EU warnt Türkei: Gerammtes Boot war mit EU-Mitteln finanziert

14.02.2018 Brüssel (dpa) – Nach einem erneuten Zwischenfall im Mittelmeer hat die EU die Türkei noch einmal eindringlich vor weiteren Provokationen gewarnt. Man rufe die Türkei auf, von jeglichen Handlungen Abstand zu nehmen, die die gute Nachbarschaft gefährden könnten, sagte der Sprecher von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag in Brüssel. Die Türkei habe die Souveränität der EU-Staaten über deren Hoheitsgewässer und deren Luftraum zu respektieren.

Die Kommission reagierte damit darauf, dass die türkische Küstenwache am Montagabend im Südosten der Ägäis ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache gerammt und beschädigt hatte. Sie bestätigte zudem, dass das betreffende Boot durch Gelder der Europäischen Grenz- und Küstenwache kofinanziert wurde. Dies mache den Zwischenfall auch für den europäischen Steuerzahler relevant, sagte der Sprecher.

Bereits am Montag hatte die EU scharfe Kritik an der türkischen Blockade von Erdgaserkundungen vor Zypern geübt. Sie wird seit Freitag von türkischen Kriegsschiffen durchgesetzt.

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Spannungen vor Zypern: Erdogan warnt vor „Fehlschlüssen“
Türkische Kriegsschiffe hindern den italienischen Energiekonzern ENI daran, vor Zypern nach Erdgas zu bohren. Präsident Erdogan verschärft die Spannungen: Er warnt vor „Fehlschlüssen“ – auch in der Ägäis, berichtet tagesschau.de am 13. Februar 2018.

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