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Frauen in Europa

Gender Mainstreaming, Gleichstellung und Projekte
 
Themenheft der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Download: PDF-Dokument... | Nr. 11 | Juli 2005
 
10 Jahre Aktionsplattform von Peking
 
EU-Doppelstrategie bewährt sich
 
Zehn Jahre sind vergangen, seit von der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking das erste internationale Aufbruchsignal ausging. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit kam die Staatengemeinschaft überein, die Diskriminierung von Frauen abzubauen: Kampf gegen Armut und Gewalt, Abbau von Ungerechtigkeiten in Bildung und Beschäftigung, mehr Entscheiderinnen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Der Europäische Rat von Madrid 1995 nahm die Aktionsplattform von Peking zum Ausgangspunkt, die EU-Mitgliedstaaten auf Ziele zu verpflichten und diese jährlich zu überprüfen. Was ist seither in der EU erreicht worden? Wo sind Defizite? Das vorliegende Themenheft zieht Bilanz.
 
"Es gibt einige Forschritte, aber es geht zu langsam vorwärts", bringt es Margot Wallström, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, beim internationalen Frauentag 2005 auf den Punkt. Verbessert hat sich besonders die Ausbildungssituation der Frauen. Inzwischen haben Mädchen gegenüber Jungen an Schulen und Hochschulen die Nase vorn. Dank ihres Engagements und ihrer besseren Qualifikation schafften es in den 90er Jahren viele Frauen, in höhere Positionen zu gelangen. Ihre Beschäfigungsquote steigt schneller als die der Männer. Schließlich kann es sich die EU immer weniger leisten, auf das Potenzial so vieler gut ausgebildeter Frauen zu verzichten.
 
Konstruktiver Dialog mit der Zivilgesellschaft
 
Zu diesen positiven Entwicklungen trägt die EU durch Rechtsvorschriften gegen Diskriminierung im Erwerbsleben und neuerdings auch bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen bei. Der Europäische Gerichtshof sorgt für ein lebendiges Rechtsbewusstsein und verhilft der Gleichstellung in richtungsweisenden Urteilen wie "Kalanke" oder "Marschall" immer wieder zur Durchsetzung. Die gleichstellungspolitische Doppelstrategie der EU, mit Projekten an den Ursachen der Diskriminierung anzusetzen und die Geschlechterperspektive als Querschnittsthema politisch zu verankern, zeigt Erfolge. Sie wären allerdings ohne den konstruktiven Dialog der EU mit der Zivilgesellschaft, Sozialpartnern und Verbänden nicht denkbar.
 
Doch bleibt noch viel zu tun. Weltweit sind nach wie vor etwa 70 Prozent aller in Armut lebender Menschen Frauen. Die Beschäftigungsquote der Frauen liegt in der EU weiterhin 16 Prozentpunkte unter der von Männern. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle in der EU hat sich seit 2001 nur um einen Prozentpunkt verringert und beträgt immer noch 15 Prozent. Für Frauen bleibt es schwierig, nach der Geburt eines Kindes wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukehren. Für Väter müssen flexiblere Arbeitsregelungen geschaffen werden. "Will die EU eine moderne Gesellschaft schaffen, die auch global wettbewerbsfähig ist, dann müssen sich Männer und Frauen berufliche und private Aufgaben teilen", betont Margot Wallström. Dazu kann 2007 als Europäisches Jahr der Chancengleichheit für alle und das geplante Europäische Institut für Gleichstellung beitragen.
 


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