Heute: 22. Mai 2012 Dienstag
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Strom für Europa - Leitungsnetze für die Zukunft
Am 10. Oktober 2011 fand die vom Europäischen Informations-Zentrum (EIZ) Niedersachsen mit Unterstützung des Europabüros der Regierungsvertretung Braunschweig organisierte Vortrags- und Diskussionsveranstaltung "Strom für Europa - Leitungsnetze für die Zukunft" in der Stadthalle Braunschweig statt.
 
Durch den geplanten Ausstieg aus der Kernenergie und die gleichzeitig immer stärkere Gewinnung von Strom aus regenerativen Energien werden in Zukunft neue Konzepte zur Speicherung von Energie entwickelt werden müssen. Weiter muss die Strominfrastruktur der Leitungsnetze optimiert und ausgebaut werden, um z.B. die Windenergie, die im Norden produziert wird, in den Süden zu transportieren. Die Europäische Union (EU) will den Ausbau der Netze europaweit voranbringen. Niedersachsen ist hiervon stark betroffen. Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren laufen bereits an einigen Standorten, so auch für die Strecke Wahle-Mecklar, die am Rande des Veranstaltungsorts liegt.
 
Denn mit dem Bau neuer Netze kreuzen sich unterschiedliche Interessen. Es gilt einerseits, genügend Strom für Industrie, Gewerbe und private Haushalte zur Verfügung zu stellen. Dem gegenüber stehen die Bedenken der Bevölkerung, die vor der eigenen Haustür keine Hochspannungsfreileitungen haben sowie Natur und Landschaft schützen möchten.
 
Der Einladung des EIZ Niedersachsen zur Veranstaltung über den Netzausbau sind insgesamt 55 interessierte und betroffene Bürgerinnen und Bürger gefolgt. Unter ihnen waren u.a. auch Bürgermeister der vom Netzausbau Wahle-Mecklar betroffenen Kommunen sowie Vertreter der vor Ort aktiven Bürgerinitiativen.
 
Nach der Begrüßung durch die stellvertretende Leiterin des EIZ, Cornelia Zügge, zeigte die Referentin der EU-Kommission Claudia Guske, die Prioritäten der Europäischen Kommission für den Ausbau der Netze und die Europäische Energiepolitik auf. Dieses Thema wurde im Anschluss dann gemeinsam mit den beiden Abgeordneten des Deutschen Bundestages Dr. Maria Flachsbart (CDU) und Viola von Cramon (Bündnis 90 / Grüne) unter der Leitung des Moderators Dr. Michael Ahlers (Braunschweiger Zeitung) sehr lebendig und unter Einbeziehung des Publikums diskutiert.
 


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In der Diskussion kamen die unterschiedlichen Interessen klar zum Ausdruck. Die beiden Bundestagsabgeordneten aber auch Frau Guske von der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland sahen sich zahlreichen, auch kritischen Fragen aus dem Publikum gegenüber, die sie souverän parierten. So fühlten sich vom Netzausbau betroffene Bürger teilweise mit ihren Einwendungen von den Behörden und auch der politischen Seite nicht angemessen wahrgenommen. Auf der anderen Seite ist die von Bürgerseite gewünschte Erdverkabelung auf langen Strecken weder technisch ohne deutlichen Energieverlust umzusetzen noch finanziell tragbar. Zudem wären auch hier als weitere Einzelinteressen z.B. die der Landwirte zu berücksichtigen, auf deren Grund und Boden die Verkabelung vorgenommen werden würde.
 
Nach der Mittagspause mit kräftigendem Imbiss erläuterte Dr. Peter Ahmels, Leiter Erneuerbare Energien der Deutschen Umwelthilfe, den Plan N - Handlungsempfehlungen zum Ausbau der Netze an die Politik. In diesem fachlich guten Vortrag erfuhren die Anwesenden neben technischen Details auch noch weitere Informationen über den Ablauf der Genehmigungsverfahren und entsprechender Partizipationsmöglichkeiten.
 
Hildegard Zeck aus dem für Raumordnungsverfahren zuständigen Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung berichtete über die Herausforderungen für Niedersachsen beim Ausbau der Stromnetze vor unserer Tür.
 


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In der Abschlussdiskussion mit Herrn Dr. Ahmels, Frau Zeck, dem Abgeordneten Detlef Tanke (SPD) und Olaf Schwarz als Vertreter der FDP hatten die Bürgerinnen und Bürger sowie ihre kommunalen Vertreter wiederum die Möglichkeit, ihre Anliegen an die Fachleute bzw. politischen Vertreter vor Ort heranzutragen.
 


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Die Moderation der Veranstaltung durch Dr. Michael Ahlers von der Braunschweiger Zeitung war souverän, die Ausrichtung durch die Stadthalle Braunschweig ausgesprochen professionell.
 
Das EIZ Niedersachsen hat vor Ort an einem Infostand fachbezogenes Broschürenmaterial für die Besucher der Veranstaltung bereit gestellt.
 


DOWNLOADS zur Veranstaltung


Strom für Europa - Leitungsnetze für die Zukunft
Einladung mit dem Programm der Veranstaltung am 10. Oktober 2011 in Braunschweig als PDF-Dokument.
 
Neue Netze für Europa: Was plant die EU-Kommission?
Vortrag von Claudia Guske, Referentin der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland als PDF-Dokument:
Vortrag_Claudia_Guske.pdf

Ausbau der Stromnetze vor unserer Tür - eine Herausforderung für Niedersachsen
Vortrag von Hildegard Zeck, Referatsleiterin - Referat 303 im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung als PDF-Dokument:
Vortrag_Hildegard_Zeck.pdf
Plan N - Handlungsempfehlungen an die Politik
Vortrag von Dr. Peter Ahmels, Leiter Erneuerbare Energien der Deutschen Umwelthilfe als PDF-Dokument:
Vortrag_Peter_Ahmels.pdf
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