Europäisches Informations-Zentrum Niedersachsen
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Zehn Jahre Währungsunion
 
EU-Kommission für bessere Zusammenarbeit der Euro-Zone
Vor zehn Jahren - bei ihrem Gipfel am 2./3. Juni 1998 - haben die Staats- und Regierungschefs der damals 15 Mitgliedstaaten die endgültige Einführung des Euro zum 1. Januar 1999 beschlossen. Die ersten Euro-Münzen und -Banknoten wurden 2002 ausgegeben.
 
Die ursprüngliche Euro-Zone umfasste elf EU-Länder. Heute sind es 15 Staaten. Trotz anfänglichen Misstrauens: Der Euro ist zweifellos eine zehnjährige Erfolgsgeschichte. EU-Währungskommissar Joaquin Almunia ist allerdings davon überzeugt, dass die Europäer noch mehr aus ihrer gemeinsamen Währung machen könnten.
 
Dabei scheiterte der EU-Gipfel am 2./3. Juni 1998 beinahe an der Nominierung des ersten Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB). Es war eine Routinesitzung der Staats- und Regierungschefs, die mit einem gemeinsamen Mittagessen eröffnet worden war. Als gegen 18 Uhr die wartenden Journalisten auf dem Monitor immer noch mit dem Hinweis vertröstet wurden, das Mittagessen dauere noch an, war allen klar, dass es ziemlichen Ärger gegeben hatte. Wie heute bekannt ist, waren die wirklich wichtigen währungspolitischen Punkte in wenigen Minuten abgehakt worden. Das Europäische Parlament hatte bereits am Vormittag seinen Willen zum Währungsstart mit 467 zu 65 Stimmen eindrucksvoll bekräftigt. Die Auseinandersetzung um den ersten EZB-Präsidenten endete mit einem Kompromiss: Der Niederländer Wim Duisenberg, damals Chef des Europäischen Währungsinstituts, teilte sich die vorgesehene achtjährige Amtszeit mit dem Franzosen Jean-Claude Trichet. Der Wechsel hat geklappt: Claude Trichet führt die EZB seit 2003.
 
Eurowährung hat Inflation gedrückt
Dieser holprige Auftakt war für das Image der neuen Währung nicht gerade hilfreich. Das Misstrauen hängt dem Euro bis heute in Teilen der Bevölkerung nach. Nach einer neuen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) sind zwar zwei Drittel der Deutschen mit dem Euro zufrieden, aber ein Drittel sehnt sich immer noch nach der D-Mark. Ihrer Empfindung nach ist das neue Geld ein „Teuro“. Jeder kennt Beispiele, nach denen ein Glas Bier, das zwei DM gekostet habe, nach der Währungsumstellung plötzlich zwei Euro teuer war. BdB-Geschäftsvorstand Manfred Weber kommentierte das so: Der Eindruck, dass der Euro das Leben in vielen Bereichen teurer gemacht habe, ist falsch. Seit Beginn der Währungsunion sei die Inflation mit durchschnittlich zwei Prozent vergleichsweise gering ausgefallen. Noch in den 70er und 80er Jahren lag die Inflationsrate in manchen Jahren bei etwa zehn Prozent und belastete vor allem die privaten Haushalte. Der Euro sei nicht weniger stabil als die D-Mark, so die einheitliche Bilanz der Währungsexperten.
 


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Auch EU-Währungskommissar Joaquin Almunia meint, die Vorteile des Euro müssten gegenüber der Bevölkerung noch stärker herausgestellt werden. Almunia betont besonders die gewachsene makroökonomische Stabilität des Euro. Mit der habe es der Euro in kürzester Zeit zur zweitwichtigsten Währung nach dem US-Dollar weltweit gebracht. Vor zehn Jahren konnte sich in der Tat kaum jemand vorstellen, dass in amerikanischen Touristikzentren wie New York oder San Francisco dank der hohen Akzeptanz der europäischen Währung Waren direkt mit Euro bezahlt werden können.
 
Zusammenarbeit der Euro-Länder muss besser werden
Das Wachstum in der Euro-Zone ist während der vergangenen Dekade hoch gewesen. 16 Millionen neue Jobs sind entstanden. Wechselkursgebühren und Wechselkursrisiken sind verschwunden - auch das hat den Binnenhandel angekurbelt. Der schlägt inzwischen
mit einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Euroraums zu Buche - vor zehn Jahren war es nur ein Viertel. Auch die ausländischen Direktinvestitionen innerhalb des Euroraums machen inzwischen ein Drittel des BIP aus. Früher war es nur ein Fünftel. Dies zeigt, dass der Euroraum stark an Attraktivität gewonnen hat.
 
Dennoch hätten sich nicht alle Erwartungen an den Euro erfüllt, so Almunia. Mit einer Wachstumsrate von jährlich etwa zwei Prozent bleibe die Eurozone unter ihren Möglichkeiten. Auch seien die regionalen Unterschiede bezogen auf Inflation und Arbeitskosten zu hoch, die Reformanstrengungen der Euro-Länder zu gering.
 
