Heute: 22. Mai 2012 Dienstag
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Mehrsprachigkeit
 
Jeder Europäer soll eine Sprache "adoptieren"
Leonard Orban, EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, hat am 18. September 2008 eine neue Initiative zum Sprachenlernen gestartet. Sein Ziel: Jeder EU-Bürger soll die Chance bekommen, neben seiner Muttersprache in zwei Sprachen kommunizieren zu können. Amin Maalouf, französisch-libanesischer Schriftsteller und Vorsitzender der Beratergruppe für den Interkulturellen Dialog, schlug vor, jeder solle sich eine "persönliche Adoptivsprache" aneignen.
 

Eine Sprache zu "adoptieren" könne einer der möglichen Wege sein, Mehrsprachigkeit zu erlangen, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission vom 18. September. Englisch muss es nicht sein, auch weil aktuell schon mehr als die Hälfte der Europäer diese Sprache spricht - Deutsch und Französisch, die anderen "Hauptsprachen", beherrschen nur jeweils 14 Prozent. Sinnvoll sei deshalb - so Maalouf - wenn vor allem Englisch-Sprechende für sich eine andere Sprache entdecken.
 
Die EU-Kommission will das Thema "Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas" nicht den Bildungspolitikern überlassen. Sprachkompetenz sei auch unter dem Aspekt der EU-Agenda für sozialen Zusammenhalt und Wohlstand zu betrachten. Denn im Leben der Europäer spielen Sprachen eine immer größere Rolle: die Globalisierung, der technische Wandel, die vermehrte Mobilität, die verstärkte Einwanderung bringen sprachliche Vielfalt mit sich. Orban schlägt deshalb vor, das Thema "Sprachenlernen" in allen Ressorts zu verankern.
 
Gemeinden und Dienstleistungsunternehmen sollten sich in Sachen sprachliche Vermittlung stärker engagieren und beispielsweise mehr Übersetzungs- und Dolmetscherdienste für eine Eingliederung von Migranten zur Verfügung stellen. Bessere Sprachkenntnisse erhöhen die Beschäftigungschancen von Arbeitnehmern, da ihnen dann eine breitere Palette von Stellen, einschließlich solcher im Ausland, offen steht.
 
Mit Nachdruck fordert die Kommission, jeden in die Lage zu versetzen, in der erweiterten EU erfolgreich zu kommunizieren. Der EU-Kommissar legte außerdem einen Rahmenplan für die Umsetzung vor. Geplant ist ein intensiverer Dialog mit den Mitgliedstaaten und der Austausch nachahmenswerter Beispiele. Eine umfassende Überarbeitung ist für 2012 geplant.
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 30 vom 18. September 2008 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


DOWNLOAD zum Thema


Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung
Text der Mitteilung der EU-Kommission vom 18. September 2008 als PDF-Dokument.


LINKS zum Thema


EU-Kommission will das Sprachenpotenzial voll ausschöpfen
PresseInformation der EU-Kommission vom 18. September 2008.
 
Multilingualism
Informationen der EU-Kommission zum Thema Mehrsprachigkeit.
 
Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung
Entschließung des Europäischen Parlaments (EP) vom 24. März 2009 zur Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung.
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