Europäische Staatsschulden steigen in Corona-Jahr an © Europäische Gemeinschaften, 1998, Quelle: EU-Kommission - Audiovisueller Dienst

22.04.2021 Luxemburg (dpa) – Die Corona-Krise und der Kampf der Regierungen gegen die Folgen der Pandemie haben die Staatsschulden in Europa deutlich steigen lassen. In den 19 Euroländern stieg die Gesamtverschuldung von 83,9 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) im Jahr 2019 auf 98,0 Prozent im vergangenen Jahr, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Das Defizit der öffentlichen Haushalte, also der Überschuss der Ausgaben über die Einnahmen, betrug 7,2 Prozent – nach 0,6 Prozent im Vorjahr.

In der Europäischen Union (EU) stieg die Schuldenquote von 77,5 auf 90,7 Prozent. Das Haushaltsdefizit der 27 EU-Länder stieg von 0,5 auf 6,9 Prozent. Der Stabilitätspakt sieht eigentlich Höchstwerte von 60 Prozent (Schuldenquote) und 3 Prozent (Defizit) vor. Die Regeln des Pakts sind wegen der Corona-Pandemie jedoch ausgesetzt.

Die höchsten Haushaltsdefizite wiesen den Angaben nach Spanien (11,0 Prozent), Malta (10,1), Griechenland (9,7) und Italien (9,5) auf. Deutschland kommt auf ein Defizit von 4,2
Prozent der Wirtschaftsleistung. Kein Mitgliedsland wies einen Einnahmenüberschuss auf.

Die höchsten Schuldenquoten kommen aus Griechenland (205,6 Prozent) und Italien (155,8). In Deutschland beträgt der Schuldenstand 69,8 Prozent des BIP. Das sind rund 10 Prozentpunkte mehr als 2019.

Quelle dieser Information: Der Abdruck dieser Nachricht erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Presse-Agentur (dpa)