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Neun Milliarden für Informationstechnologie
| Rund 3.500 Forscher verfolgten am 21. November 2006 bei der Konferenz "Information Society Technology 2006" (IST 2006) in Helsinki, was die EU für die künftige Forschung an Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu bieten hat. Über 9 Milliarden Euro will die Gemeinschaft innerhalb des neuen Forschungsrahmenprogramms investieren. "Europa holt in der IKT-Forschung allmählich auf", sagte Viviane Reding, das für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Mitglied der Europäischen Kommission. Damit dies weitergeht, forderte sie Mitgliedstaaten, Industrie und Hochschulen der Europäischen Union (EU) auf, sich den Bemühungen der EU-Kommission um ein wettbewerbsfähigeres Europa anzuschließen.
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Hinter dem Schlagwort "Ideen" verbirgt sich die Kreativabteilung: Hier hat eine neu geschaffene Instanz aus hochkarätigen Wissenschaftlern das Sagen: Der Europäische Forschungsrat (EFR) verfügt über fast 7,5 Milliarden Euro, um an den Grenzen des Wissens Pionierforschung zu unterstützen.
Das Programm "Menschen" kümmert sich um das Humankapital: Europa braucht noch viel mehr Forscherpersönlichkeiten. Rund 4,7 Milliarden Euro stehen bereit, um mit den als "Marie-Curie-Maßnahmen" bekannten Möglichkeiten wissenschaftliche Karrieren anzustoßen, Forschern die Arbeit an ausländischen Forschungseinrichtungen und die Mitarbeit in internationalen Teams zu ermöglichen und vieles andere mehr.
Der Weiterentwicklung von "Kapazitäten" der europäischen Forschungslandschaft sind über 4,2 Milliarden Euro gewidmet. Modernste Laboratorien, Strahlenquellen, Datenbanken, Observatorien, Reinräume zur Entwicklung neuer Werkstoffe und viele andere Einrichtungen führen Menschen und Investitionen zusammen, tragen zur nationalen, regionalen und europäischen Wirtschaftsentwicklung bei. Im Rahmen des Programms sollen unter anderem kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), deren Beteiligung bisher hinter der Erwartung zurückgeblieben ist, durch Forschung in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit unterstützt werden. Einen neuen Weg beschreitet die Kommission mit den Europäischen Technologieplattformen, mit denen sie Mittel der EU, der Mitgliedstaaten und der Industrie in öffentlichprivaten Partnerschaften zusammenbringen will.
Zehn Forschungsgebiete haben Vorrang
Unter dem Stichwort "Zusammenarbeit" fließt der größte Teil des Geldes - über 32 Milliarden Euro - in Forschungsprojekte, die große Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt und besonderen Nutzen für die Bürger versprechen. Dieser Geldsegen kommt internationalen Kooperationsprojekten zugute.
Neben der oben bereits erwähnten Informationstechnologie steht hierbei mit 6 Milliarden Euro ein Gesundheitsforschungsprogramm im Vordergrund. Es dreht sich um hauptsächlich um Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Infektionskrankheiten sowie um Alzheimer und Parkinson. Die internationale Zusammenarbeit soll aber auch die Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungen beschleunigen. Mehr als 4 Milliarden Euro werden für sichere, umweltfreundliche und intelligentere Verkehrssysteme ausgegeben.
3,5 Milliarden Euro für Aktivitäten auf dem Gebiet der Nanotechnologie, Werkstoffe und Produktionstechnologien werden zur Leistungssteigerung in allen Produktionsbranchen beitragen. 2,3 Milliarden Euro für Energieforschung sollen den Energiebedarf umweltfreundlicher decken und die Emission von Treibhausgasen drastisch senken helfen. 1,9 Milliarden Euro für Lebensmittel-, Landwirtschafts- und Biotechnologie versprechen Fortschritte in der nachhaltigen Bewirtschaftung, der Produktion und des Einsatzes biologischer Ressourcen. 1,8 Milliarden Euro dienen dazu, um die Klimaänderung zu erforschen, umweltfreundliche Techniken zu entwickeln und unseren Umgang mit den Ressourcen zu verbessern.
