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Ohne sie läuft nichts
KMU - Kleine und mittlere Unternehmen in Europa

Themenheft der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Download: PDF-Dokument... | Nr. 27 | Juli 2009
 
Lange Zeit waren kleine und mittlere Unternehmen (KMU)* eine unterschätzte Größe in der Erfolgsgeschichte des EU-Binnenmarkts. Dabei zeigt sich gerade jetzt in der Wirtschaftskrise, dass KMU schwierige Konjunkturzeiten besser überstehen als manch schwerfälliger "Dampfer" unter den europäischen Konzernen. Die "Großen" könnten ohne die vielen kleinen Zuliefer- und Spezialbetriebe im globalen Markt nicht lange überleben. KMU sind flexibel, sie arbeiten über Grenzen hinweg, sie passen sich an, sie organisieren sich immer wieder neu.
 
KMU, darunter werden Betriebe mit bis zu 250 Beschäftigten und einem Höchstumsatz von 50 Millionen Euro verstanden, sind Hoffnungsträger, "ihr Wohlergehen und Wachstum sind Schlüssel zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit Europas", wie die Europäische Investitionsbank (EIB) jüngst festgestellt hat. Doch die ihnen zugedachte Funktion des unternehmerischen Rückgrats im Binnenmarkt können die rund 23 Millionen Kleinunternehmen, Handwerksbetriebe, Familienbetriebe und Selbstständige in der EU nur bedingt wahrnehmen. Denn obwohl KMU 99 Prozent der Unternehmen ausmachen und über 100 Millionen Arbeitsplätze in den 27 Mitgliedstaaten stellen, gelten für sie zumeist die gleichen Verwaltungsauflagen wie für die 41.000 großen Unternehmen.
 
Jeder Betrieb unterliegt der Informations- und Meldepflicht. Bei den Meldepflichten gab es bislang wenige Ausnahmen, was vor allem bei kleinen Betrieben wegen des bürokratischen Aufwands zu Klagen führte. Die EU-Kommission hat Konsequenzen daraus gezogen. KMU sind ins Zentrum ihrer Binnenmarktpolitik gerückt und der so genannte "Small Business Act" (SBA) enthält zahlreiche Vorschläge zur Entlastung der KMU wie höhere Beihilfesätze und den Verhaltenskodex für einen erleichterten Zugang zu öffentlichen Aufträgen. Es gilt nun das Prinzip "Think Small First" ("Zuerst an KMU denken"). Auch die Forschungs- und Entwicklungsförderung der EU ist stärker auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Das aktuelle Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) richtet sich hauptsächlich an kleine und mittlere Unternehmen: Es unterstützt innovative Aktivitäten insbesondere im Ökobereich, und der Zugang zu Finanzmitteln wird vereinfacht.
 
Überall in Deutschland gibt es Beratungsstellen, die weiterhelfen, wenn ein Kleinunternehmer seine Geschäfte auf den Binnenmarkt ausweiten oder in ein europäisches Förderprogramm aufgenommen werden möchte. So bietet das Netzwerk "Enterprise Europe Network" (EEN) Unternehmen kompetente Dienstleistungen zur Unterstützung der Wettbewerbsfähigkeit an und hilft ihnen, mögliche Kooperationspartner auch in anderen Ländern zu finden.
 
Das EU-Themenheft nennt die Ansprechpartner vor Ort, beschreibt Unternehmen, die erfolgreich ihr lokales Umfeld verlassen haben, um in Europa neue Geschäftspartner zu finden, neue Märkte zu erschließen oder an internationalen Forschungs- und Entwicklungsprogrammen teilzunehmen. Nichts ist unmöglich, lautet ihre Botschaft. Doch die Initiative sollte von den Unternehmen ausgehen, neue Wege in grenzübergreifenden Aktivitäten zu suchen. Das EU-Themenheft soll nicht zuletzt dazu anregen, im Binnenmarkt unternehmerische Chancen zu sehen.
 
* Die Abkürzung KMU steht für "kleine und mittlere Unternehmen" und wird durch das ganze Heft vielfach verwendet.


LINKS zum Thema


KMU-Strategie: Vorfahrt für die KMU mit dem "Small Business Act"
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen besser vom Binnenmarkt profitieren. Die EU-Kommission hat am 25. Juni 2008 dazu einen "Small Business Act" (SBA) vorgelegt. Neben neuen Rechtsvorschriften umfasst die Initiative zehn Leitsätze, die Firmen mit 250 und weniger Beschäftigten Tätigkeiten im gemeinsamen Markt erleichtern. Erstmalig wird damit ein umfassender politischer Rahmen für die EU und ihre Mitgliedstaaten geschaffen. Zu den Vorschlägen gehören ein neues Statut für die Europäische Privatgesellschaft (SPE) sowie ermäßigte Mehrwertsteuersätze.
 
Enterprise Europe Network (EEN)
Die EU-Kommission hat am 7. Februar 2008 in Brüssel den Startschuss für ein neues und wirkungsstarkes Netzwerk für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) gegeben. Das neue "Enterprise Europe Network" (EEN) wird ihnen helfen, ihr Potenzial auszuschöpfen und ihre Innovationskraft gezielt einzusetzen.


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