Schutz vor fremden Tier-und Pflanzenarten: EU-Kommission setzt auf Prävention

10.09.2013 Brüssel. Die Europäische Kommission will die Gefahren durch eingeschleppte Pflanzen- und Tierarten eindämmen. Dazu hat sie am Montag neue Regeln vorgeschlagen, mit denen die EU-Mitgliedsstaaten die rasch wachsende Bedrohung durch invasive Arten eingrenzen können. Gebietsfremde Tiere und Pflanzen richten jährlich Schäden in Milliardenhöhe an. Sie machen derzeit 15 Prozent der europäischen Arten aus und ihrer Zahl steigt rasch an. Invasive Arten verursachen wirtschaftliche Schäden etwa durch Gefährdung der menschlichen Gesundheit (z.B. die Asiatische Riesenhornisse oder die Asiatische Tigermücke, deren Stich tödlich sein kann), Schäden an der Infrastruktur (z.B. der Japanische Staudenknöterich, der Gebäude schädigt) oder Ertragseinbußen in der Landwirtschaft (z.B. die Biberratte, die Kulturpflanzen gefährdet). Invasive Arten können zudem schwere Schäden an Ökosystemen anrichten und das Aussterben von Arten auslösen, die für die Erhaltung des Gleichgewichts unserer natürlichen Umwelt notwendig sind.

„Die von uns vorgeschlagenen Rechtsvorschriften werden dazu beitragen, die Biodiversität zu schützen, und sollen uns dabei unterstützen, uns auf die größten Gefahren zu konzentrieren. Dies wird dabei helfen, die Wirksamkeit einzelstaatlicher Maßnahmen zu erhöhen und Ergebnisse so kosteneffizient wie möglich zu erzielen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament bei der Einführung dieser Rechtsvorschriften und der Verstärkung unserer Anstrengungen, dieses ernste Problem europaweit anzugehen“, erklärte EU-Umweltkommissar Janez Potočnik.

Im Mittelpunkt des Vorschlags der EU-Kommission steht eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von EU-weiter Bedeutung, die zusammen mit den EU-Mitgliedstaaten erstellt wird. Bestimmte Arten werden in der Europäischen Union (EU) verboten werden, so dass deren Einfuhr, Erwerb, Verwendung, Freisetzung und Verkauf hier nicht mehr möglich sein werden. Viele Arten gelangen jedoch als Verunreinigung von Waren oder eingeschlossen in Containern unbeabsichtigt in die EU. Die Mitgliedstaaten müssen Maßnahmen ergreifen, um diese Pfade zu erkennen und Abhilfemaßnahmen zu treffen.

Link zum Thema:

Umweltschutz: Neue EU-Maßnahme zum Schutz der Biodiversität vor problematischen invasiven Arten
PresseInformation der EU-Kommission vom 9. September 2013.