1,4 Milliarden Euro sollen die Position Europas in der Weltraumforschung stärken. Eines der Großprojekte innerhalb dieses Programms ist das Satellitennavigationssystem GALILEO, Europas gemeinsame Antwort auf das vom amerikanischen Militär kontrollierte GPS. Galileo wird allein für zivile Zwecke entwickelt und soll ab 2008 in Betrieb gehen.
Ein ganz neues Feld ist die Sicherheitstechnik: 1,3 Milliarden Euro will man investieren, um die Bürger gegen Bedrohungen wie Terrorismus, Naturkatastrophen und Kriminalität besser zu schützen und trotzdem Privatsphäre und Grundrechte zu respektieren. Mit 610 Millionen Euro wird Brüssel erstmals auch die sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftliche Forschung unterstützen, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen besser zu verstehen und geeignete politische Konzepte entwickeln zu können.
Eine Sonderrolle spielt der fünfte Programmteil: das Rahmenprogramm für Kernforschung in der Zuständigkeit der Euratom. Der Löwenanteil der dafür vorgesehenen 2,7 Milliarden Euro - rund 1,9 Milliarden - fließt in die Fusionsforschung. Kernfusion gilt als nachhaltige, umweltverträgliche und wirtschaftliche Energiequelle der Zukunft.
| Quelle der vorstehenden Informationen: EU-Nachrichten Nr. 44 vom 23. November 2006 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. |
HINWEISE zum Thema
European Research Council (ERC) - Europäischer Forschungsrat
Nach dem Vorbild der Deutschen Forschungsgemeinschaft wird der im Februar 2007 gegründete ERC auf EU-Ebene die Grundlagenforschung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern unterstützen.
Der ERC besteht im Kern aus einem Wissenschaftlichen Rat, der mit 22 international anerkannten europäischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftern besetzt ist. Vorsitzender ist Professor Fotis Kafatos. Generalsekretär des ERC ist der frühere Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Professor Ernst-Ludwig Winnacker. Deutsche Vertreter sind die Medizin-Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard vom Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und der Physikochemiker Hans-Joachim Freund vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft.
Vergeben werden die Forschungsgelder allein nach dem Kriterium der wissenschaftlichen Exzellenz. Auch nichteuropäische Wissenschaftler können an dem Programm teilnehmen und hier gemeinsam mit europäischen Forscherinnen und Forschern arbeiten.
Extern: ERC-Website (en)...
Nationale Kontaktstelle: ZENIT berät Forscher und Unternehmen
ZENIT, das Zentrum für Innovation und Technik in Mülheim/Ruhr, ist für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in den kommenden drei Jahren die Nationale Kontaktstelle für das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU.
Die EU fördert grenzüberschreitende Vorhaben im Bereich Forschung und Innovation von 2007 bis 2013 mit rund 54 Milliarden Euro. Förderfähig sind Projekte von Unternehmen, die gemeinsam mit Forschungseinrichtungen ein technologisches Problem lösen wollen. Mindestens drei KMU aus drei europäischen Ländern plus zwei voneinander unabhängige Forschungsinstitute müssen sich beteiligen.
ZENIT arbeitet zusammen mit dem Netzwerk der deutschen Innovation Relay Centres (IRC) in den einzelnen Bundesländern. Das Zentrum wird bundesweit Informationen zur Verfügung stellen und Antragsteller beraten.
Extern: ZENIT-Website...
LINKS zum Thema
ICT - Information and Communication Technologies
Informationen von CORDIS, dem Informationsdienst zu Forschung und Innovation der EU, zur IKT-Forschung im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU und zu den aktuellen Ausschreibungen.
9 Milliarden Euro für die europäische IKT-Forschung
PresseInformation der EU-Kommission vom 21. November 2006.
1,2 Milliarden Euro für die Förderung der europäischen IKT-Forschung
PresseInformation der EU-Kommission vom 1. Februar 2007.
European Technology Platforms for Information and Communication Technologies
Memorandum der EU-Kommission vom 18. September 2006 mit Fragen und Antworten zu den europäischen Technologieplattformen (ETP).
EU-Forschungsrahmenprogramm
Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).


