Heute: 22. Mai 2012 Dienstag
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Forschung schafft Arbeit
 
EU wird Innovationsunion
Die Europäische Kommission drängt darauf, Europas Entwicklung zu einem erstklassigen Wissenschaftsstandort voranzubringen und Innovationshemmnisse zu beseitigen. Ihre Ideen dazu hat sie am 6. Oktober 2010 in der Leitinitiative "Innovationsunion" vorgelegt.
 
Eine Steigerung der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) könnte in den nächsten fünfzehn Jahren 3,7 Millionen Arbeitsplätze entstehen lassen. Das jährliche Bruttoinlandsprodukt würde, so eine neue Studie der EU-Kommission, dadurch um bis zu 795 Milliarden Euro wachsen. Allein eine Million Forscher würden zusätzlich benötigt.
 

Derzeit fällt Europa eher zurück. Seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) liegen um 66 Prozent unter denen der USA und um 122 Prozent unter denen Japans, warnte die für Forschung, Innovation und Wissenschaft verantwortliche Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn: "Wenn wir Europa jetzt nicht zu einer Innovationsunion umbauen, werden unsere Volkswirtschaften verkümmern, während Ideen und Talente brach liegen. Innovation ist der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum und für gerechtere und umweltbewusstere Gesellschaften."
 
Ein Bündel an Vorschlägen
Die "Innovationsunion" ist eine der Leitinitiativen der Strategie "Europa 2020", die auf höchster politischer Ebene vorangetrieben wird. Schwerpunktthemen sind unter anderem geistiges Eigentum, Fragen der öffentlichen und privaten Finanzierung und die Mobilität von Forschern. Die Kommission wird einen leichteren Zugang zu Finanzmitteln fördern und bestehende Forschungsinitiativen aufstocken. Unter anderem wird sie auch ein Forschungsprogramm auflegen, das neue Ideen für den Sozialbereich entwickeln soll. Auch das Urheberrechtssystem in Europa muss modernisiert werden. Durch die Schaffung des EU-Patents würden die Unternehmen jährlich 250 Millionen Euro sparen.
 
Forschung alleine schafft noch keine Innovation, betonte die Kommission. Fördermaßnahmen sollen auch auf die Umsetzung von Forschungsergebnissen und die Überleitung in den Markt zielen: Die Staaten, die der Strategie im Rat noch ihren Segen geben müssen, sollen alles tun, um die Privatwirtschaft zu stimulieren. Engpässe, die neue Ideen nicht bis zur Marktreife gelangen lassen, müssen verschwinden. Bürokratische Hürden sollen fallen, das Normungssystem muss beschleunigt werden.
 
Auch Kooperation und Knowhow-Transfer zwischen Wissenschaft und Unternehmen steht ganz oben auf der Agenda. Das betonte der für Industrie zuständige Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani, der gemeinsam mit Geoghegan-Quinn die Vorschläge erläuterte. Der Ausbau der Forschungsinfrastruktur soll sich am Bedarf der Wirtschaft orientieren und den Zugang gerade der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sichern. Das 8. Forschungsrahmenprogramm wird eine wichtige Rolle spielen. Der Europäische Forschungsrat und das Europäische Innovations- und Technologieinstitut werden ausgebaut.
 
Problemlösungen mit Wachstumspotenzial
Inhaltlich sollen sich die Bemühungen Europas - auch in Zusammenarbeit mit Drittländern - auf die besonderen Herausforderungen der Zukunft konzentrieren, also auf Themenfelder, die zugleich das Potenzial haben, einen wirtschaftlichen Anschub zu vermitteln. Gemeint sind die Anpassungsprobleme der alternden Gesellschaft, Energiefragen, intelligenter Stadtverkehr, effiziente Wasserverwendung, nicht-energetische Rohstoffe sowie nachhaltige, produktive Landwirtschaft.
 
Auf sie konzentrieren sich so genannte Europäische Innovationspartnerschaften: Öffentliche und private Akteure werden in einem Lenkungsausschuss unter Vorsitz der Kommission auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene die Forschung und Entwicklung verstärken, Investitionen koordinieren, die Normung beschleunigen und die Nachfrage anregen. Die Kommission übernimmt die Startfinanzierung. (mb)


Innovationspartnerschaft "Aktivität und Gesundheit im Alter"
Die Pilotpartnerschaft "Aktivität und Gesundheit im Alter" wird die erste sein, mit der die Kommission das neue Instrument einer öffentlichprivaten Zusammenarbeit erprobt. Im Frühjahr 2011 beginnt ein Forschungsprojekt, das ein konkretes Ziel verfolgt: Gesund bleiben bis ins hohe Alter. Das Vorhaben sei bei einigen Wirtschaftsbranchen auf großes Interesse gestoßen, berichtete die verantwortliche Kommissarin Máire Geoghegan-Quinn. Die Informations- und Kommunikationstechnik habe bereits unterschiedliche Hilfen für ältere Menschen zur Bewältigung des Alltags im Blick: angefangen von speziellen Handys bis hin zu Gesundheitsdiensten, die über das Internet abrufbar sind. Auch die Öffentlichkeit werde großes Interesse daran haben.
 
Weitere Partnerschaften zu Themen wie Energie, intelligente Städte und intelligente Mobilität, effiziente Wasserverwendung, nicht-energetische Rohstoffe sowie nachhaltige und produktive Landwirtschaft werden folgen.
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 33 vom 7. Oktober 2010 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


LINKS zum Thema


Die "Innovationsunion" -
Ideen in Arbeitsplätze, umweltfreundliches Wachstum und sozialen Fortschritt umsetzen

PresseInformation der EU-Kommission vom 6. Oktober 2010.
 
Turning Europe into a true Innovation Union
Memorandum der EU-Kommission vom 6. Oktober 2010 mit Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema.
 
Innovation Union
Informationen und Dokumente der EU-Kommission zum Thema.
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