EU-Wirtschaftskommissar warnt vor überstürzter Energiemarktreform © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

14.11.2021 Berlin (dpa) – EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni hat vor übereilten Reformen des EU-Energiemarktes gewarnt. «Die französische Regierung hat vorgeschlagen, die EU-Energiemärkte zu reformieren. Das diskutieren wir, aber mit Eingriffen in die EU-Energiemärkte sollten wir sehr vorsichtig sein», sagte der italienische Politiker der «Welt» (Montag). «Wir laufen sonst Gefahr, mit Änderungen in einen Markt einzugreifen, der normalerweise hervorragend funktioniert.»

Wegen des Preisanstiegs sei der politische Druck gerade sehr hoch, «aber das sollte nicht zu überstürzten Reaktionen führen, auch weil die Preisentwicklung vermutlich nur vorübergehend ist.» Frankreich dringt vor allem darauf, die Preisfindung beim Strom von den stark gestiegenen Gaspreisen zu entkoppeln.

Gentiloni ist auch skeptisch hinsichtlich eines gemeinsamen EU-Einkaufs von Erdgas, wie ihn Spanien vorgeschlagen hat. Das sei nicht so einfach. «Wir müssen mit Ländern in Nordafrika, Norwegen und vor allem mit Russland verhandeln. Wir brauchen eine gemeinsame europäische Haltung gegenüber anderen Ländern, aber das in eine gemeinsame Beschaffung zu überführen, liegt nicht auf der Hand.»

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)