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Eine Nummer für alle Fälle
| Spätestens ab 2013 soll der Einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum vollendet sein. Die internationale Kontonummer IBAN wird dann für alle Überweisungen und Lastschriften im gesamten Euroraum gelten. Geringere Kosten und schnellere Zahlungen über alle Grenzen hinweg sind der Lohn.
Die IBAN und BIC sind überfällig. Seit Anfang 2008 kann der Bankkunde sie statt Kontonummer und Bankleitzahl verwenden, auch bei Inlandsüberweisungen. Die wenigsten aber tun es. Im August 2010 liefen nur 9,3 Prozent der Überweisungen im Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) nach dem neuen System. Die ursprüngliche Idee, innerhalb weniger Jahre würde eine kritische Masse der Bankkunden freiwillig zum neuen Verfahren übergehen, funktioniert offenbar nicht. Setzt sich der heutige Trend fort, stellte die EU-Kommission fest, werden wir frühestens in 25 Jahren den einheitlichen EU-weiten Zahlungsverkehr haben. |
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Das Prinzip der neuen Nummer nach SEPA-Standard ist einfach: Sie besteht in Deutschland etwa aus einem Länderkürzel "DE", zwei Prüfziffern, der achtstelligen bisherigen Bankleitzahl und der alten, zehnstelligen Kontonummer. Hinzu kommt die BIC, eine achtstellige Ziffernfolge für das Bankinstitut. Für Konto-Eingaben von Hand auf einem Papierüberweisungsformular oder am Computer wird sich also der Aufwand lediglich um wenige Ziffern erhöhen. In vielen Fällen können Rechner der Bank diesen automatisch ergänzen, so dass der Kunde nichts tun muss.
Derzeit gibt es die nationalen Systeme und das SEPA-System parallel. Die Banken bieten zwar seit Anfang 2008 neben den vertrauten nationalen Verfahren SEPA-Überweisungen an, aber das Interesse daran blieb hierzulande gering. Etwa 16 Milliarden Überweisungen und Lastschriften jährlich tätigen die Deutschen - mehr als jede andere Nation in der Union. Doch nur 0,4 Prozent der Überweisungen entfallen bisher auf das internationale Format.
Auch viele deutsche Unternehmen hinken bei der Umstellung ihrer ausländischen Konkurrenz hinterher, wie eine Analyse der international tätigen Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting im Sommer 2010 zeigte. Besonders vom traditionellen Lastschriftverfahren trennen sich viele nur ungern. Gut jeder zweite Zahlungsvorgang beruht hierzulande auf dem für beide Seiten bequemen Verfahren. Allein die Versicherungen haben 260 Millionen Lastschriftmandate in der Schublade - rechnerisch drei für jeden Bundesbürger. Die Umstellung dieser Millionen Einzugsermächtigungen auf den SEPA-Standard ist zwar ein einmaliger, größerer Aufwand. Die Vereinheitlichung dürfte aber danach große Einsparmöglichkeiten bieten, die den Verbrauchern, Unternehmen und auch den Banken selbst Vorteile bieten. Überweisungen und Zahlungen dürften schneller ablaufen und nicht mehr davon abhängen, ob sie national oder international sind. Das bedeutet, dass Unternehmen größere Sicherheit haben bei ihrer Liquiditätsplanung. Außerdem reduziert sich der Aufwand von Überweisungen, egal, von wo aus sie getätigt werden. Überweisungen sind dann beispielsweise im Urlaub oder bei Auslandsaufenthalten von Studenten vom eigenen Konto aus genauso einfach wie in der Heimat.
Das Europäische Parlament hatte bereits im vergangenen Jahr den 31. Dezember 2012 als verbindlichen Termin gefordert. Die Europäische Zentralbank fordert den verbindlichen Umstieg auf SEPA bei Überweisungen bis Ende 2012, bei Lastschriften bis 2013. Der freiwillige Ansatz, hieß es aus Frankfurt, reiche nicht. (mb)
| Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 43 vom 16. Dezember 2010 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland. |
WEITERE INFORMATIONEN
LINKS zum Thema
Bezahlen in der EU
Informationen des Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) Deutschland rund um das Thema.
Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA): Kommission setzt Frist für europaweites Zahlungssystem
PresseInformation der EU-Kommission vom 16. Dezember 2010.
Vollständige Umstellung auf SEPA - Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum
Memorandum der EU-Kommission vom 16. Dezember 2010 mit Fragen und Antworten (FAQ) zum Thema.
Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA)
Informationen und Dokumente der EU-Kommission zum Thema.
SEPA - Europaweit einheitlich bezahlen
Informationen und Dokumente (u.a. Broschüren) des Bankenverbandes - Bundesverband Deutscher Banken in Berlin zum Thema.
sepa-news
Website mit Informationen rund um den Euro-Zahlungsverkehrsraum.
Wirtschafts- und Währungsunion der EU
Vor zehn Jahren - bei ihrem Gipfel am 2./3. Juni 1998 - haben die Staats- und Regierungschefs der damals 15 Mitgliedstaaten die endgültige Einführung des Euro zum 1. Januar 1999 beschlossen. Die ersten Euro-Münzen und -Banknoten wurden 2002 ausgegeben. Die ursprüngliche Euro-Zone umfasste elf EU-Länder. Heute sind es 15 Staaten. Trotz anfänglichen Misstrauens: Der Euro ist zweifellos eine zehnjährige Erfolgsgeschichte.
Der Euro - die gemeinsame Währung der Europäer
Der Euro ist die am deutlichsten sichtbare Errungenschaft der Europäischen Union. Er bildet die gemeinsame Währung einer Reihe von Mitgliedsländern der EU.

