Athen: Zypernkonflikt gefährdet Beziehungen zwischen EU und Türkei © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

21.07.2021 Nikosia (dpa) – Der griechische Außenminister Nikos Dendias will die neuerliche Eskalation im Zypernkonflikt auf die Agenda der EU setzen. Dendias fordert zudem Konsequenzen. «Es gibt keinen Rahmen für die Verbesserung der Beziehungen zwischen der EU und der Türkei, solange die Türkei auf Zypern illegal agiert», sagte er am Mittwoch bei einem Besuch in der zyprischen Hauptstadt Nikosia.

Am Dienstag hatte Nordzypern – der seit 1974 türkisch besetzte Teil der Insel – angekündigt, Teile der verlassenen Küstensiedlung Varosha wieder zu besiedeln. Der Geisterort, in dem einst griechische Zyprer lebten, soll jedoch laut UN-Sicherheitsrat nur unter UN-Mandat wiederbesiedelt werden. International wurde die Ankündigung Nordzyperns deshalb scharf kritisiert. Durch solch einen Schritt würden die Bemühungen zerstört, die Insel irgendwann wieder zu vereinen, hieß es. Die Regierung in Nikosia wollte noch am Mittwoch den UN-Sicherheitsrat anrufen und eine außerordentliche Sitzung beantragen.

UN-Vertreter scheitern seit Jahrzehnten an Vermittlungen zur Überwindung der Teilung der Insel. Ankara sieht keine Chance mehr auf eine Wiedervereinigung und fordert stattdessen die Errichtung zweier unabhängiger Staaten. Das wiederum wollen weder die griechischen Zyprer noch die EU oder die UN. Sie propagieren die Bildung zweier gleichberechtigter Bundesstaaten unter einer zentralen Regierung. Die Interessen sind groß: Durch seine geografische Lage ist Zypern ein strategisch wichtiger Posten im östlichen Mittelmeer. Nordzypern wird weltweit nur von der Türkei als Staat anerkannt.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)