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Europäisches Kulturerbejahr 2018: In ganz Europa warten viele kulturelle Schätze auf ihre Entdeckung

19.01.2018 Brüssel. Der europäische Kontinent ist nicht nur reich an verschiedenen Landschaftsformen, Architektur, achäologischen Stätten, Literatur und Kunst, die große kulturelle Vielfalt zeigt sich auch in überlieferten Handwerkstechniken, im Brauchtum, in weitererzählten Geschichten, im Essen oder in Filmen, in denen sich Europäer wiedererkennen. Tausende Veranstaltungen im Europäischen Kulturerbejahr sollen den Menschen Gelegenheit geben, diese Schätze zu entdecken und sich in der Vielfalt auch ihrer gemeinsamen Geschichte und gemeinsamen Werte stärker bewusst zu werden.

„Das Kulturerbe ist das Kernstück der europäischen Art zu leben. Es definiert, wer wir sind, und schafft ein Gefühl der Zugehörigkeit“, sagte Tibor Navracsics, der für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zuständige EU-Kommissar, zum Start des Kulturerbejahres. Und die deutsche Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, erklärte bei der deutschen Auftaktveranstaltung in Hamburg, das Jahr sei eine Einladung, den gemeinsamen Wurzeln und Werten „der Seele Europas“ nachzuspüren. „Die Frage danach, worauf Europa aufgebaut ist, was uns ausmacht als Europäerinnen und Europäer, ist heute drängender denn je angesichts der vielerorts zu beobachtenden Erosion der europäischen Einigung“, sagte Grütters.

Schon lange großen Anklang finden die jährlichen „European Heritage Days“ im September, in Deutschland unter dem Titel „Tage des offenen Denkmals“ bekannt. Zum Kulturerbejahr 2018 sollen europaweit über 70.000 Veranstaltungen stattfinden, über das ganze Jahr verteilt sind Führungen, Tagungen, Vorträge und ähnliches geplant. Hier einige Beispiele aus Deutschland:

  • Die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci vom 8. bis 24. Juni stehen dieses Jahr unter dem Motto „Europa“ und beleuchten die europäische Dimension der Geschichte Potsdams, Brandenburgs und Preußens.
  • Der Berliner Auftakt des Kulturerbejahres findet am 12. Februar im Europäischen Haus Berlin statt.
  • Bei der Führung „Saures Papier, Mumien und krabbelnde Bewohner“ am 15. Februar in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig erfährt man, wie Schäden an teils über 100 Jahre alten Büchern, Zeitschriften oder Schallplatten bekämpft und vermieden werden können.
  • Im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München wird vom 7. bis 13. März die Sonderschau „Handwerk und das kulturelle Erbe“ gezeigt.

Europäisches im Lokalen entdecken

In Deutschland haben sich Bund, Länder und Kommunen über die Themen des Kulturerbejahres abgestimmt, die Grundidee lautet „Das Europäische im Lokalen entdecken“. Als nationaler Koordinator fungiert das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz. Dieses hat auch den Anstoß für die digitale Informations- und Vernetzungsplattform www.sharingheritage.de gegeben. „Unter dem Motto ‚Sharing Heritage‘ laden wir alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich im Themenjahr über kulturelle Traditionen und historische Zeugnisse zu informieren und ihre eigenen kulturellen Hintergründe einzubringen“, sagte die Präsidentin des Nationalkomitees Martina Münch.

Aktiv mitmachen beim Kulturerbejahr kann man auch mit einem Besuch einer der beiden Kulturhauptstäde Europas oder einer der bisher 29 Stätten, denen das Europäische Kulturerbe-Siegel verliehen wurde. In Deutschland tragen das Hambacher Schloss und Münster und Osnabrück als „Stätten des Westfälischen Friedens“ dieses Siegel.

Kulturhauptstädte Europas

Seit 1985 wurden über 50 Städte zu Kulturhauptstädten ernannt. Sie sollen in ihren Mauern ein „Europäisches Kulturerbejahr“ anbieten. Für die Städte ist das Jahr eine große Chance zur Belebung von Kultur und Tourismus und Stärkung ihres Profils. In diesem Jahr sind Leeuwarden (Niederlande) und Valletta (Malta) die Hauptstädte. Aus Deutschland trug zuletzt 2010 Essen den Titel, stellvertretend für das Ruhrgebiet.

Junge Menschen besonders ansprechen

In Deutschland wie in der ganzen EU sollen viele Angebote besonders Kinder und junge Menschen ansprechen, die das Erbe für künftige Generationen bewahren sollen. Gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten soll ein langfristiger Aktionsplan für Kultur und Kulturerbe ausgearbeitet werden. Ein Höhepunkt des Jahres wird der „Europäische Kulturerbegipfel“ vom 18. bis 24. Juni in Berlin. Dort sind unter anderem eine „Open Heritage Night“ auf der Museumsinsel und prominent besetzte politische Diskussionen geplant, und der diesjährige EU-Preis für Kulturerbe (Europa Nostra Preis) wird vergeben. Europa-Nostra-Präsident Placido Domingo wird in der renovierten Staatsoper Berlin die Titelrolle in „Macbeth“ singen. (frh)

Quelle dieser Informationen:
EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland