EIZ Niedersachsen

Europajahr 2015: Europäisches Jahr für Entwicklung

EU-Jahr-2015-370x370Vielfältiger Einsatz für “Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft”

Das Europäische Jahr für Entwicklung 2015 ist gestartet. Es steht unter dem Motto “Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft”. EU-weit wird über die Herausforderungen der globalen Entwicklungspolitik diskutiert. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie sollen die neuen Ziele für eine weltweite nachhaltige Entwicklung aussehen? 2015 wird auch Bilanz gezogen zu den vor 15 Jahren festgelegten UN-Millenniums-Entwicklungszielen. Zum Jahresende soll außerdem ein weltweites Klimaschutzabkommen vereinbart werden. Damit rückt die Entwicklungszusammenarbeit ins internationale Rampenlicht. Die Europäische Kommission sieht das Jahr für Entwicklung (EYD 2015) als Chance, über ihre Leistungen und die der EU-Mitgliedstaaten zu informieren.

EU-Bürger sind für mehr Entwicklungshilfe

Die Menschen auf der Welt seien zunehmend voneinander abhängig, sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei der Eröffnungsveranstaltung zum Entwicklungsjahr. “Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, seien es Klimawandel, Migration, Radikalismus oder Seuchen wie Ebola, kennen keine Grenzen. Unsere Antwort darauf muss einheitlich sein”, sagte Juncker. Zu den größten Aufgaben gehöre es, den Menschen auf der Welt ein würdiges Leben zu ermöglichen, ohne die Natur überzustrapazieren.

“Wir wollen Geschichten aus der ganzen Welt erzählen, die zeigen, dass – woher wir auch kommen und wohin wir auch wollen – unsere Ziele die gleichen sind: eine stabile und friedliche Welt, Bildung für unsere Kinder, Arbeitsplätze für junge Menschen, ein Leben in Würde auf diesem Planeten, mit dem wir achtsamer umgehen müssen”, sagte Juncker zu den Zielen des Entwicklungsjahres.

Die EU ist laut EU-Kommission weltweit mit Abstand größter Geldgeber für Entwicklungshilfe. Im Jahr 2013 unterstützten die 28 EU-Mitgliedstaaten Entwicklungsländer mit 56,2 Milliarden Euro, was 0,43 Prozent des EU-Bruttonationaleinkommens (BNE) entsprach. In einer Eurobarometer-Umfrage sagten jetzt 67 Prozent der befragten EU -Bürger (sechs Prozentpunkte mehr als 2013), es sollte noch mehr sein. 69 Prozent der Befragten glauben laut Umfrage, dass die Bekämpfung der Armut in den Entwicklungsländern auch positive Auswirkungen für die Bürgerinnen und Bürger der EU hat. Rund drei Viertel sind der Ansicht, dass dies im Interesse der EU ist (78 Prozent) und zu mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Welt beiträgt (74 Prozent).

Das “Jahr der Entwicklung” sei eine einmalige Chance, auf diese Themen aufmerksam zu machen und die Menschen besser darüber zu informieren, wie die Hilfsgelder eingesetzt werden, sagte Neven Mimica, der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung.

Deutsche “Zukunftscharta” liegt schon vor

In Deutschland koordiniert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die Aktivitäten zum Europäischen Jahr der Entwicklung. Eine nationale Auftaktveranstaltung ist im Februar geplant, und das BMZ hat bereits in einem monatelangen Dialog mit Interessensgruppen und Bürgern und nach vielen Veranstaltungen in ganz Deutschland die Zukunftscharta “EINE WELT – Unsere Verantwortung” erarbeitet. Bei zahlreichen Bürgerdialogen soll 2015 weiter diskutiert werden.

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema:

Europäisches Jahr für Entwicklung: Weltweite Zeichen für die Gleichberechtigung
Den Fortschritten und Errungenschaften bei der Gleichberechtigung von Frauen und Mädchen stehen aber auch Rückschritte gegenüber. Was wir dem entgegen bringen können und was auch in Zukunft in unseren Köpfen zur Gleichberechtigung geschehen sollte, erfahren Sie in dieser Veranstaltung am 24. September 2015 in Hannover.

Vor Ort für globale Gerechtigkeit – Ausstellung zum Europäischen Jahr für Entwicklung
Die Ausstellung vom 4. September bis Ende 2015 in Niedersachsen zeigt, wie Globalisierung unseren Alltag prägt und Entwicklungspolitik gemacht wird. Dazu werden Beispiele aus den Bereichen Bildung, Menschenrechte, Klimawandel, Landwirtschaft, Migration, Welthandel, Gute Regierung und Perspektiven vorgestellt. Zu jedem Thema berichten Menschen aus Niedersachsen von ihrem Engagement vor Ort. In einer Mitmachstation können Besucherinnen und Besucher eigene Vorschläge formulieren und veröffentlichen.

