EU-Länder wollen Verpackungsmüll bis 2040 um 15 Prozent reduzieren © Europäische Union, 2020, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst, Fotograf: Xavier Lejeune

18.12.2023 Brüssel (dpa) – Die schnelle Bestellung im Internet, der Kaffee zum Mitnehmen, das fertig geschnittene und verpackte Obst: Die EU-Länder wollen Verpackungsmüll in Europa stark reduzieren. Dafür sollen unter anderem die Hersteller liefern.

Der Verpackungsmüll in der EU soll nach dem Willen der Mitgliedsstaaten in den kommenden Jahren stark reduziert werden – bis 2040 um mindestens 15 Prozent im Vergleich zu 2018. Die Umweltministerinnen und Umweltminister der Länder einigten sich am Montag in Brüssel darauf, dass bis 2030 alle auf den Markt gebrachten Verpackungen recycelbar sein müssen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die neuen Regeln würden unnötige Verpackungen reduzieren, indem sie Hersteller und Importeure dazu verpflichteten, Gewicht und Volumen von Verpackungen zu minimieren, hieß es. Geschützte Verpackungsdesigns seien davon ausgenommen.

Sobald die Verpackungen zu Abfall werden, sollen sie nach den höchstmöglichen Standards gesammelt, sortiert und recycelt werden, so die Länder. Generell sollen sich die neuen Regeln auf alle Verpackungen beziehen, unabhängig vom Material, und auf allen Verpackungsmüll, unabhängig von seiner Herkunft – einschließlich Industrie, Einzelhandel und Haushalte. Außerdem soll klar gekennzeichnet werden, woraus die Verpackung besteht und wie sie recycelt oder entsorgt werden soll.

Weiterhin einigten sich die Ministerinnen und Minister auf eine Mindestanzahl von Umläufen für wiederverwendbare Verpackungen. Außerdem sollen nach Willen der Länder Teebeutel und Klebeetiketten auf Obst und Gemüse künftig kompostierbar sein. Zudem könnten Staaten darüber hinaus verpflichtend vorschreiben, dass auch andere Verpackungen wie Kaffeekapseln oder leichte Kunststofftragetaschen kompostierbar sein müssen.

Die Länder müssen nun mit dem Europaparlament verhandeln, erst dann können die neuen Vorschriften in Kraft treten. Grundlage für die nun erzielte Einigung der Länder ist ein Vorschlag der EU-Kommission aus dem vergangenen Jahr.

Obwohl die Recyclingquoten in der EU gestiegen sind, wächst die Menge der Verpackungsabfälle den Angaben nach schneller als das Recycling. In den vergangenen zehn Jahren ist die Menge der Verpackungsabfälle um fast 25 Prozent gestiegen. Es werde erwartet, dass sie bis 2030 um weitere 19 Prozent zunehmen wird, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Für Kunststoffverpackungsmüll wird den Angaben nach bis 2030 ein Anstieg von 46 Prozent erwartet.

Die Herstellung von Verpackungen und die Bewirtschaftung von Verpackungsabfällen mit einem Gesamtumsatz von 370 Milliarden Euro sei ein wirtschaftlich wichtiger Sektor in der EU, hieß es.

Nach jüngsten Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat gab es im Jahr 2021 in der EU 188,7 Kilogramm Verpackungsmüll pro Einwohner. Die Zahlen gehen innerhalb der EU weit auseinander – während in Kroatien rund 74 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf zu verzeichnen waren, waren es in Irland rund 246 Kilogramm. In Deutschland waren es den Daten zufolge rund 237 Kilogramm. In dem zweiten Corona-Jahr 2021 gab es in einigen Ländern zeitweise Lockdowns.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa).