Eurobarometer-Umfrage: Europäer unterstützen stärkere Entwicklungszusammenarbeit

13.01.2015 Brüssel. Trotz der angespannten Wirtschaftslage halten 85 Prozent der Europäer eine Unterstützung der Entwicklungsländer für wichtig. Dies geht aus einer am Montag von der Europäischen Kommission vorgestellten Eurobarometer-Umfrage zum „Europäischen Jahr für Entwicklung 2015“ hervor. Demnach sprechen sich sogar 67 Prozent der EU-Bürger für eine Erhöhung der Hilfe aus. Dies sind sechs Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Vorjahr.

EU-Entwicklungskommissar Neven Mimica sagte dazu am Montag in Brüssel: „Ich finde es äußerst erfreulich, dass unsere Bürgerinnen und Bürger trotz der unsicheren Wirtschaftslage in der EU einem starken entwicklungspolitischen Engagement Europas weiterhin sehr positiv gegenüberstehen. Darauf aufbauend bietet das Europäische Jahr uns die Chance, die Menschen über die Herausforderungen und Ereignisse zu informieren, die in diesem für die Entwicklung wichtigen Jahr anstehen. Dies wird es uns erleichtern, gemeinsam eine Debatte mit ihnen zu führen.“

In Deutschland halten 64 Prozent der Befragten die Bekämpfung der Armut für das oberste Ziel. 75 Prozent sprechen sich für eine Erhöhung der Entwicklungshilfe aus, im Jahr zuvor waren es noch 65 Prozent.

Jeder zweite Europäer (50 Prozent) hält auch das Engagement des Einzelnen zur Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern für wichtig. Ein Drittel der EU-Bürgerinnen und -Bürger engagieren sich persönlich für die Bekämpfung der Armut (34 Prozent), in erster Linie durch Geldspenden an Hilfsorganisationen (29 Prozent).

Die meisten Europäer sind der Meinung, dass es Europa auch Vorteile bringt, andere zu unterstützen: 69 Prozent sind der Auffassung, dass die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern auch positive Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (EU) hat. Rund drei Viertel sind der Ansicht, dass dies im Interesse der EU ist (78 Prozent) und zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt beiträgt (74 Prozent).

Nach Auffassung der Europäerinnen und Europäer ist ehrenamtliches Engagement die wirksamste Art und Weise, um zur Verringerung der Armut in den Entwicklungsländern beizutragen (75 Prozent). Aber eine große Mehrheit glaubt auch, dass die staatliche Entwicklungshilfe (66 Prozent) und Spenden für Organisationen (63 Prozent) nützlich sind.

Das „Europäische Jahr für Entwicklung 2015“ wurde von der EU-Kommission vorgeschlagen und vom Europäischen Parlament und vom EU-Ministerrat einstimmig beschlossen. Damit zeigen die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre feste Entschlossenheit, die Armut in der Welt zu beseitigen. Es handelt sich um das erste Europäische Jahr überhaupt, das den Außenbeziehungen gewidmet ist.

Link zum Thema:

Umfrage zeigt größere Unterstützung der EU-Bürgerinnen und -Bürger für die Entwicklung
PresseInformation der EU-Kommission vom 12. Januar 2015.