Mauro Ferrari zum nächsten Präsidenten des Europäischen Forschungsrates ernannt

14.05.2019 Brüssel. Die Europäische Kommission hat heute (Dienstag) den italienischen Nanowissenschaftler Professor Mauro Ferrari zum nächsten Präsidenten des Europäischen Forschungsrates (ERC) ernannt. Er wird seine neue Funktion am 1. Januar 2020 antreten, wenn das Mandat des derzeitigen Präsidenten Professor Jean-Pierre Bourguignon endet. Der ERC ist für die Finanzierung der wissenschaftlichen Pionierforschung in Europa zuständig. Im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon Europe hat die Kommission für 2021-2027 eine deutliche Aufstockung des Budgets für den ERC vorgeschlagen.

Carlos Moedas, der für Forschung, Wissenschaft und Innovation zuständige Kommissar erklärte: „Der ERC genießt weltweit den Ruf, exzellente Forschung zu fördern. Professor Mauro Ferrari ist international bekannt für seine herausragende interdisziplinäre akademische Karriere. Mit seinem Verständnis für den gesellschaftlichen Wert der Wissenschaft, seiner starken Führung und seinen außergewöhnlichen Kommunikationsfähigkeiten ist Prof. Ferrari die richtige Person, um den ERC und die europäische Wissenschaft zu neuen Höhen zu führen. Ich möchte auch Präsident Jean-Pierre Bourguignon meine Anerkennung aussprechen, der den ERC von Grund auf gestärkt hat.“

Der neue Präsident tritt dem ERC zu einem für seine Entwicklung wichtigen Zeitpunkt bei. Für den nächsten langfristigen EU-Haushalt hat die Kommission Horizon Europe vorgeschlagen, das bislang ehrgeizigste Forschungs- und Innovationsprogramm der EU. Das Budget des ERC soll von 13,1 Milliarden Euro im Zeitraum 2014-2020 auf 16,6 Milliarden Euro für 2021-2027 steigen.

Professor Ferrari hat war im Rahmen seiner akademischen Karriere, darunter viele Jahre in den Vereinigten Staaten, in verschiedenen Bereichen wie Mathematik, Ingenieurwesen, Medizin und Biologie tätig und hat Pionierarbeit auf dem Gebiet der Nanomedizin geleistet.

Die Entscheidung der Kommission folgt einem wettbewerbsorientierten Auswahlverfahren, das von einem hochrangigen Suchausschuss geleitet wird, der sich aus den Professoren Mario Monti (Vorsitzender, Präsident der Bocconi-Universität), Alice Gast (Präsidentin des Imperial College), Fabiola Gianotti (Generaldirektorin des CERN), Carl-Henrik Heldin (Vorsitzender der Nobel-Stiftung), Jules A. Hoffmann (Nobelpreis für Medizin), Helga Nowotny (ehemalige Präsidentin des ERC) und Maciej Zylicz (Präsident der Stiftung für polnische Wissenschaft) zusammensetzt.

Hintergrund

Der von der EU 2007 gegründete Europäische Forschungsrat wird im Rahmen des laufenden Programms Horizont 2020 ausschließlich aus dem EU-Haushalt finanziert. Jedes Jahr wählt und finanziert sie die besten, kreativsten Forscher aller Nationalitäten und Altersgruppen für die Durchführung von Projekten in Europa. Seit 2007 wurden rund 9.000 Projekte für die Finanzierung durch öffentliche Auswahlverfahren ausgewählt und über 110 .00 Artikel, die die Unterstützung des ERC bestätigen, in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht. ERC-Geförderte haben renommierte Preise gewonnen, 6 Nobelpreise, 4 Fields-Medaillen und 5 Wolf-Preise. Der ERC hat es den Forschern bereits ermöglicht, vielversprechende Wege zu beschreiten, die zu wissenschaftlichen Durchbrüchen führen, wie z.B. das erste Bild eines schwarzen Lochs, wichtige Fortschritte in der Krebsforschung oder die frühzeitige Erkennung von Sicherheitsmängeln in Computerprozessoren.

Der Präsident ist der formelle Vertreter des Europäischen Forschungsrates und führt den Vorsitz im wissenschaftlichen Rat, dem Leitungsorgan des ERC. Der Wissenschaftliche Rat, der sich aus herausragenden Wissenschaftlern zusammensetzt, legt die Strategie und die Methoden der wissenschaftlichen Finanzierung des ERC fest.

Links zum Thema:

Presse-Statement des ERC zur Ernennung des neuen Präsidenten

Europäischer Forschungsrat – Website

Horizon Europe – Website

EU-Forschung und Innovation – Erfolgsgeschichten – Factsheet

Horizon 2020 – Website

Quelle dieser Informationen: EU-Nachrichten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.