EU-Parlament will Wirtschaftsmodell mit weniger Müll © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

10.02.2021 Brüssel (dpa) – Weniger Abfall produzieren und mehr wiederverwenden – das Europaparlament hat Pläne für ein nachhaltigeres Wirtschaften begrüßt. Die Abgeordneten stimmten einem entsprechenden Bericht zu einem Aktionsplan der EU-Kommission zu, wie am Mittwoch im Plenum in Brüssel mitgeteilt wurde. Darin fordern sie die Mitgliedstaaten unter anderem auf, die Kreislaufwirtschaft in ihre jeweiligen Corona-Aufbaupläne mit einzubeziehen. EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius hatte eine Kreislaufwirtschaft vor den Abgeordneten als Dreifachsieg für Menschen, Planeten und Wohlstand bezeichnet.

Konkret wollen die Abgeordneten etwa verbindliche Ziele sehen, um den Materialverbrauch bis 2030 entscheidend zu senken. Innerhalb der nächsten 30 Jahre soll zudem der Übergang von einer linearen zu einer vollständigen Kreislaufwirtschaft geschafft werden. Dabei sollen Abfälle auf ein Minimum reduziert und weniger Primärressourcen genutzt werden. «Verantwortungsvolles Wirtschaften heißt eben auch so zu wirtschaften, dass kommende Generationen intakte ökonomische und ökologische Lebensgrundlagen vorfinden», kommentierte die FDP-Abgeordnete Svenja Hahn.

Zustimmung für das Vorhaben kam auch aus der Wirtschaft. «Der Plan enthält mit Maßnahmen wie der Ausweitung des Ökodesigns oder einem Recht auf Reparatur längst überfällige Ansätze, das Problem der Ressourcenverschwendung an der Wurzel zu packen», hieß es von Patrick Hasenkamp, Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen.

Neben dem Abfallmanagement wollen die EU-Abgeordneten vor allem auch den Designprozess in den Blick nehmen, damit kaputte Einzelteile einfacher ausgetauscht werden können und Produkte gar nicht erst zu Wegwerfobjekten werden. Die EU-Kommission müsse nun zügig einen Gesetzesvorschlag mit verpflichtenden Vorgaben zur Langlebigkeit und Reparierbarkeit für alle Produktgruppen auf dem Binnenmarkt machen, forderte Grünen-Parlamentarierin Anna Cavazzini.

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