Heute: 09. Februar 2012 Donnerstag
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Aktionsplan urbane Mobilität
 
Metropolen müssen grüner werden
Die Umwelt in Europas Städten soll gesünder, der öffentliche Nahverkehr besser auf die Bürger abgestimmt und die Verkehrsbelastung geringer werden. Das ist der Kern eines am 30. September 2009 von der EU-Kommission vorgestellten Aktionsplans zur urbanen Mobilität.
 
Der Plan enthält 20 konkrete Maßnahmen, die den lokalen, regionalen und nationalen Behörden bei der Verwirklichung ihrer Ziele für eine nachhaltige Mobilität in den Städten helfen werden. Er entstand aus den vielen Vorschlägen, die EU-weit zu dem am 25. September 2007 vorgelegten Grünbuch gemacht wurden.
 

Neun von zehn sind unzufrieden
Staus, Unfälle, Luftverschmutzung und Energieverbrauch belasten die europäische Wirtschaft und beeinträchtigen das Wohlergehen aller europäischen Bürger. Über 70 Prozent der EU-Bevölkerung lebt in städtischen Gebieten und etwa 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU werden in Städten erwirtschaftet. Etwa 40 Prozent der CO2-Emissionen und 70 Prozent der sonstigen Schadstoffbelastungen durch den Straßenverkehr entfallen auf den Stadtverkehr. Außerdem ereignet sich jeder dritte tödliche Verkehrsunfall im städtischen Raum. Kein Wunder, dass neun von zehn EU-Bürgern die Verkehrssituation in ihrem Umfeld für verbesserungswürdig halten. Wenn sich die Situation in den Ballungsgebieten nicht ändert, so die Kommission, ist auch die Gesamtstrategie der EU zur Bekämpfung des Klimawandels sowie zur Förderung von Wirtschaftswachstum und nachhaltiger Entwicklung gefährdet.
 
Öffentlicher Nahverkehr
Der Aktionsplan zielt zum Beispiel darauf ab, mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben eine Reihe freiwilliger Verpflichtungen auszuarbeiten, um die Fahrgastrechte im öffentlichen Nahverkehr zu stärken. Dabei geht es auch um Menschen mit Behinderungen - sie müssen genauso wie der Rest der Bevölkerung das Recht und die Möglichkeit haben, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
 
Die Kommission wird auch in Zukunft Forschungs- und Demonstrationsprojekte, beispielsweise für emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge, fördern. Dazu entsteht ein Internet-Leitfaden mit Informationen über umweltfreundliche und energieeffiziente Fahrzeuge. Eine interessante Anregung ist die Frage, wie eine energieeffiziente Fahrweise in die Führerscheinprüfungen übernommen werden kann.
 
Auch die Informationssysteme in den Städten sind sehr unterschiedlich. Wenn Reisende den öffentlichen Nahverkehr nutzen möchten, hängt viel davon ab, ob sie zum Beispiel die Fahrkartenautomaten auf Anhieb verstehen. Auch für ältere Bürger gilt: je verständlicher, desto besser.
 
Um den Erfahrungsaustausch zwischen vden politischen Entscheidungsträgern zu erleichtern, wird die Kommission eine Datenbank einrichten, über die Informationen zu einem breiten Spektrum bereits bewährter Lösungen abgerufen werden können. Schließlich ist eine Verbesserung der Verkehrssysteme häufig eine Frage der Finanzierung. Auch da kann ein Leitfaden helfen, den die Kommission erstellen wird. Dabei geht es auch um die Wirksamkeit verschiedener Lösungen für die Kostenanlastung im Stadtverkehr.
 
Warum die EU-Kommission tätig wird
Sicherlich, die lokalen Behörden können selbst am besten an die Gegebenheiten angepasste Strategien für ihre Städte festlegen und umsetzen. Doch dabei stoßen sie immer wieder auf dieselben Probleme. Die EU kann sie unterstützen und Anreize für eine neue Kultur der urbanen Mobilität in Europa geben, ohne Standard- oder Topdown-Lösungen vorzugeben. Dieses Konzept wurde im Zuge der Konsultation im Anschluss an das Grünbuch von den Beteiligten befürwortet. Lokale, regionale und nationale Maßnahmen lassen sich durch ein gemeinsames Handeln auf EU-Ebene und die Mobilisierung von EU-Ressourcen erheblich erleichtern. Und nicht zuletzt können mit der gemeinschaftsweiten Verbreitung und Übernahme neuer, innovativer Ansätze Behörden mehr bewirken, und das besser und zu geringeren Kosten.
 
Die geplanten Aktionen sollen im Verlauf der nächsten vier Jahre eingeleitet werden. Im Jahr 2012 wird die Kommission die Fortschritte überprüfen und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen untersuchen. (vth)
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 32 vom 1. Oktober 2009 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


LINKS zum Thema


Kommission trifft Maßnahmen zur Verbesserung von Umweltverträglichkeit, Organisation und Nutzerfreundlichkeit des Stadtverkehrs
PresseInformation der EU-Kommission vom 30. September 2009.
 
Action Plan on urban mobility
Informationen der EU-Kommission zu dem von ihr vorgeschlagenen Aktionsplan. Das Dokument der EU-Kommission mit dem Aktionsplan kann über diese Seite abgerufen werden.
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