Strengere Bestimmungen - dichtere Kontrolle
Wöchentlich neu
Seit 2004 hat sich die Zahl der jährlich gelisteten gefährlichen Produkte vervierfacht. Wöchentlich können sich Europas Verbraucher auf der RAPEX-Website aktuell darüber informieren, was neu dazugekommen ist. Die Zunahme der Meldungen erklärt sich nicht allein daraus, dass die Industrie immer noch schlechte Produkte auf den Markt wirft. Sie hat auch mit den Vorschriften über Produktsicherheit zu tun, die in der EU stetig verbessert worden sind. So müssen Erzeugnisse vom Markt genommen werden, die vor wenigen Jahren noch nicht zu beanstanden gewesen wären.
Außerdem machen inzwischen alle EU-Mitglieder mit. Die Arbeit der Überwachungsbehörden wurde effizienter und europäisch vernetzt. Viele haben mehr gefährliche Produkte als 2008 gemeldet. Spitzenreiter waren Spanien (220 Meldungen), Deutschland (187), Griechenland (154), Bulgarien (122) und Ungarn (119). Sie allein brachten fast die Hälfte der RAPEX-Meldungen zu den besonders gefährlichen Produkten auf den Weg. Und auch die Zusammenarbeit über Europa hinaus trägt Früchte. Etwa 60 Prozent der RAPEX-Meldungen betreffen in China hergestellte Verbraucherprodukte, 20 Prozent Erzeugnisse aus der Europäischen Union.
2009 untersuchte PROSAFE, ein Netzwerk nationaler Marktüberwachungsbehörden, außerdem in 13 Ländern gezielt die Sicherheit von Spielzeug. Vor allem wurden bei Importeuren, Einzelhändlern und direkt beim Zoll über 14.000 Spielzeugartikel auf ihre Übereinstimmung mit den Sicherheitsvorschriften untersucht. So fielen bei der Prüfung mehr als ein Drittel der auf lose Kleinteile untersuchten Spielgeräte durch. Entsprechend ergingen Warnmeldungen über RAPEX in alle EU-Länder.
RAPEX hat mehr Sicherheit ins tägliche Lebens gebracht - sei es zu Hause, in der Freizeit, für Kinder oder auf Reisen. "Dieser Bericht ist unser jährlicher Reality Check, was die Sicherheit der den Verbrauchern in der EU angebotenen Produkte betrifft", sagte John Dalli, Kommissar für Gesundheit und Verbraucherpolitik, am 15. April 2010 in Brüssel. Die Mitgliedstaaten seien sehr auf Sicherheit bedacht. RAPEX ist in den letzten sechs Jahren ein gutes Beispiel für effiziente EU-Zusammenarbeit geworden.
Künftig soll das Meldesystem über den Verbraucherbereich hinaus ausgeweitet werden. Erfasst werden auch bestimmte gewerbliche Produkte sowie Risiken für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Umwelt- und Sicherheitsrisiken. (mb)
Neue RAPEX-Richtlinien verbessern die Effizienz Auch die Unternehmen haben es längst begriffen: Das Überwachungs- und Meldesystem liegt im eigenen Interesse. Sie können seit vergangenem Jahr das spezielle Schnellwarnsystem für Unternehmen ("Business Application") nutzen und ziehen problematische Produkte bereitwilliger vom Markt zurück als früher.
Die 2009 beschlossenen neuen RAPEX-Leitlinien kommen ihnen dabei entgegen: Ein ausgefeiltes, einheitliches Raster zur Risikobewertung beugt vorschnellen RAPEX-Meldungen durch die Behörden der Mitgliedstaaten vor. Diese müssen die tabellarisch aufgebauten Leitlinien verwenden, um den Risikograd für die Sicherheit und Gesundheit von Verbrauchern zu bestimmen und zu entscheiden, ob eine RAPEX-Mitteilung notwendig ist. Außerdem können die Hersteller nachträglich leichter gegen möglicherweise ungerechtfertigte Einträge in das Melderegister vorgehen. Datenbankeinträge können auf Antrag gelöscht werden, wenn sie zum Verbraucherschutz nicht mehr notwendig ist - etwa wenn das Produkt nicht mehr auf dem Markt ist oder Veränderungen des Produkts die Gefahr beseitigt haben. |
| Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 13 vom 15. April 2010 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. |
LINKS zum Thema
Verbraucher: RAPEX-Jahresbericht 2009 belegt Wirksamkeit der EU-Zusammenarbeit beim Schutz vor gefährlichen Produkten
PresseInformation der EU-Kommission vom 15. April 2010.
Toy Joint Action
Memorandum der EU-Kommission vom 15. April 2010 mit Fragen und Antworten (FAQ) zur Sicherheit bei Spielzeug.
Community rapid information system for dangerous products (RAPEX)
Memorandum der EU-Kommission vom 15. April 2010 mit Fragen und Antworten (FAQ) zum EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte (RAPEX).
Sicherheit für europäische Verbraucher - Jahresbericht 2009
Volltext des aktuellen Jahresberichts der EU-Kommission als PDF-Dokument.
RAPEX
Informationen der EU-Kommission zum EU-Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte.






