene Faust" blieb noch genügend Zeit. Ich bin bis hinunter an die Küste nach Split und Dubrovnik gekommen – das hat sich wirklich gelohnt! Gewöhnungsbedürftig war zunächst die Unterbringung in Zweibettzimmern im Studentenwohnheim, doch ich bekam dadurch schnell Kontakte zu kroatischen Studierenden. Das hat natürlich geholfen, die Sprache noch besser zu lernen. Die meisten waren sehr offen und kontaktfreudig; es gab Einladungen, das Wochenende bei der Familie in der Nähe Zagrebs zu verbringen. Die Kontakte und Freundschaften bestehen bis heute.
 
Insgesamt blicke ich positiv auf diese Zeit zurück. Für meinen weiteren Studienablauf habe ich ein mehrmonatiges Praktikum in Kroatien schon fest eingeplant. Allen, die Kroatisch lernen möchten, kann ich nur empfehlen, sich über das Stipendium vom kroatischen Wissen-schaftsministerium zu informieren. Die Chancen, genommen zu werden, sind ziemlich gut!
 
Universität Zagreb im Internet: www.unizg.hr
 


Warum ausgerechnet Polen?
von Ina Uhlich,
Studentin der European Studies an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg

 


Universität Lodz
Meine Freundinnen und Freunde reagierten sehr unterschiedlich, als ich erzählte, dass ich ein Semester in Lodz studieren würde. Die einen wussten nicht, wo Lodz liegt; andere stimmten sofort das bekannte Lied an "Theo, wir fahr´n nach Lodz" und zuckten verständnislos mit den Schultern. Es gab zum Glück auch diejenigen, die neugierig waren.
 
Warum nun ausgerechnet Polen? Die Weichen dafür hatte ich schon zu Beginn meines Studiums gestellt, als ich mich – neben Französisch – obligatorisch für eine zweite Sprache entscheiden musste, die aus dem slawischen Bereich stammen sollte. Ich wählte Polnisch. Und so kam eins zum anderen. Da ich es für unerlässlich halte, die Sprache, die man lernt, auch im Alltag zu erleben, entschied ich mich für Polen. Die Universität in Lodz erschien mir deswegen interessant, weil es dort ein gutes Lehrangebot gibt, trotzdem ist die Uni aber nicht von ausländischen Studierenden überlaufen. Manchmal hat sich allerdings gerade das gerächt, besonders dann, wenn es darum ging, ein formales Problem zu lösen, dass vorher noch nicht aufgetaucht war. An anderen Universitäten, z.B. in Krakau oder Breslau, geht vieles einfacher, weil es dort schon länger internationale Studiengänge gibt.
 
Ein paar Monate in Polen zu studieren ist auf jeden Fall empfehlenswert, egal für welche Universität man sich nun entscheidet. Selbst diejenigen, die sich mit der polnischen Sprache nicht anfreunden können, brauchen keine Verständigungsprobleme zu fürchten. Denn es ist wirklich unglaublich wie viele Polinnen und Polen Englisch und Deutsch sprechen. Es ist außerdem sehr leicht, Leute kennen zu lernen.
 
Universität Lodz im Internet: www.p.lodz.pl
 


"Ich habe versucht, mich in den regulären polnischen Studienalltag einzufädeln"
von Christoph Schultejans,
Student der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Oldenburg

 


Universität Bialystok
Ich wollte den polnischen Studienalltag kennen lernen. Und ich wollte meine Polnischkenntnisse erweitern. Deswegen entschied ich mich für die Universität Bialystok. Sie liegt im Nordosten Polens, ist noch sehr jung und die Veranstaltungen werden bisher nur in polnischer Sprache angeboten. Jeder Kurs lässt sich aber auch individuell auf Englisch studieren mit Betreuung einer Lehrperson.
 
Ich war der erste deutsche Student, der versuchte, den polnisch-sprachigen Veranstaltungen an der ökonomischen Fakultät zu folgen, und stieß auf unglaublich viel Sympathie und Unterstützung. Es ging soweit, dass mir gemeinsam mit einem französischen Austauschstudenten ein Gemeinschaftsbüro zur Verfügung gestellt wurde. Vor dem Hintergrund, dass sich i.d.R. mehrere promovierte Akademikerinnen und Akademiker ein Büro teilen, ist das nicht hoch genug zu bewerten. Auch mit der Unterkunft hatte ich großes Glück. Ich war in einem der zwei Wohnheime der Universität untergebracht, Einzelzimmer mit Bad für 45 Euro pro Monat. Auch insgesamt lebt es sich wesentlich günstiger als in Deutschland.
 
Obwohl die Stadt Bialystok aufgrund der Zerstörungen im zweiten Weltkrieg nur wenige Sehenswürdigkeiten bietet, hat mir das Leben dort sehr gut gefallen. Die Mentalität der Menschen hat mich am meisten beeindruckt. Das Interesse an Ausländerinnen und Ausländern ist groß, sofern man eine gemeinsame Sprache findet. Mein Resümee: Wer besondere Erfahrungen sammeln oder Polnisch lernen möchte, dem empfehle ich Bialystok. Zu empfehlen ist außerdem ein Intensiv Learning Preparation Course (Sprache und Kultur). Ich habe einen solchen in Krakau besucht. Das hat mir sehr geholfen.
 
