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Landwirtschaft: EU verlängert Hilfen für den Milchsektor

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Landwirtschaft: EU verlängert Hilfen für den Milchsektor

29.01.2016 Brüssel. Die Unterstützung der Europäischen Union (EU) für die private Lagerhaltung von Butter und Magermilchpulver wird bis zum 30. September 2016 verlängert. Einem entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission haben die EU-Mitgliedstaaten am Donnerstag (28. Januar) zugestimmt.

Die Beihilfen waren im Sommer 2014 eingeführt worden, um die Folgen des russischen Importstopps für die europäischen Landwirte abzufedern. “Wir wollen, dass unsere Landwirte und Molkereibetreiber einen fairen Preis für ihre harte Arbeit bekommen und weiterhin Weltklasse-Produkte liefern. Ich werde alle mir zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um den Markt zu stabilisieren”, erklärte EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan bei einer Veranstaltung zur Zukunft des Milchsektors am Mittwoch (27. Januar) im Europäischen Parlament.

Bei der privaten Lagerhaltung bleiben die Produkte im Besitz des Produzenten, er nimmt sie aber gegen eine Beihilfe zeitweilig vom Markt und trägt so zu dessen Stabilisierung bei. Im Jahr 2015 wurden im Rahmen der Lagerhaltung in der gesamten EU rund 52.000 Tonnen Magermilchpulver vom Markt genommen, davon ca. 11.200 Tonnen in Deutschland. Im selben Zeitraum wurden in der EU über 141.000 Tonnen Butter privat gelagert, davon über 17.000 Tonnen in Deutschland.

Marktstützungsmaßnahmen hatte die EU seit dem Sommer 2014 auch für Käse, Obst und Gemüse sowie Schweinefleisch eingeführt.

Das jüngste Programm zur Unterstützung für die private Lagerhaltung von Schweinefleisch war am 4. Januar 2016 angelaufen. Am Dienstag (26. Januar) hatten die EU-Staaten beschlossen, dieses wieder zu schließen, nachdem bis dahin die erwarteten Mengen Schweinefleisch vom Markt genommen worden waren und es Hinweise auf eine vorsichtige Entspannung der Marktpreise gibt. Seit dem 4. Januar hatten Landwirte in Deutschland unter dem Programm 29.000 Tonnen Schweinefleisch in die private Lagerhaltung gegeben. Das entspricht 29 Prozent der Gesamtmenge (rund 90.000 Tonnen), die in den 18 beteiligten EU-Staaten vorübergehend vom Markt genommen wurden.