EU-Chefdiplomat Borrell lehnt Grenzänderungen auf dem Balkan ab © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

27.04.2021 Brüssel (dpa) – Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hält eine Diskussion über Grenzverschiebungen auf dem Balkan für falsch. «Für mich ist das ein Nicht-Thema», sagte der Spanier am Montag nach einem Treffen mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic in Brüssel. Die EU unterstütze uneingeschränkt die territoriale Integrität und Souveränität Bosnien-Herzegowinas sowie der anderen Westbalkan-Länder. Man solle sich auf den konstruktiven Dialog konzentrieren, der nötig sei, um auf seinem europäischen Weg voranzubringen.

Borrel äußerte sich vor dem Hintergrund eines inoffiziellen Papiers über Pläne zu Grenzverschiebungen, das zuletzt für Aufregung auf dem Balkan gesorgt hatte. Das «Non-Paper» sah eine Abtrennung von Teilen Bosniens nach ethnischen Kriterien vor und wurde dem slowenischen Ministerpräsidenten Janez Jansa zugeschrieben. Dieser dementierte jedoch jegliche Urheberschaft. Eine Version des Dokuments war einem slowenischen Aufdeckungs-Portal zugespielt worden. Er habe zwar von dem Papier gehört, es aber nie gesehen, sagte Borrell.

Auch Vucic sagte am Montag, er habe kein Papier gesehen. Zugleich betonte er, immer für jede Debatte offen zu sein. Derzeit konzentriere man sich jedoch auf wirtschaftlichen Fortschritt und die europäische Beitrittsperspektive. Natürlich unterstütze man auch die Integrität Bosnien-Herzegowinas und der Republika Srpska, der im Bosnienkrieg (1992-1995) entstandenen serbischen Verwaltungseinheit.

Vergangene Woche hatte auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) eindringlich vor Grenzänderungen auf dem Balkan gewarnt.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)