Ob Puppen aus giftigem Kunststoff oder Kinderbekleidung mit Verletzungsrisiko: Gefährliche Produkte auf dem europäischen Markt werden immer konsequenter aufgespürt und vom Markt genommen.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Meldungen über das EU-Schnellwarnsystem RAPEX um mehr als ein Viertel auf 2.278 gestiegen, zeigt der heute (Donnerstag) von der Europäischen Kommission veröffentlichte RAPEX-Jahresbericht. 167 Warnungen kamen aus Deutschland. Gut ein Drittel aller RAPEX-Warnungen betraf Bekleidung, Textilien oder Modeartikel, fast ein Fünftel Spielzeug. Das häufigste Ursprungsland gefährlicher Produkte in der EU bleibt China: Fast sechs von zehn gefährlichen Produkten stammen von dort.

Tonio Borg, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, sagte: „Dank einer engeren Zusammenarbeit innerhalb der EU bietet der Binnenmarkt den Verbraucherinnen und Verbrauchern heute mehr Sicherheit. Das RAPEX-System ist ein zentraler Baustein in den Anstrengungen der EU, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen. Die Ergebnisse der Durchsetzungsmaßnahmen während des Jahres 2012 beweisen erhöhte Wachsamkeit, doch müssen wir stets nach Verbesserungen streben. Deswegen hat die Kommission Anfang des Jahres neue Legislativvorschläge zur Produktsicherheit vorgelegt.“

Die 2012 am häufigsten gemeldeten Risiken betrafen gefährliche Chemikalien und Verletzungsrisiken. So geht von Kinderbekleidung mit Zugbändern und Kordeln oft ein Verletzungs- und Strangulationsrisiko aus. Entdeckt wurde zum Beispiel auch ein Hautbleichmittel mit Hydrochinon, dessen Verwendung in Kosmetika und Körperpflegeprodukten untersagt ist, und eine Puppe aus Kunststoff, der eine hohe Konzentration des Weichmachers DEHP enthielt. 

RAPEX ist das Schnellwarnsystem der EU, mit dessen Hilfe sich die Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission über sogenannte Non-Food-Produkte informieren. Dank dieses Systems können Informationen über potenziell gefährliche Produkte schnell ausgetauscht werden. Gefährliche Produkte können so früh entdeckt und vom EU-Markt genommen werden.

Mit China ist die Europäische Union auf bilateraler Ebene in Kontakt, um gefährlichen Produkten durch besseren Informationsaustausch zwischen den Behörden und andere Kommunikationstätigkeiten beizukommen. Zudem sollen sowohl chinesische Hersteller als auch europäische Importeure besser über die Produktsicherheit informiert werden.

Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung sowie diesem MEMO in englischer Sprache.

Den RAPEX-Jahresbericht können Sie hier einsehen.