Fipronil in Eiern: Kommission will Koordinierung zwischen Mitgliedstaaten verbessern

10.08.2017 Brüssel. Der aktuelle Fall von Fipronil in Eiern in der EU hat gezeigt, wie wichtig ein schneller Informationsaustausch der Mitgliedstaaten zum Schutz der Verbraucher ist. Mit dem Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) steht ein bewährtes Instrument für gegenseitige Warnungen über gesundheitliche Risiken zur Verfügung. Die Kommission ist bestrebt, die Transparenz, die Koordinierung und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten weiter zu verbessern. Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hat darüber in den vergangenen Tagen mit den Agrarministern Belgiens, der Niederlande und Deutschlands gesprochen. „Die Kommission ist auch bereit, gemeinsam mit den Mitgliedstaaten auf politischer Ebene im Rat über die Lehren aus dem Fall und über die Möglichkeiten zur kontinuierlichen Verbesserung der Wirksamkeit des EU-Systems zu diskutieren“, sagte ein Kommissionssprecher Donnerstag (10. August) in Brüssel.

„Jetzt ist der Moment, um in einer koordinierten und transparenten Weise zu handeln, nicht um irgendein Schwarzer-Peter-Spiel anzufangen. Das erwarten die europäischen Bürger von uns und das machen wir“, sagte der Sprecher.

Im aktuellen Fall von mit dem Insektenmittel Fipronil belasteten Eiern wurde die Kommission über das Schnellwarnsystem RASFF von den belgischen Behörden am 20. Juli 2017 informiert. Im dezentralen System der Europäischen Union haben die Mitgliedsstaaten die Hauptverantwortung, Untersuchungen einzuleiten und Maßnahmen zu ergreifen. Sie können gegebenenfalls Betriebe schließen, wenn es Probleme gibt, Produkte aus dem Markt nehmen und die Verbraucher warnen.

Im Fall einer Gesundheitsgefährdung informiert das betroffene Mitgliedsland zeitgleich über das Schnellwarnsystem RASFF die anderen EU-Staaten über das betroffene Lebens- oder Futtermittel. Dadurch wird sichergestellt, dass alle RASFF-Mitglieder unmittelbar prüfen können, ob sie auch betroffen und ob dringende Maßnahmen erforderlich sind. Das Rapid Alert System for Food and Feed gibt es seit 1979 und wird seither laufend weiter entwickelt. In Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an das RASFF angeschlossen.

Belgien hat seit dem 20. Juli den Vertrieb von Eiern aus 86 Legehennen-Betrieben gestoppt und seither einige Betriebe wieder freigegeben. Die Niederlande haben das Schnellwarnsystem am 26. Juli aktiviert und zwischenzeitlich bis zu 195 Betriebe geblockt. In Deutschland waren seit dem 31. Juli vier Betriebe betroffen.

Das RASFF-System hat sich bewährt. Jedes Jahr gibt es einige hundert Warnmeldungen, die zu schnellem Behördenhandeln in allen betroffenen Ländern führen – zum Beispiel bei Bakterienverunreinigungen in Käse oder Pestizidrückstände in Obst und Gemüse. Ein Schnellwarnsystem ist dann effizient, wenn die Informationen schnell kommen und andere Länder rechtzeitig gewarnt werden können.

Links zum Thema:

Fragen und Antworten zum Schnellwarnsystem RASFF (in Englisch)

Mitschnitt der täglichen Pressekonferenz der Europäischen Kommission vom 10. August 2017

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.