Universität Bialystok im Internet: www.pb.bialystok.pl
 


"Europa ist grenzenlos - gehen wir hin"
Europaservice der Bundesagentur für Arbeit informiert über Ausbildung, Studium und Berufstätigkeit in der EU
 
Der europäische Binnenmarkt ist weltweit einer der größten Arbeitsmärkte der Welt und einer der stärksten Wirtschaftsräume. Dementsprechend bieten sich viele Möglichkeiten. Wer sich mit dem Gedanken trägt oder sich bereits entschlossen hat, im europäischen Ausland zu arbeiten, sollte den Europaservice der Bundesagentur für Arbeit (ES-BA) nutzen. Der ES-BA informiert rund um die Themen Ausbildung, Studium und Arbeiten im europäischen Ausland. Außerdem vermittelt er Arbeitssuchende auf dem europäischen Arbeitsmarkt.
 
Niedersächsische Interessierte können sich an das regionale Zentrum in Bremen wenden. Die Regionalen Zentren beraten und unterstützen auch in- und ausländische Arbeitgeber bei der Rekrutierung von Fach- und Führungskräften, Auszubildenden und Praktikanten.
 
Informationen im Internet unter:
www.arbeitsagentur.de und www.ec.europa.eu/eures
 

Studium in Europa - Neues Internetportal gestartet

Die EU-Kommission hat im Oktober 2008 das neue Internetportal "Study in Europe" eröffnet. Es soll Studierenden aus aller Welt die Attraktivität des europäischen Hochschulwesens näher bringen. Das Portal ist Teil einer umfassenden Kampagne, um die Zahl der nichteuropäischen Studenten in der EU zu steigern. Auf der Webseite finden sich Informationen zu Studienangeboten, Zulassungsverfahren, Kosten und Stipendien, aber auch praktische Tipps zu den Themen Wohnen und Leben in dem jeweiligen europäischen Land.
Extern: Portal "Study in Europe"...
Unser Tipp: Sprachenlernen in der EU
Um die berufliche und persönliche Mobilität im EU-Binnenmarkt zu erhöhen und die Grundlagen für die interkulturelle Kommunikation und das Verständnis anderer Kulturen weiter auszubauen, setzt sich die EU nachdrücklich dafür ein, dass ihre Bürger weitere europäische Sprachen lernen. Dazu gibt es hier Informationen und weiterführende Links.
mehr...


LINKS zum Thema


Go East
Aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) startete der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) im Frühjahr 2002 die Initiative "Go East". Ziel dieser Initiative ist es, den akademischen Austausch mit den Ländern Mittel-, Südost- und Osteuropas sowie den Ländern der GUS zu fördern und so das bisherige Ungleichgewicht im akademischen Austausch mit der Region abzubauen.
 
go out! - Werben für den mobilen Studenten
Das Bundesbildungsministerium und der Deutsche Akademische Austauschdienst haben im September 2006 die Kampagne "go out! - studieren weltweit" gestartet. Damit soll die Zahl derjenigen, die mindestens ein Auslandssemester während ihres Studiums absolvieren, auf 20 Prozent steigen - derzeit sind es 16 Prozent. Die Kampagne bietet Informationen, Veranstaltungen zum Auslandsstudium sowie Erfahrungsberichte.
 
Europäisches Jugendportal (EU-Youth)
Internet-Portal der Europäischen Union für Jugendliche aus ganz Europa mit schnellem Zugang zu jugendbezogenen Informationen. Das Portal bietet zahlreiche Rubriken wie Studieren, Arbeiten und Austausch in Europa sowie weiterführende Links.
 
Weitere Links für Jugendliche
In unserer Link-Datenbank finden sich in der Kategorie "Themenfelder der EU" weitere interessante Links für Jugendliche zu den Themen "Jugend in Europa", "Ausbildung, Praktika, Austausch", "Studieren in Europa" und "Arbeiten in Europa".
Das EIZ Niedersachsen ist eine Informationsstelle im europe direct-Netzwerk der EU.
Besuchen Sie das EIZ Niedersachsen bei Facebook.
Folgen Sie unseren Nachrichten bei Twitter.
Nützliche Informationen, Tipps und Links für Ihre Urlaubs- und Reiseplanung.
Hier erfahren Sie, wer Sie in Niedersachsen über die EU informiert.
Website der EU-Ratspräsidentschaft Dänemarks im 1. Halbjahr 2012.
Niedersachsen wird sich am 14. Mai 2012 (Montag) am 6. bundesweiten EU-Projekttag an Schulen beteiligen. Hier finden Sie nähere Informationen zum EU-Projekttag 2012.
Informationen, Dokumente und Links zum EU-Reformvertrag und zum Prozess seiner Ratifizierung.
dabei sein in Europa: Unsere EU- und Europa-Informationen für Jugendliche.
EU- und Europa-Infos für Kinder mit dem niedersächsischen Europa-Pferd "Eurogaloppo".