Unsere Welt. Unsere Würde. Unsere Zukunft – Europäische Entwicklungspolitik: Von der Hilfe zur Zusammenarbeit?
Der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN), das EIZ Niedersachsen und die Niedersächsische Staatskanzlei diskutieren am 12. Juni 2015 in Hannover gemeinsam mit Eine-Welt-Initiativen, Schulen und Politik: Wie sieht eine moderne Entwicklungspolitik aus? Was versteht die EU darunter? Was kann die Politik in Niedersachsen dazu beitragen? Wie kann sich jede/r einzelne einbringen?

Aktuelle Prioritäten der europäischen Entwicklungspolitik im Europäischen Jahr für Entwicklung 2015
Veranstaltung am 20. Februar 2015 (12:00-13:30 Uhr) im EIZ Niedersachsen in Hannover.

Afrika wächst! – Welche Chancen bieten sich für beide Seiten?
Veranstaltung am 5. Februar 2015 (17:00-18:30 Uhr) im EIZ Niedersachsen in Hannover.

Video zum Thema:

2015 – Europäisches Jahr für Entwicklung: ein Leben in Würde für alle
Video des Fernsehens des Europäisches Parlaments – EuroparlTV – vom 2. April 2014 mit deutschen Untertiteln:

Downloads zum Thema:

Beschluss über das Europäische Jahr für Entwicklung (2015)
Text des Beschlusses des Europäischen Parlaments und des EU-Ministerrates vom 16. April 2014 als PDF-Dokument.

Zukunftscharta “EINE WELT – Unsere Verantwortung”
An diesem Dokument haben Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, der Kirchen, aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kommunen und Ländern in Deutschland über ein halbes Jahr gearbeitet.

Ein entscheidendes Jahr für die globale Entwicklung – Die Post 2015-Agenda und das Europäische Jahr für Entwicklung
Heft “EUROPA kommunal” (1/2015 Januar/Februar) der deutschen Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) mit einem Gastbeitrag von Neven Mimica, EU-Kommissar für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, sowie weitere Beiträge zum EU-Jahr 2015 als PDF-Dokument.

Links zum Thema:

Europäisches Jahr für Entwicklung: Nicht überall in der EU ein druchschlagender Erfolg
Das Europäische Jahr für Entwicklung hatte zum Ziel, die Bedeutung der EU-Entwicklungsagenda stärker in die Öffentlichkeit zu rücken – erreicht wurde das nur teilweise. Bericht von EurActiv vom 10. Dezember 2015.

Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft: EU startet “Europäisches Jahr für Entwicklung 2015″
Nachricht vom 12. Januar 2015 zur Auftaktveranstaltung der EU am 9. Januar 2015 in Riga.

Europäisches Jahr der Entwicklung 2015 – EYD2015
Website der EU mit Informationen und Dokumenten rund um das EU-Jahr.

International Cooperation and Development
Informationen und Dokumente zur Entwicklungszusammenarbeit der EU.

Projekte in der Entwicklungszusammenarbeit: Neues Beratungsangebot für Städte und Gemeinden
Für zahlreiche Projekte, sei es für Vorhaben in Entwicklungsländern oder für die entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in der Europäischen Union (EU), ist eine finanzielle Unterstützung aus dem EU-Budget möglich. Nachricht vom 11. September 2015.

EU führend bei Ressourcen für nachhaltige Entwicklung
Die Europäische Union (EU) bekräftigt ihre Führungsrolle bei der Mobilisierung von Mitteln zur Armutsbekämpfung und zur Verwirklichung einer nachhaltigen Entwicklung auf einem internationalen Geberkoordinierungstreffen. Nachricht vom 14. Juli 2015 zum Thema.

EU bleibt größter Geber von Entwicklungshilfe
Die Europäische Union (EU) und ihre 28 Mitgliedstaaten bleiben die weltweit größten Geber von Entwicklungsunterstützung. Unter anderem hat Deutschland seine Ausgaben für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit von 0,38 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) im Jahr 2013 auf 0,41 Prozent im Jahr 2014 erhöht. Das geht aus den vorläufigen Zahlen zur kollektiven öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am 8. April 2015 in Paris veröffentlicht hat.

Europäischer Wettbewerb im Schuljahr 2014/15: Europa hilft – hilft Europa?
Deutschlands ältester Schülerwettbewerb, der Europäische Wettbewerb, bietet im kommenden Schuljahr 2014/15 vielfältige und altersgerecht ausdifferenzierte Möglichkeiten, mit Schülern zum Thema Entwicklung kreativ zu arbeiten. Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen sind eingeladen, sich unter dem Motto “Europa hilft – hilft Europa?” nicht nur kreativ, sondern auch kritisch mit europäischer Entwicklungshilfe und Europas Verantwortung für die Welt auseinanderzusetzen.

Wettbewerb Euroscola 2015: Entwicklungspolitik – Was habe ich damit zu tun?
Das in Berlin ansässige Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland hat zur Teilnahme am Wettbewerb “Euroscola” 2015 aufgerufen. Thema des Wettbewerbs ist in diesem Jahr die Entwicklungspolitik. Einsendeschluss für Beiträge ist der 31. März 2015.

Eurobarometer-Umfrage: Europäer unterstützen stärkere Entwicklungszusammenarbeit
Nachricht vom 13. Januar 2015 zum Thema.