Wie auch insgesamt in der Außendarstellung müssten die Regierungen dahin kommen, in der Geld- und Wechselkurspolitik mit einer Stimme zu sprechen. Dazu sei eine tiefere Zusammenarbeit notwendig. Die europäische Stimme in der globalen Arena müsse sich stärker Gehör verschaffen, um dem Gewicht des Euro als internationaler Währung angemessen Rechnung zu tragen.
 
Die Währungsunion sei zwar eine solide Konstruktion und eine bemerkenswerte Leistung. Doch die Erfahrungen zeigen, dass Entscheidungen in einem Land beträchtliche Auswirkungen auf andere Länder haben können. "Daher müssen wir den wirtschaftlichen Zusammenhalt des Euroraums weiter verbessern, indem wir starke, verbindliche politische Verpflichtungen eingehen", sagte Almunia. Er plädiert für eine stärkere Koordinierung der Haushalts- und Wirtschaftspolitik. Der Währungskommissar abschließend: "Wir sind es den Bürgern Europas schuldig, dafür zu sorgen, dass der Euroraum zu einem lebendigen Beispiel für Wachstum und Dynamik wird." (ur)
 

Quelle der vorstehenden Informationen:
EU-Nachrichten Nr. 16 vom 8. Mai 2008 der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland.


AKTUELL zum Thema


Feierliche Sitzung zum zehnjährigen Bestehen des Euro
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Euro fand am 13. Januar 2009 im Europäischen Parlament in Straßburg eine feierliche Sitzung statt. Alle Redner unterstrichen die herausragende Bedeutung des Euro für die europäische Integration und verwiesen auf den Erfolg der gemeinsamen Währung, die Wachstum und Wohlstand in Europa sichere und zur zweiten Weltwährung aufgestiegen sei. Die Wirtschafts- und Währungsunion sei darüber hinaus "ein Schutzschild gegen die Finanzkrise".
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Magazin zur Europapolitik: 10 Jahre Euro
Der Euro ist im Alltag von rund 329 Millionen EU-Bürgern aus sechzehn Mitgliedstaaten angekommen. Dabei liegt seine Einführung gerade einmal zehn Jahre zurück. Als Bargeld gibt es den Euro erst seit sieben Jahren. Zuletzt führte die Slowakei die neue Währung am 1. Januar 2009 ein. Langfristig werden noch weitere Länder hinzukommen.
 
Das "Magazin zur Europapolitik" der Bundesregierung befasst sich in seiner Ausgabe vom Januar 2009 mit dem Euro-Jubiläum.
Extern: Magazin zur Europapolitik...



2-Euro-Münze "10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion"
Auf Initiative der Europäischen Kommission soll am 1. Januar 2009 zur Würdigung des 10. Jahrestages der dritten Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) von allen Mitgliedstaaten der Euro-Zone eine motivgleiche 2-Euro-Gedenkmünze "10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion" herausgegeben werden. Vor diesem Hintergrund beschloss die Bundesregierung am 21. Mai 2008, eine 2-Euro-Gedenkmünze "10 Jahre Wirtschafts- und Währungsunion" für Deutschland prägen zu lassen und am 1. Januar 2009 auszugeben.
Extern: PresseInformation des Bundesfinanzministeriums...


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DOWNLOAD zum Thema


EMU@10: successes and challenges after 10 years of Economic and Monetary Union
Mitteilung der EU-Kommission vom 7. Mai 2008 zum 10jährigen Bestehen der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) als PDF-Dokument.


LINKS zum Thema


Welcome to EMU@10!
Website der EU-Kommission zum 10jährigen Bestehen der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU).
 
EMU and the euro
Memorandum der EU-Kommission vom 7. Mai 2008 mit Fragen und Antworten zur WWU und zum Euro.
 
Wirtschafts- und Währungsunion und Euro
Informationen zum Thema bei "Europa in 12 Lektionen" auf dem EUROPA-Server der EU.
 
Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)
Informationen der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Thema.
 
Der Euro - die gemeinsame Währung der Europäer
Der Euro ist die am deutlichsten sichtbare Errungenschaft der Europäischen Union. Er bildet die gemeinsame Währung einer Reihe von Mitgliedsländern der EU.
 
SEPA: Verbraucher profitieren vom Euro-Zahlungsverkehrsraum
Im Europäischen Parlament diskutierten die Abgeordneten am 4. Juni 2008 über europäische Finanzdienstleistungen im Privatkundenbereich. Eine grundlegende Voraussetzung, um von Angeboten aus dem Ausland zu profitieren, ist ein kostengünstiges und schnell arbeitendes Bezahlsystem über Ländergrenzen hinweg. Das Bankenwesen hat dafür den Euro-Zahlungsverkehrsraum SEPA geschaffen. SEPA steht für "Single Euro Payments Area", einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum.
 
Wachstums- und Stabilitätspakt der EU
Der 1997 beschlossene Pakt gibt den EU-Mitgliedstaaten und den EU-Organen politische Leitlinien zur energischen und raschen Umsetzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts an die Hand. Diese Leitlinien sollen es den Mitgliedstaaten ermöglichen, auch nach Beginn der dritten Phase der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) eine tragfähige Haushaltspolitik zu betreiben.